IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     
thyssenkrupp_Stahlarbeiter

Stahl-Tarifrunde: IG Metall fordert sieben Prozent mehr Geld

Stahl-Tarifrunde startet

19.10.2011 Ι "Wer mehr Wert schafft, hat auch mehr verdient." Unter diesem Motto starten am Freitag die Tarifverhandlungen für die rund 75 000 Stahl-Beschäftigten in Nordwestdeutschland. Die IG Metall fordert sieben Prozent mehr Geld, die unbefristete Übernahme der Auszubildenden und eine bessere Altersteilzeit.

Die IG Metall-Tarifkommission hat heute in Sprockhövel die Tarifforderung beschlossen. "In der Stahlindustrie haben die Beschäftigten dieses Jahr ordentliche Wertzuwächse geschaffen", begründete Oliver Burkhard die Forderung nach sieben Prozent höheren Entgelten. Burkhard ist der IG Metall-Bezirksleiter von Nordrhein-Westfalen und Verhandlungsführer in der am Freitag startenden Stahl-Tarifrunde.

"Auch für 2012 ist mit einem moderaten Wachstum zu rechnen", betonte er. "Dabei bleiben das Produktions- und Preisniveau hoch." Nur das Wachstum falle geringer aus als dieses Jahr, aber die Nachfrage bleibe auf hohem Niveau. "Das gilt sowohl für den Welt-Stahlmarkt, vor allem die wichtigen Kunden im Maschinen- und Fahrzeugbau, als auch für die Gesamtwirtschaft in Deutschland."

Sicher sei das Chaos-Potenzial der Börsen schwer berechenbar. "Aber das kann kein Maßstab für unsere Forderungen sein", sagte Burkhard. Es dürfe nicht sein, dass die Beschäftigten für den Fall der Krise "doppelt zahlen": erst mit Lohnverzicht vor der Krise und dann auch noch mit Verlusten in der Krise. "Wenn die wirtschaftlichen Kennzahlen wirklich hinter allen bisherigen Prognosen zurückbleiben, werden wir schon die richtigen Kriseninstrumente finden und nutzen."

Auch mehr Geld für Leiharbeitnehmer

Von den Lohnerhöhungen, die die Stahlwerker in dieser Tarifrunde mit der IG Metall durchsetzen, profitieren auch die rund 4500 Leiharbeitnehmer. Denn seit 2010 ist in der Stahlindustrie tarifvertraglich geregelt, dass sie das gleiche Geld wie die Stammbeschäftigten verdienen.

Junge übernehmen, Älteren Ausstieg erleichtern

Für die Auszubildenden, die ihre Abschlussprüfung bestanden haben, will die IG Metall die unbefristete Übernahme durchsetzen. Zurzeit müssen Stahlbetriebe ihre Ausgelernten 24 Monate weiterbeschäftigten. Das ist doppelt so lang wie in der Metallindustrie.

Die IG Metall will aber auch etwas für die Älteren tun, die vorzeitig ausscheiden wollen - oder müssen, weil sie die Arbeit gesundheitlich nicht mehr schaffen. Gerade in der Stahlindustrie ist der Problemdruck hoch. Die Arbeit ist oft sehr belastend und das Durchschnittsalter der Belegschaften höher als zum Beispiel in der Metall- und Elektroindustrie. Ein Ansatzpunkt für neue Regelungen ist eine höhere Altersteilzeitquote. Zurzeit haben vier Prozent der Belegschaft einen Anspruch Altersteilzeit.

Der Tarif-Fahrplan

Verhandelt wird für die Stahl-Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen. Der Tarifvertrag läuft am 31. Oktober aus. Dann endet auch die Friedenspflicht. Das heißt, ab 1. November könnte gestreikt werden.
Die Tarifrunde für die rund 8000 ostdeutschen Stahlarbeitnehmer startet am 3. November. Ihre rund 14 000 saarländischen Kollegen sind immer einige Monate später an der Reihe. Hier ist der Auftakt am 23. Januar.
In der letzten Stahl-Tarifrunde 2010 hatte die IG Metall 3,6 Prozent durchgesetzt, bei einer Laufzeit von 13 Monaten. Außerdem 150 Euro Einmalzahlung.

Tarif

Lohn, Gehalt und mehr.

Links und Zusatzinformationen
Tarifinfo
Einkommen, Urlaub und mehr ...

Was steht mir zu? Achtung: Nur Gewerkschaftsmitglieder haben einen Rechtsanspruch auf tarifliche Leistungen.

Servicebereich