IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     
werft_120

Gespräche von Arbeitnehmervertreter und Senat in Hamburg

Perspektiven für Hamburger Werft gefordert

05.08.2011 Ι Die Hängepartie bei Blohm + Voss geht weiter. Doch IG Metall, Betriebsrat und Hamburger Senat sind sich einig: Die Traditionswerk Blohm + Voss muss eine Zukunft in Hamburg haben. Notfalls springt der Senat ein und ist mit Bürgschaften und Garantien behilflich.

Die Arbeitnehmervertreter und der Senat sind sich einig, dass auch ein möglicher neuer Investor eine mittel- und langfristige Perspektive für die Blohm + Voss-Betriebe in Hamburg bieten muss. Gestern waren Betriebsräte und IG Metall mit der Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau und dem Staatsrat der Wirtschaftsbehörde, Bernd Egert, zusammengetroffen.

Senat will Neuausrichtung der Werft begleiten

Bei dem Gespräch mit dem Senat der Stadt Hamburg ging es darum, wie die Zukunft der Traditionswerft und die Arbeitsplätze gesichert werden können. Bereits seit längerem sucht die Konzernmutter ThyssenKrupp nach einem Käufer für die zivilen Bereiche von Blohm + Voss. ThyssenKrupp will nur den militärischen Bereich der Werft behalten. Um die Werft in Hamburg zu halten, hat sich der Senat gestern bereit erklärt, gegebenenfalls mit Bürgschaften und Garantien behilflich zu sein. Zudem will er die Neuausrichtung begleiten. Mit einer Bürgschaft des Hamburger Senats könnten beispielsweise Aufträge für den Bau einer Yacht finanziell abgesichert werden.  "Wir sehen den ThyssenKrupp-Konzern in der Verantwortung und erwarten eine enge Abstimmung mit Arbeitnehmervertretern und Senat bei den weiteren Verkaufsgesprächen", sagte IG Metall-Schiffbauexperte Heino Bade.

Gespräche mit Abu Dhabi Mada geplatzt

Da Aufträge fehlen, will sich die Konzernmutter Thyssen Krupp vom zivilen Schiffbau in Hamburg trennen. Zwei Jahre lang hat der Stahlkonzern mit dem arabischen Unternehmen Abu Dhabi Mada verhandelt. Diese Verkaufsverhandlungen sind vor etwa einem Monat gescheitert. Die Araber wollten neben dem zivilen Teil der Werft auch die Hälfte des militärischen Teils übernehmen. Den möchte ThyssenKrupp aber behalten. Seither sucht der Stahlkonzern einen neuen Käufer.

Bei der Hamburger Werft arbeiten insgesamt 1 900 Beschäftigte. Im zivilen Bereich des Unternehmens sind etwa 1 400 Mitarbeiter beschäftigt. Dazu gehören der Neubau, die Reparatur und die Maschinenbausparte. Die IG Metall befürchtet, dass ThyssenKrupp die Werft bis 30. September 2011 verkaufen will. Dann endet das Geschäftsjahr der Konzernmutter und ein Verkauf der Werft könnte die Geschäftsbilanz  aufmöbeln.

Themen

Alles rund um Ihren Arbeitsplatz.

Links und Zusatzinformationen
Servicebereich