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Weltklimagipfel vom 7. bis 18. Dezember in Kopenhagen. Foto: Word of Work pavillion

Weltklimagipfel vom 7. bis 18. Dezember in Kopenhagen

Grüne Investitionen für eine sichere Zukunft

09.12.2009 Ι 1200 Vertreter aus 192 Staaten wollen sich auf dem Weltklimagipfel auf einheitliche Ziele zur Rettung des Klimas einigen. Auf der Agenda in Kopenhagen steht das Nachfolgeabkkommen zum Kyoto-Protokoll. Die Gewerkschaften sind dort ebenfalls mit einem "World of Work pavillion" verteten. Vom 14. bis 16. Dezember wollen sie sich aktiv einmischen: mit Aktionen, in Diskussionsforen und in Gesprächen mit Politikern.

Die internationale Staatengemeinschaft steht in Kopenhagen vor einer doppelten Herausforderung: Ein internationales Abkommen muss einerseits die Emissionen wirksam begrenzen und andererseits von allen Staaten als "fair" akzeptiert werden. Anders als beim Kyoto-Protokoll müssen dieses Mal alle Industrieländer und die Entwicklungs- und Schwellenländer Zugeständnisse machen und die Ergebnisse mittragen. In Kyoto wurden die Reduktionsziele nur für einige Industrienationen festgelegt.

 

DGB -Vorstandsmitglied Dietmar Hexel mit einer Bilanz des Klimagipfels

Bildnachweis: Heike Kauls (DGB), Greenpeace-jugend, Greenpeace Finnland, Fotolia

 
DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel live vom Klimagipfel in Kopenhagen.
Bildnachweis: Heike Kauls (DGB), kk+, greenpeace-jugend, greenpeace finnland


Gemeinsame Positionen für ein internationales Klimaabkommen
Im Vorfeld des Weltklimpagipfels hatten sich im Oktober 2009 der Europäische und Internationale Metallgewerkschaftsbund (EMB und IMB) mit Vertretern der Chemiegewerkschaftsbünde ICEM und EMCEF in Bad Orb getroffen. Unter dem Motto "Arbeiten in grünen Jobs für eine sichere Zukunft" formulierten sie dort gemeinsame Positionen und Forderungen für ein internationales Klimaabkommen. Berthold Huber mahnte in seiner Rede, dass trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise die globalen Herausforderungen des Klimawandels sowie der Energie- und Ressourcenknappheit höchste Priorität haben müssten. Der Erste Vorsitzende der IG Metall und Präsident des IMB forderte ein Klimaabkommen, "das sich für Beschäftigung, Qualifikation und faire Arbeitsbedingungen einsetzt". In Kopenhagen gehe es nicht nur um "ein wenig Regulierung, ein bisschen Korrektur an den Auswüchsen des Shareholder-Kapitalismus", so Huber, sondern um ein grundsätzliches Umsteuern der Ökonomie. Entscheidend sei aus Sicht der IG Metall, dass kurz- und mittelfristige Ziele samt konkreter Aufgaben zur ihrer Erreichung vereinbart würden, damit die bis 2050 notwendigen Emissionsminderungen realisiert werden können.

Grüne Investitionen
Die internationalen Gewerkschaften fordern einen "Green New Deal", in dem ökonomische und ökologische Maßnahmen zusammengeführt werden. Mit aktiver Arbeitsmarkt- und Finanzpolitik sollen die Regierungen weltweit den Einstieg in kohlenstoffarme Wirtschafts- und Produktionsweisen fördern.

"Grüne Investitionen" und den ökologischen Umbau der Wirtschaft hält die IG Metall für notwendig und machbar. Die Grundvoraussetzungen fasste Wolfgang Rhode zusammen. Rhode ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und zuständig für Handwerk, kleine und mittlere Unternehmen und den Maschinenbau. 

  1. Alle Länder der Erde müssen in ein weltweites Kohlenstoff-Regelwerk einbezogen werden.
  2. Es darf keine Möglichkeit für Unternehmen geben, durch Auslagerungen bereits bestehende Regelungen zum Klimaschutz zu umgehen.
  3. Internationale Regelungen zum Klimaschutz müssen fair sein. Wir werden uns in Kopenhagen dafür einsetzen, dass ökologische Regulierungen auch mit sozialen Kriterien verbunden werden.


Das Wirtschaftswachstum, so Wolfgang Rhode, müsse künftig emissionsärmer vor sich gehen: wegen der steigenden Energiepreise und der knapper werdenden Rohstoffe. Auch wenn sich in der Praxis vieles schwierig gestalten wird - es wird sich lohnen: Bis 2020 kann Umwelttechnik in der EU allein im Maschinenbau, der Elektroindustrie und ihren Zulieferern rund 920 000 neue Stellen schaffen. Das ergab eine Studie für den Europäischen Metallgewerkschaftsbund.

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Links und Zusatzinformationen
DGB Klima Blog

Auf dem Weg zu einem neuen Klimaschutzabkommen. Gewerkschafter berichten über ihre Aktionen in Kopenhagen.

World of Work pavillion
Unions in Copenhagen

Im "World of Work pavilion" (WoW) der Gewerkschaften ist die IG Metall mit dabei.

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