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Atlas-Maschinen GmbH: Streik wird unbefristet fortgesetzt

Atlas-Werke: Streiks gehen weiter

Atlas-Chef versucht Belegschaft zu spalten

16.11.2010 Ι Die IG Metall setzt den Streik bei den Atlas-Werken in Delmenhorst, Ganderkesee und Vechta unbefristet fort. "Diese Entscheidung war notwendig, weil Herr Filipov die Chance nicht genutzt hat, mit der IG Metall in Verhandlungen einzutreten", betonte Hartmut Tammen-Henke, Bevollmächtigter der IG Metall Oldenburg. Unterdessen versucht Atlas-Chef Filipov mit "unseriösen Angeboten" die Belegschaft zu spalten.

Am Sonnabend führte die IG Metall an allen drei Atlas-Werken Delmenhorst, Ganderkesee und Vechtas Veranstaltungen durch, bei denen vor allem die Familienangehörigen der Streikenden ihre Sorgen und Nöte loswerden konnten. In den letzten Tagen hatte die Atlas-Geschäftsführung die Angehörigen massiv mit Briefen bedrängt und versucht, sie zu verunsichern. In den Briefen drohte das Atlas-Management unter anderem mit personellen Konsequenzen.

Rechtmäßiger Streik
Bei den IG Metall-Veranstaltungen ging es vor allem darum, dass die Streikenden ein Grundrecht wahrnehmen, nämlich das Streikrecht nach Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes. Michael Hehemann von der IG Metall Küste erklärte in Vechta: "Dieses Grundrecht ist uns vom Arbeitsgericht Oldenburg noch einmal bestätigt worden. Wir befinden uns in einem rechtmäßigem Streik."

Auch der Bürgermeister von Vechta, Uwe Bartels, betonte seine Solidarität mit den Streikenden und verurteilte, wie Atlas-Chef Filipov mit dem Vermittlungsversuch der Bürgermeister aus Ganderkesee, Delmenhorst und Vechta umgegangen sei. Alle waren sich einig: Herr Filipov verletzt die Menschenwürde, indem er in "Gutsherrenmanier" alleine bestimmen will, wie es in seinen Betrieben zu laufen hat.

Unseriöses Angebot
Mit seinem "Angebot", nur mit dem Betriebsrat und nicht mit der IG Metall verhandeln zu wollen, versucht Filipov, einen Keil zwischen die Betriebsräte und die Beschäftigten zu treiben. Betriebsratsvorsitzender Holger Rigbers lehnt das Angebot von Filipov ab, denn eine Betriebsvereinbarung biete viel weniger Schutz als ein Tarifvertrag. Hartmut Tammen-Henke, Bevollmächtiger der IG Metall Oldenburg, findet es "mehr als zweifelhaft", wenn Filipov sage, "dass er wirklich konstruktiv mit den Betriebsräten zusammenarbeiten will". Aber gleichzeitig versuche er gerade, in Hannover-Langenhagen bei der VAL Logistics die Betriebsratswahlen zu verhindern.

Um was es dem Atlas-Chef wirklich geht
Wenn Filipov behauptet, seinen Beschäftigten über Betriebsvereinbarungen Arbeitsbedingungen zuzusichern, will er sich den Weg offen halten, das jederzeit mit individuellen ergänzenden Vereinbarungen wieder zu ändern. Damit versucht er, den Schutz, den einzelne Beschäftigten durch einen kollektiven Tarifvertrag genießen, zu untergraben. In Wirklichkeit will der Atlas-Chef Lohndumping durchsetzen, indem er neue Beschäftigte zu wesentlich niedrigeren Löhnen einstellt. Und er will sich gleichzeitig in der Branche einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, weil in der Baumaschinenbranche durchgängig nach Tarif bezahlt wird.

Ein Tarifvertrag nutzt auch dem Arbeitgeber
Filipov sollte sich endlich bewusst machen, dass ein kollektiver Tarifvertrag mit der IG Metall auch ihm als Arbeitgeber viele Vorteile bietet. Mit einem Tarifvertrag erhält er gleichzeitig Planungssicherheit und eine vernünftige Kalkulationsgrundlage.

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