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Metall und Elektro: Paket aus Beschäftigungssicherung und Entgelt für den Südwesten steht. Foto: IG Metall

Metall und Elektro: Paket aus Beschäftigungssicherung und Entgelt für den Südwesten steht

Arbeitsplätze, Einkommen und Chancen für die Jugend gesichert

22.02.2010 Ι Die Tarifparteien der Metall- und Elektrobranche in Baden-Württemberg haben sich ebenfalls auf ein Gesamtpaket verständigt, das Beschäftigung und die Erhöhung der Entgelte sichert. Wenige Stunden, nachdem am 18. Februar für Nordrhein-Westfahlen der Pilotabschluss erzielt wurde, haben sich IG Metall und Arbeitgeber im Südwesten auf die Übernahme des NRW-Tarifabschlusses verständigt.

Jörg Hofmann, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg, bewertete das Gesamtpaket insgesamt positiv: "Die Beschäftigten haben gewonnen. Entlassungen können bis Mitte 2012 vermieden werden. Wir wollten ein Jobpaket. Wir konnten eines schnüren. Und wir wollten eine sichtbare Entwicklung der Entgelte. Auch das haben wir geschafft."

Erhöhung der Entgelte
Die gut 740 000 Beschäftigten in der Metall- und Elektrobranche Baden-Württemberg erhalten für die Monate Mai 2010 bis März 2011 eine Einmalzahlung von 320 Euro, Auszubildende 120 Euro. Die Auszahlung erfolgt in zwei Teilbeträgen jeweils zum 1. Mai und zum 1. Dezember 2010. Hinzu kommt eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von 2,7 Prozent zum 1. April 2011. Diese kann zwei Monate vorgezogen oder nach hinten verschoben werden. Der Entgelttarifvertrag ist bis zum 31. März 2012 gültig.

Tarifvertrag "Kurzarbeit, Qualifizierung und Beschäftigung"
Der neue Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung regelt neben den Bedingungen der konjunkturellen Kurzarbeit auch ein Modell der tariflichen Kurzarbeit. Betriebe können dann tarifliche Kurzarbeit nutzen, wenn die konjunkturelle Kurzarbeit nicht mehr möglich ist. Dies trifft beispielsweise zu, wenn die Bezugsdauer von 24 Monaten ausgeschöpft ist. Bereits im kommenden Herbst wird das in vielen Betrieben im Südwesten der Fall sein. Bei der tariflichen Kurzarbeit kann die Arbeitszeit auf bis zu 31,5 bis 28 Stunden reduziert werden. Für die abgesenkte Arbeitszeit erhalten die Beschäftigten einen Teillohnausgleich von 15,33 Prozent je ausgefallener Stunde. Während der tariflichen Kurzarbeit haben die betroffenen Beschäftigten einen erweiterten Kündigungsschutz. Betriebe, die sehr lange Kurzarbeit nutzen, um Beschäftigte zu halten, können im Rahmen des neuen Tarifvertrages die Remanenzkosten senken. Diese Kosten für nicht geleistete Arbeit werden mit rund 26 Prozent je Ausfallstunde veranschlagt. So können Betriebe mit mehr als 24 Monaten Kurzarbeit das Urlaubs- und Weihnachtsgeld der Kurzarbeiter entsprechend kürzen. Im Gegenzug haben die Beschäftigten einen erweiterten Kündigungsschutz.

Fünf Jahre für persönliche Weiterbildung
Um sich persönlich weiter zu bilden, einen Schulabschluss oder ein Studium zu absolvieren, können sich Beschäftigte für diesen Zeitraum freistellen lassen. Ihr Anspruch auf Weiterbeschäftigung bleibt erhalten. Auszubildende können diese Möglichkeit direkt nach ihrer Ausbildung nutzen. Der Mindestanspruch auf Übernahme verschiebt sich in diesen Fällen nach hinten. Weiterhin können ab einer Betriebsgröße von 500, in konzernabhängigen Betrieben ab 300 Beschäftigten ein Prozent der Belegschaft bis zu 48 Monate verblockte Teilzeit für eine Qualifizierung nutzen. Der neue Tarifvertrag "Kurzarbeit, Qualifizierung und Beschäftigung" hat eine Laufzeit bis 30. Juni 2012.

Weitere IG Metall-Bezirke wollen NRW-Tarifabschluss übernehmen
Die IG Metall in Bayern, in Niedersachen und Sachsen-Anhalt, in Berlin-Brandenburg-Sachsen und in der Küste haben angekündigt, ebenfalls den Pilotabshluss für Nordrhein-Westfalen vom 18. Februar zu übernehmen.

Die IG Metall in Bayern plant für die rund 720 000 Beschäftigten der Branche in Bayern den NRW-Abschluss eins zu eins zu übernehmen. Die beschäftigungssichernden Maßnahmen will sie den konkreten regionalen Besonderheiten anpassen. Die Übernahmeverhandlungen für Bayern sind am 23. Februar 2010. 

Die IG Metall in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt verhandelt am 25. Februar in Hannover die Übernahme des NRW-Abschlusses für die rund 100 000 Beschäftigten in Niedersachsen. Für die rund 40 000 Beschäftigten in Sachsen-Anhalt finden die Übernahmeverhandlungen am 2. März in Magdeburg statt. Die beschäftigungssichernden Maßnahmen will sie ebenfalls den konkreten regionalen Bedingungen anpassen.

Am 25. Februar 2010 strebt die IG Metall in Berlin-Brandenburg-Sachsen die Übernahme an und am 26. Februar verhandeln der IG Metall-Bezirk Küste und der Arbeitgeberverband Nordmetall die Übernahme für die rund 140 000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektrobranche.

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