IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     
Insolvenz des Arbeitgebers - und was dann? Foto: IG Metall

Ratgeber: Insolvenz des Arbeitgebers - und was dann?

Bei Insolvenz haben Beschäftigte Ansprüche

Gerät ein Unternehmen in finanzielle Not, kann es ein Insolvenzverfahren beantragen. Für die betroffenen Belegschaften ist die Insolvenz ihres Arbeitgebers eine besonders schwierige Situation. Wie sicher ist mein Entgelt, mein Arbeitsplatz oder meine Betriebsrente? Eine Insolvenz muss nicht immer das Ende bedeuten. Im Ernstfall sollte allerdings schnell gehandelt werden.

Im Mai 2009 nahmen die Unternehmensinsolvenzen um 14,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Für 2010 hat das Statistische Bundesamt einen weiteren Anstieg prognostiziert.



Im Ernstfall sollte es schnell gehen
Beschließt das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren, ist die Insolvenz eröffnet.
Grundsätzlich gilt: Das Arbeitsverhältnis wird durch die Insolvenzeröffnung nicht unmittelbar berührt. Es besteht unverändert mit allen Rechten und Pflichten fort. Im Ernstfall sollte allerdings schnell gehandelt werden. Die Beschäftigten eines insolventen Unternehmens sind Gläubiger, wenn beispielsweise ihre Lohn- oder Gehaltsansprüche rückständig sind.

Rückständige Forderungen
Bei einer Insolvenz ist das Unternehmen zahlungsunfähig und kann den fälligen Zahlungspflichten nicht mehr nachkommen. Dem Schuldner ist so gut wie nie möglich, die Ansprüche aller Gläubiger vollständig zu erfüllen. Das Gesetz unterscheidet zwischen Masseverbindlichkeiten und Insolvenzforderungen. Masseverbindlichkeiten entstehen bei der Insolvenzeröffnung und werden vom Insolvenzverwalter vorrangig aus der Insolvenzmasse bezahlt. Dazu gehören beispielsweise Lohn- und Gehaltsansprüche der Beschäftigten, die nach der Insolvenzeröffnung fällig sind. Insolvenzforderungen stammen aus der Zeit vor der Insolvenzeröffnung. Das sind beispielsweise rückständige Lohn- und Gehaltsansprüche.

Löhne und Gehälter
Arbeitsentgelte, die bis zur Insolvenzeröffnung noch nicht bezahlt wurden, müssen beim Insolvenzverwalter als Insolvenzforderung angemeldet werden. Hierbei hilft die regionale IG Metall-Verwaltungsstelle. Die Agentur für Arbeit zahlt auf Antrag ein Insolvenzgeld. Dieses sichert die Löhne und Gehälter der letzten drei Monate vor der Insolvenzeröffnung. Damit keine Frist versäumt wird, sollten sich Mitglieder der IG Metall umgehend an ihre regionale IG Metall-Verwaltungsstelle wenden.

IG Metall und Betriebsrat helfen
Die IG Metall unterstützt Beschäftigte und Betriebsräte bei ihrem Engagement, das Unternehmen zu sanieren und Arbeitsplätze zu erhalten. Und sie hilft, Lohnansprüche zu sichern. Während des Insolvenzverfahrens bleibt der Betriebsrat im Amt. Der Insolvenzverwalter muss wie jeder Arbeitgeber sämtliche Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates beachten. Beschäftigte können sich direkt an den Betriebsrat wenden. Mitglieder können sich zudem in ihrer IG Metall-Verwaltungsstelle beraten lassen und Rechtsschutz in Anspruch nehmen. In ihrem Merkblatt für Mitglieder beantwortet die IG Metall die wichtigsten Fragen, um die es im Ernstfall geht.

Themen

Alles rund um Ihren Arbeitsplatz.

Links und Zusatzinformationen
Servicebereich