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Elterngeld und Steuerklasse

Mehr Elterngeld mit der richtigen Steuerklasse

27.01.2016 Ι Eigentlich gilt die Steuerklassenkombination III und V gilt als die beste Variante, damit Ehepaare mehr Netto vom Brutto erhalten. Doch was für die einen vor Vorteil ist, kann für andere von Nachteil sein. Konkret ist das so, wenn junge Mütter Elternzeit nutzen möchten und zuvor in der Steuerklasse V waren. Das schmälert das Elterngeld und benachteiligt junge Mütter.

Das Elterngeld berechnet sich nach dem durchschnittlichen Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt. Zugrunde gelegt wird die Steuerklasse, die in den vergangenen zwölf Monaten am häufigsten angewendet wurde. Doch die meisten Ehepartner versteuern ihr Einkommen in den Steuerklassen III und V, das erhöht das Nettoentgelt des besser verdienenden Ehepartners zusätzlich.


Die Steuerklassenkombination III/V verspricht viele Vorteile - doch es gibt Ausnahmen. Beispielsweise das Elterngeld. Da das Nettoeinkommen durch die Steuerklasse V zusätzlich geschmälert wird, fällt auch der Anspruch auf Elterngeld deutlich niedriger aus. Daher sollte derjenige Elternteil, der nach der Geburt des Kindes zu Hause bleibt und Elterngeld beziehen wird, rechtzeitig in eine für ihn günstige Steuerklasse wechseln. Tatsächlich kann ein solcher Wechsel das Elterngeld um mehrere hundert Euro pro Monat erhöhen. Um wieviel, das macht ein Rechenbeispiel deutlich.


 

Fast 5 000 Euro mehr Elterngeld im Beispielfall

Bei einem Bruttomonatsgehalt von 3500 Euro, bekommt eine 30-jährige Arbeitnehmerin in der für sie ungünstigen Steuerklasse V ein monatliches Netto von rund 1 705 Euro ausgezahlt. Auf Basis dieses Nettogehalts errechnet die Elterngeldstelle nach der Geburt des Kindes ein Elterngeld in Höhe von monatlich 1 054 Euro. Ist die Mutter im Jahr vor der Geburt jedoch in der günstigeren Steuerklasse III, beträgt das Nettoeinkommen 2 426 Euro. Auf dieser Basis wird später ein Elterngeld von 1 523 Euro monatlich gezahlt. Will die junge Mutter für den maximal möglichen Zeitraum von zwölf Monaten Elterngeld beziehen, bekommt sie in der günstigeren Variante rund 5 630 Euro mehr als in der ungünstigeren Variante.

 

Rechtzeitig die Steuerklasse wechseln

Der Antrag auf den Wechsel in die Steuerklasse III muss spätestens sieben Monate vor dem Monat gestellt werden, in dem der Mutterschutz beginnt. Die Elterngeldstelle behandelt die Frau dann so, als sei sie während der relevanten zwölf Monate vor der Geburt, dem Bemessungszeitraum des Elterngelds, in der Steuerklasse III gewesen. Auf Basis dieses fiktiven Nettogehalts errechnet die Behörde dann das Elterngeld.

Der rechtzeitige Wechsel zu einer anderen Steuerklasse wirkt sich langfristig nicht negativ auf die Bezüge aus. Denn wenn die Frau vor der Geburt  des Kindes in die Steuerklasse III wechselt, obwohl sie erheblich weniger als ihr Mann verdient, hat das Ehepaar zwar in der Zeit vor der Geburt weniger Netto, doch dieses Minus wird mit der Steuererklärung wieder ausgeglichen. Andersherum ist das nicht möglich. Bleibt die Ehefrau in der Steuerklasse V, bekommt sie weniger Elterngeld und kann dieses Minus nicht wieder zurückholen.

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