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Industriepolitisches Konzept für Nordic-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde. Foto: igmetall-kueste.de

Schiffbauer protestierten gegen Aus der Nordic-Werften

"Das Know-how der Nordic-Werften sind ihre Schiffbauer"

10.03.2010 Ι Rund 1200 Werftarbeiter haben am 10. März vor dem Schweriner Landtag für den Erhalt der Nordic-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde protestiert. In der Staatskanzlei waren der Nordic-Eigentümer Jussufow und Ministerpräsident Sellering (SPD) zusammengekommen, um über die Zukunft der Werften zu beraten. Die Schiffbauer hoffen, dass die Transfergesellschaften, in der die meisten von ihnen seit Monaten untergebracht sind, verlängert wird.

"Ich hätte mir eine Einigung bei dem Spitzentreffen gestern Abend in der Staatskanzlei gewünscht, aber das ist leider nicht gelungen", erklärte die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, bei der Kundgebung vor dem Schloss. Drei Wochen vor dem geplanten Ende der beiden Wadan-Transfergesellschaften sei es höchste Zeit für ein endgültiges Signal von Schiffseigner Witali Jussufow.

Bei dem Spitzengespräch ging es unter anderem um den neuen Auftrag aus Russland, den Jussofow Anfang März angekündigt hatte. Bisher fehlt dafür ein Finanzierungskonzept. "Bis zum nächsten Gespräch mit dem Werfteigner sowie Bundes- und Landesregierung am 24. März muss die Finanzierung für den bereits unterschriebenen Auftrag stehen. Außerdem erwarten wir eine Verlängerung der Transfergesellschaft bis Ende Juli. Die Äußerungen von Ministerpräsident Sellering geben Anlass zur Hoffnung, dass das Land von seiner ablehnenden Haltung abrückt", sagte die IG Metall-Bezirksleiterin.

Know-how der Beschäftigten darf nicht aufs Spiel gesetzt werden
Die IG Metall Küste fordert vom Werfteigner, 1200 Beschäftigte einzustellen. Das hatte er vertraglich zugesichert. Das Know-how der beiden Nordic-Werften seien ihre Schiffbauer, sagte Blankau. "Wenn es für die Beschäftigten keine Perspektive auf den Werften gibt, müssen Alternativen her. Der Eigner muss auch über Teilveräußerungen von nicht betriebsnotwendigen Flächen zum Beispiel für die Offshore-Industrie nachdenken, sonst sind die Beschäftigten bald weg und Mecklenburg-Vorpommern verliert wertvolles Know-how", so die Gewerkschafterin.

Die Landesregierung kündigte an, in zwei Wochen darüber zu entscheiden, ob die Wadan-Transfergesellschaften verlängert werden. Die IG Metall plant für den 25. März auf den beiden Werften Belegschaftsversammlungen. "Nach dem nächsten Spitzengespräch erwarten die Beschäftigten eindeutige Antworten, wie es an den beiden Standorten und mit der Transfergesellschaft weitergeht. Die Gewerkschafterin lädt Ministerpräsident Sellering, Wirtschaftsminister Seidel und Herr Yusofov ein, auf den Versammlungen zu sprechen. Dort können sie den versprochenen Schulterschluss mit den Werftarbeitern unter Beweis stellen.

Windkraft auf den brachliegenden Werft-Flächen
Im Februar 2008 hatten die ehemaligen Wadan-Werften ihren letzten Auftrag verbucht. Aufgrund drastischer Überkapazitäten im Containerschiffbau waren sie in den Strudel der Wirtschaftskrise geraten. Witali Jussufow hatte Wadan im August 2009 für 40,5 Millionen Euro übernommen. Die derzeit brachliegenden Flächen der Nordic-Werft in Rostock-Warnemünde könnten Platz für die boomende Windkraftbranche bieten. Die Werft in Warnemünde verfügt über große Flächen, die nicht gebraucht werden. Viele Werft-Beschäftigte könnten in der Windkraftindustrie unterkommen.

Industriepolitisches Konzept notwendig 
Die IG Metall Küste fordert unter anderem ein industriepolitisches Konzept für die Standorte Wismar und Rostock, das Schiffbau, Offshore und Metallverarbeitung verbindet. Hierbei gilt es zu prüfen, ob sich Bund und Land an beiden Standorten gesellschaftsrechtlich beteiligen. Weiterhin besteht die IG Metall darauf, dass der Werfteigner mindestens 1200 Mitarbeiter, wie im Kaufvertrag festgelegt, auf den Werften beschäftigt. Alle Auszubildenden müssen ebenfalls übernommen werden. Die Banken müssen endlich ihrer Pflicht nachkommen und die Werften finanziell unterstützen. Es kann nicht sein, dass die Industrie in Mecklenburg-Vorpommern geopfert wird, um die Banken zu sanieren.

Die IG Metall empfiehlt dem Eigentümer, alle nicht betriebsnotwendigen Flächen zum Teil zu veräußern, damit sich schnellstmöglich Unternehmen ansiedeln können. Das schafft neue zusätzliche Arbeitsplätze. Die Transfergesellschaften müssen bis zum 31. Juli 2010 verlängert werden sowie die konjunkturelle Kurzarbeit, sollten beide Standorte nicht ausgelastet sein. Vor allem darf der Eigner nicht nachlassen, möglichst schnell für weitere Aufträge zu sorgen.

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