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Krankengeldmanagement: IG Metall bestätigt Kritik der Datenschützer

Krankengeldmanagement: IG Metall bestätigt Kritik der Datenschützer

Verhalten zahlreicher Kassen ist fragwürdig

10.10.2012 Ι "Kassen machen Jagd auf Kranke" lauten in letzter Zeit die Schlagzeilen in den Medien. Worum geht es? Immer häufiger beschweren sich Kranke, dass ihre Kassen sie anschreiben und drängen, Auskünfte über ihre Krankheit zu geben oder einen Rentenantrag zu stellen. Die IG Metall kritisiert solche Praktiken. Sie haben mit Krankengeldmanagement nichts zu tun.
Die Beschwerden über das Verhalten zahlreicher Krankenkassen häufen sich: So berichten Versicherte, dass ihre Kasse sie bereits nach kurzer Krankheitsdauer anschreibt und drängt, Auskünfte über ihre Krankheit zu geben. Unzulässigerweise fordern Kassen Langzeitkranke auf, einen Rentenantrag zu stellen. Oder sie berechnen das Krankengeld falsch.

Druck auf Kranke

Sicher: Die Krankenkassen sind verpflichtet, ihre Aufgaben nach wirtschaftlichen und sparsamen Grundsätzen zu erfüllen. Das darf aber nicht dazu führen, dass sie unter der Überschrift "Krankengeldmanagement" ihren Versicherten den gesetzlichen Anspruch auf Krankengeld verweigern oder nicht die Zeit für eine vollständige Genesung gewähren.

Solche Praktiken und Missstände kann die IG Metall nicht billigen und bekräftigt die Kritik von Datenschützern. "Leider gibt es in einigen Krankenkassen Maßnahmen, die unter dem Etikett 'Krankengeldmanagement' verstärkt Druck auf Kranke ausüben. Statt die Patienten auszuspionieren sollten sich die Kassen besser um nachhaltige Maßnahmen zur Krankheitsvermeidung und zur besseren Genesung kümmern", erklärt Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und zuständig für Sozialpolitik.

Vorsorge und Prävention müssen das Ziel sein

Kranke haben einen Anspruch auf rechtmäßiges Handeln der Kassen. Dazu gehört ein korrekt berechnetes Krankengeld und die nötige Zeit für den Genesungsprozess. Die Krankenkassen sind verpflichtet, das zu gewähren und zu sichern. Sollten Versicherte daran zweifeln, sind die Verwaltungsräte in den Kassen gefordert, in ihrem Interesse aktiv zu werden. Bei den IG Metall-Vertretern in den Verwaltungsräten ist die Problematik angekommen.

"Wer steigenden Krankengeldausgaben wirksam begegnen will, darf nicht auf kurzfristige Kostenoptimierung setzen", betont Urban. Nötig sind gute Vorsorgeleistungen und Präventionsmaßnahmen in den Betrieben, um Krankheiten zu vermeiden. Aber auch individuelle bedarfsgerechte Rehabilitationsleistungen, um Krankheitsfolgen zu behandeln.

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