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Schülerpraktikum bei der IG Metall. Foto: Andreas Pleines

Praktikum bei der IG Metall: ein Erlebnisbericht

Heute Morgen: Infodienst

14.08.2009 Ι Ein Schülerpraktikum beim IG Metall Vorstand in den Onlinemedien: von Zeitungsstapeln über Bildrecherche bis zum Verfassen eigener Artikel - eine gute Möglichkeit den Redaktionsalltag kennenzulernen.

Klack. Der große Zeiger steht auf der Zwölf, der kleine auf der Sieben. Zeitungen sind auf dem Fußboden des Glaskasten-Büros verteilt. Hinter dem Schreibtisch zwei Stapel, auf dem Schreibtisch ein weiterer. Dieter Wesp, der Ressortleiter, sitzt mitten in diesem Durcheinander und ich sitze neben ihm.  Er ist schon auf Seite drei, in Gedanken vermutlich eher auf Seite vier, ich dagegen lese immer noch Seite zwei. Wie er es schafft, den Stapel Tageszeitungen in diesem Tempo nach den wichtigsten Nachrichten des Morgens zu durchsuchen, ist mir schleierhaft. Er ist heute mit dem Infodienst an der Reihe und ich schaue zu.

Schlauchend, aber interessant
Von dem vorbeirauschenden Verkehr auf der Straße hört man nicht viel und auch im Büro hat sich die übliche Geräuschkulisse noch nicht eingestellt.
Es ist noch früh am Morgen. Zu früh für meinen Geschmack. Aber der Infodienst-Newsletter, die morgendliche E-Mail an die IG Metall-Betriebsräte, soll um 10 Uhr in deren Postfach liegen. Deshalb geht es früh los. Zu diesem Zweck wird die Presse nach den wichtigsten Meldungen des Tages durchsucht, die dann in einer kurzen Übersicht zusammengestellt werden. Es ist ein schlauchender Morgen, aber auch ein sehr interessanter.

Redaktionsalltag
Als Schulpraktikantin muss man hier nicht jeden morgen so früh erscheinen. Doch spätestens um 9 Uhr sollte man da sein. Man recherchiert für eigene Arbeiten und schaut den Anderen über die Schulter. Das Redaktionssystem, in das die Artikel eingepflegt werden, erklärt sich nicht von selbst und an praktischen Beispielen lernt man am besten. Die Arbeitszeit ist von plötzlichen Stressphasen durchzogen, in denen das Klappern der Tastaturen, das Klicken und ständige Klingeln der Telefone gar nicht mehr aufhört. Ab und zu gibt es aber auch mal eine Ruhephase, etwa wenn die von allen erwartete Nachricht zur Situation Opels kurz vor Beginn des Wochenendes letztendlich doch ausbleibt.

Der Unterschied zu den Printmedien
Am Nachmittag wird die Aufmerksamkeit zunehmend der Bildrecherche gewidmet, einer der kreativen Arbeitsteile. Bilder sind ein wichtiges Element in der neuen Internetpräsenz, ein einfaches null-acht-fünfzehn Bild ist nicht ausreichend. Ein symbolträchtiges Bild soll es sein, am besten mit einem roten Element. Das Bild muss nicht unbedingt das zeigen, was in dem Artikel beschrieben wird. Es soll das Thema symbolisieren und spielerisch damit umgehen. "In der Kürze liegt die Würze" ist neben der Visualisierung ein wichtiger Aspekt bei den Onlinemedien. Die Artikel werden nicht für die Zeitung geschrieben, sondern für das Netz. Wer da lange runterscrollen muss, um die ganzen Ausmaße des Artikels einsehen zu können, verliert schnell das Interesse.

Direkt, schnell und der offenen Kritik ausgesetzt
Die Arbeit ist direkter und schneller als in den Printmedien. Die Möglichkeiten durch Verweise auf zusätzliche, informative Webseiten sind unendlich und ein Artikel erscheint wenige Minuten nach dem Einstellen ins Netz. Diese Aktualität ermöglicht jedoch auch schnelle kritische Reaktionen der Leser, auf die entsprechend schnell reagiert werden muss. Da beginnt dann das Klappern, Klicken und Klingeln wieder und verbindet sich zu der üblichen Geräuschkulisse des Büros, von der beim morgendlichen Infodienst noch nichts zu hören ist.

Es ist bereits 9 Uhr, die anderen Redakteure sind eingetrudelt und für uns im Infodienst beginnt der morgendliche Endspurt. Das schnelle Scannen der täglichen Zeitungen werde ich wohl in meiner verbleibenden Zeit hier nicht mehr lernen, dafür habe ich aber einen Eindruck von der täglichen Arbeit in den Onlinemedien erhalten.

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