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9. Nationaler IT-Gipfel der Bundesregierung in Berlin.

9. Nationaler IT-Gipfel der Bundesregierung in Berlin

Den digitalen Wandel mutig und vorausschauend gestalten

20.11.2015 Ι Digitalisierung wird unser Leben und unsere Arbeit radikal verändern. Deshalb müsse der Mensch von Anfang an mitgedacht werden, sagte Jörg Hofmann beim IT-Gipfel der Bundesregierung in Berlin. Dort diskutierte der Erste Vorsitzende der IG Metall mit Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die fortschreitende Digitalisierung und deren Auswirkungen.

Die digitale Welt ist nichts Ungreifbares und Theoretisches, sie ist keine Science-Fiction, sie ist: Realität. Wir lesen auf digitalen Geräten, bestellen Kleidung online, sind mit unserem Smartphone ständig miteinander in Verbindung. Fortschreitende Digitalisierung aber hat nicht nur Auswirkungen auf die Art, wie wir konsumieren, uns fortbewegen oder unsere Freizeit gestalten - sie verändert gerade rasant die Arbeitswelt und damit die Bedingungen, unter denen wir arbeiten und leben. Notwendig ist deshalb, den digitalen Wandel mutig, kraftvoll und vorausschauend zu gestalten.

Das ist auch das Anliegen des 9. Nationalen IT-Gipfels der Bundesregierung, zu dem jetzt in Berlin Wissenschaftler und Experten aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und den Gewerkschaften zusammenkamen. Jörg Hofmann diskutierte in Fachforen und Expertenrunden. "Digitalisierung wird unser Leben und unsere Arbeit radikal verändern. Weil das so ist, muss der Mensch von Anfang an mitgedacht werden. Wir brauchen eine gemeinsame Gestaltung von Qualifikation, Arbeitszeit und Arbeitsorganisation", so der Erste Vorsitzende der IG Metall. "Entscheidend sind deshalb auch die Fragen, wie künftig gearbeitet und wie Unternehmenskultur weiter entwickelt wird."

Im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens in Berlin stand in diesem Jahr die Diskussion über die Auswirkungen der digitalen Lebenswelt auf die Gesellschaft ebenso wie auf Datensicherheit, Bildung, Forschung oder Wissenschaft. Es ging um die Frage, wie Wirtschaft digitalisiert werden kann und was durchgehende Digitalisierung für die Zukunft der Arbeit und für die Beschäftigten bedeutet - mithin also darum, welche Herausforderungen, Chancen und Risiken durch Industrie 4.0 entstehen. Experten-Plattformen brachten sich auf dem IT-Gipfel ein.

Im Fokus stand dabei die Plattform "Digitale Arbeitswelt", die von Arbeitsministerin Andrea Nahles und Jörg Hofmann geleitet wird. Die Plattform untersucht die Auswirkungen von Digitalisierung auf die Arbeit in den Betrieben und ermittelt neue Qualifikationsanforderungen für die Beschäftigten.


v.l.: Jörg Hofmann, Prof. Dr. Siegfried Russwurm, Prof. Johanna Wanka (Bundesbildungsministerin), Sigmar Gabriel (Bundeswirtschaftsminister)

Die Plattform Industrie 4.0 dagegen, in dem die IG Metall ebenfalls vertreten ist, dient vor allem als Anlaufstelle und organisatorische Basis für alle Fragen rund um Industrie 4.0. Sie soll ein einheitliches Grundverständnis von Industrie 4.0 entwickeln - und in die Öffentlichkeit tragen.

Auf dem IT-Gipfel präsentierte die Plattform Industrie 4.0 nun ihre Arbeit, etwa eine deutschlandweite Online-Landkarte, die Anwendungsbeispiele und Testumgebungen aus der Industrie 4.0-Praxis anschaulich darstellt. "Qualifizierung und Arbeitsorganisation sind Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0. Neue Lernformen und Lernprozesse in zusammenwachsenden Wertschöpfungsketten können den Zugang für alle erleichtern. Dies ist aber ebenso wenig ein Selbstläufer wie eine menschengerechte Arbeitsorganisation", sagt Jörg Hofmann. "Mitbestimmung ist notwendige Voraussetzung erfolgreichen digitalen Wandels in Deutschland."

Wie wichtig Qualifizierung sowie eine gemeinsame Gestaltung von Arbeitsorganisation und Arbeitszeit ist, machte Jörg Hofmann auf dem IT-Gipfel mit seinen Redebeiträgen in zwei Diskussionsforen klar. Debattiert wurde hier zum einen über die Voraussetzungen und Herausforderungen für "Innovative Digitalisierung der Wirtschaft" und, in einer zweiten Diskussionsrunde mit dem Titel "Von der Telearbeit zum Mobile Office", über Chancen und Risiken digitaler Arbeit.

"Industrie 4.0 schafft neue Möglichkeiten, Wertschöpfungs- und Innovationsaktivitäten in Deutschland zu vertiefen, Marktanteile zu erobern und positive Impulse für die Entwicklung von Arbeit, Beschäftigung und Mitbestimmung zu geben", so Jörg Hofmann. "Allerdings sind Lösungsansätze hierzu bislang vor allem in großen, multinationalen Unternehmen vorhanden. Doch auch kleine und mittlere Unternehmen werden zunehmend gefordert sein, ihre Prozesse und Produkte zu digitalisieren und den Weg hin zu einer Industrie 4.0 offensiv mitzugehen.

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