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Mitbestimmungs- und Beteiligungskongress der IG Metall. Foto: IG Metall

© Frank Rumpenhorst

Mitbestimmungs- und Beteiligungskongress der IG Metall

Mehr Mitbestimmung auf Augenhöhe

07.11.2014 Ι Jörg Hofmann, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, fordert bessere Mitbestimmungsrechte. Und erklärt, wie die IG Metall Beteiligung in der nächsten Tarifrunde noch stärker umsetzen will.

Jörg, an den vergangenen beiden Tagen haben rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hier in Mannheim über Mitbestimmung und Beteiligung gesprochen. Bist du zufrieden?

Jörg Hofmann: Ja, wir haben hier auf dem Mitbestimmungs- und Beteiligungskongress der IG Metall so einiges geschafft. An zwei Tagen haben Kolleginnen und Kollegen in verschiedenen Foren diskutiert, wie es um Mitbestimmung und Beteiligung in den Betrieben und Unternehmen bestellt ist. Wir haben darüber gesprochen, was gut läuft, aber auch, woran wir noch zu arbeiten haben.

 

In den Diskussionsrunden im Plenum  haben wir sozusagen aus der Vogelperspektive die Frage diskutiert, wie sich Mitbestimmung und Beteiligung zueinander und zu einer lebendigen Demokratie verhalten. Wir haben auch eine Einschätzung bekommen, wie Vertreter anderer Verbände uns, die IG Metall, beim Thema Beteiligung einschätzen. Und, was ich sehr angenehm fand: Die Diskussion entschwebte nicht in postdemokratischen Wolken, sondern wurde geerdet. Nicht zuletzt durch die Auszeichnung mit dem Beteiligungspreis. Hier zeigten engagierte Betriebsräte und Vertrauensleute, was alles mit Beteiligung im Betrieb möglich ist.

 

Dein Fazit?

Ich glaube der Kongress hat deutlich gemacht, dass kontinuierliche Beteiligung eine Voraussetzung für gewerkschaftliche Interessenvertretung, für die Macht unserer Solidargemeinschaft, ist.

 

Was meinst Du damit?

Es ist unsere Aufgabe als IG Metall, die Menschen zusammenzuführen. Sei es beim Warnstreik auf dem Hof, sei es in Mitgliederversammlungen, der Vertrauensleutearbeit oder in Arbeitsgruppen der Verwaltungsstellen. Mehr Beteiligung heißt nicht, auf bewährte Beteiligungsformen zu verzichten. Mehr Beteiligung bedeutet, Beteiligungskonzepte zu erweitern, sie noch konsequenter in unserer Betriebspolitik, Tarifpolitik und dem gewerkschaftlichen Leben umzusetzen. Damit der Motor gewerkschaftlicher Solidarität noch mehr Kraft auf die Straße bringt.

 

Aber das schafft die IG Metall doch nicht alleine?

Richtig. Beteiligung braucht auch eine institutionelle Verankerung durch Mitbestimmung. Notwendig ist die Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen, um die neuen Herausforderungen zu bewältigen.

 

Was erwartest du vom Gesetzgeber?

Wir haben hier in Mannheim dazu zahlreiche Ansatzpunkte aufgegriffen. Wir wollen mehr Mitbestimmung in grenzüberschreitenden Konzernen. Wir wollen mehr Mitbestimmung bei neuen Arbeitsformen, wie mobilem Arbeiten. Und wir sagen klar und deutlich: Wir wollen mehr Mitbestimmung bei Outsourcing und Werkverträgen.

 

Mitbestimmung darf aber nicht an unseren Landesgrenzen enden...

. Nein. Wir brauchen eine europäische Mitbestimmungsinitiative. Deutsche Unternehmen dürfen sich nicht im Ausland wie die Wildsau gebärden. Und es kann keine Freihandelsabkommen geben, ohne dass Gewerkschaftsrechte und die ILO-Arbeitsnormen im vollen Umfang anerkannt werden.

 

Wie geht es konkret weiter?

Wir müssen vor allem Schlussfolgerungen ziehen für unser Handeln. In der laufenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie werden wir nochmal die Gelegenheit haben zu reflektieren, wie wir die Mitglieder an der Tarifbewegung beteiligen.

 

Strebt die IG Metall auch langfristig einen Kulturwandel an? 

Und ob. Wir haben mit diesem Kongress auch den Gewerkschaftstag im nächsten Jahr im Auge. Mit den Ergebnissen und Eindrücken können wir uns auf den Weg machen, um mit den Kolleginnen und Kollegen zu diskutieren, wohin es in Fragen Mitbestimmung und Beteiligung mit der IG Metall gehen soll.

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