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Zweite Verhandlungsrunde mit den Verbänden der Zeitarbeitgeber

Zweite Verhandlungsrunde mit den Verbänden der Zeitarbeitgeber

Konkrete Vorschläge gegen Missbrauch erwünscht

21.03.2012 Ι "Die Arbeitgeber der Verleihbranche müssen sich für faire Lösungen öffnen und dürfen nicht nur mit Kosten argumentieren", erklärte Helga Schwitzer nach der zweiten Runde mit den Zeitarbeitsverbänden am 20. März in Frankfurt. Die Tarifexpertin vom IG Metall-Vorstand führt die Verhandlungen für die IG Metall. Das Ziel ist ein Branchenzuschlag, der die Lohnlücke zwischen Leih- und Metalltarif so weit wie möglich schließt.

Nach vier Wochen gingen die Verhandlungen mit den Zeitarbeitsverbänden am 20. März in Frankfurt in die zweite Runde. Dort forderte die IG Metall die beiden Verbände BAP und IGZ auf, konstruktiv zu einer gemeinsamen Lösung beizutragen. Bisher vermisst sie bei den Leiharbeitsverbänden mehr Bereitschaft für konkrete Vorschläge, wie Leiharbeitnehmer fair bezahlt werden können.

Lohnlücke so weit wie möglich schließen

Die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie verfolgten nicht nur den Fortgang der Tarifrunde für ihre Branche, sondern auch die mit den Verbänden der Leiharbeit sehr aufmerksam, betont Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Denn in dieser Runde geht es vor allem darum, ob Leiharbeit weiterhin missbraucht oder endlich fair geregelt wird.

Bei der Leiharbeit fährt die IG Metall zweigleisig: Die Leiharbeitnehmer in Metall- und Elektrobetrieben sollen für die gleiche Arbeit gleiches Geld erhalten. Diesem Ziel will sich die IG Metall jetzt annähern. Und darüber verhandelt sie mit den Zeitarbeitsverbänden. Die IG Metall strebt einen Branchenzuschlag an, der die Lohnlücke zwischen Leih- und Metalltarif so weit möglich schließt. Zusätzlich sollen Betriebsräte die Möglichkeit erhalten, mit ihrem Betrieb Einsatzzulagen auszuhandeln, um Equal Pay, also gleiches Geld, zu erreichen.

Zwei Seiten der selben Medaille

Außerdem sollen in der Metall- und Elektrobranche Betriebsräte mehr mitbestimmen, ob und zu welchen Konditionen Unternehmen Leiharbeiter einsetzen. Das ist bereits in über 1200 Metall- und Elekrobetrieben der Fall. Dort konnten Betriebsräte sogenannte Besservereinbarungen abschließen.

"Branchenzuschlag und mehr Mitbestimmung über Leiharbeit sind für uns zwei Seiten der selben Medaille", sagt Helga Schwitzer. Sie warnt die Metall-Arbeitgeber davor, das Thema aus der Metall-Tarifrunde heraushalten zu können. "Idealtypisch werden beide Verhandlungen nahezu zeitgleich abgeschlossen. Denn es geht alle etwas an, die zweite Lohnlinie im Betrieb zu verhindern."

Die dritte Verhandlungsrunde mit den Zeitarbeitsverbänden ist am 27. April 2012.

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Metall-Tarifrunde 2012

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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Hotline für Mitglieder

Für alle Fragen rund um die Leiharbeit hat die IG Metall für Leiharbeitnehmer, die Mitglied sind, eine Hotline eingerichtet. Unter 0800 - 4463488 können sie sich kostenfrei beraten lassen.

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