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Maschinenbau - Chancen in Asien. Foto: IG Metall

Maschinenbau - Chancen in Asien

Alles China - oder was?

24.01.2011 Ι Schon einmal wurde die Verlagerung von Produktion ins Ausland als Allheilmittel gepriesen. Eine erste Verlagerungswelle sackte schnell in sich zusammen. Viele Firmen kehrten enttäuscht wieder nach Deutschland zurück. Jetzt wird einer Verlagerung im Maschinenbau neuerlich das Wort geredet. Vorsicht, meint die IG Metall und hat gute Argumente.
Die gute Nachricht lautet: Der deutsche Maschinenbau hat die heftige Krise 2008/2009 nahezu überwunden. 2013 wird sich die Branche vollständig wieder erholt und das Niveau von 2008 erreicht haben. Nach einer Studie von Roland Berger geht der Aufwärtstrend jedoch einher mit einem Verlagerungsdruck der Maschinenproduktion nach Asien und vor allem nach China.

Deutsche Maschinenbauunternehmen sollten deshalb ihre Strategie für China ändern, fordern die Autoren der Studie. Statt wie bisher vor allem auf Exporte zu setzen, sollten deutsche Unternehmen mehr direkt in China produzieren. Einige große Unternehmen wie Gildemeister oder Heidelberger Druckmaschinen haben bereits eine eigene Fertigung in China.

China holt gewaltig auf
Zweifellos ist China weiter am Aufholen. Das Leistungs- und Qualitätsniveau chinesischer Hersteller nähert sich dem europäischen Niveau. 2010 ist es China gelungen, zum Maschinenbau-Weltmeister aufzusteigen. Die IG Metall warnt indes vor einer Verlagerung von Produktion.

Zum einen könnten kleine und mittlere Betriebe schnell mit dem Aufbau ausländischer Standorte überfordert sein. Zum anderen könnte die Abwanderung der Produktion die von Forschung, Entwicklung und Konstruktion nach sich ziehen, kommentiert Constanze Kurz vom Vorstand der IG Metall die Roland-Berger-Studie.

Innovationskraft stärken
Um der Aushöhlung von Wertschöpfungsketten zu begegnen und die Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen zu stärken, seien verstärkt Kooperationen vor Ort, Technologietransfer sowie die Sicherung und beständige Weiterbildung von Fachkräften gefragt und gefordert. Die Entwicklung neuer Produkte und der Einsatz neuer Technologien schafft nicht allein den Durchbruch, um Innovationen zu entwickeln und neue Märkte zu erschließen.

"Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Erhalt und die Stärkung der Innovationskraft des deutschen Maschinenbaus ist die Verfügbarkeit und verstärkte Weiterbildung von Fachkräften, sprich Facharbeiter und Ingenieure", sagt Kurz. Ohne Produktion an den heimischen Standorten gerate die Innovationskraft und Wettbewerbskraft deutscher Unternehmen in Gefahr.

Impulse für deutsche Standorte
Auslandsaktive Unternehmen haben komparative Vorteile vor allem im Hinblick auf den Kundenzugang und die Nähe zu wichtigen Absatzmärkten. Daraus können sich frische Innovations- und Wachstumsimpulse auch für die deutschen Standorte ergeben. "Voraussetzung ist allerdings", so Kurz, "dass Letztere nicht vernachlässigt und ausgehöhlt, sondern konkurrenzfähig positioniert werden."

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass noch mehr Netzwerke zwischen Forschungsinstituten, Universitäten und Unternehmen aufgebaut und genutzt werden, um den Transfer von Ideen, Wissen und Technologien schneller voranzubringen.

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