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Kennametal-Mitarbeiter unterschreiben gegen Missbrauch von Leiharbeit

Kennametal-Mitarbeiter unterschreiben gegen Missbrauch von Leiharbeit

Unterschriftenaktion gegen Missbrauch von Leiharbeit

18.11.2010 Ι Weil sie den Missbrauch von Leiharbeit in ihrem Unternehmen nicht mehr hinnehmen wollten, haben die Kennametal-Mitarbeiter eine Unterschriftenaktion gestartet. Damit haben sie gezeigt, dass Belegschaften sich wehren können. Und sie haben sogar die Konzernzentrale in den USA aufgerüttelt.

Kennametal ist ein weltweit führender Anbieter von Werkzeugsystemen, Bauelementen und modernen Hochleistungswerkstoffen, die bei einer Vielzahl von Fertigungsverfahren eingesetzt werden. Vor der Krise hat der Konzern in großem Umfang Leiharbeiter eingesetzt. In der Krise waren das natürlich die ersten Mitarbeiter, die gehen mussten.

Leiharbeit schafft Arbeitnehmer zweiter Klasse
Nachdem die Auftragseingänge nun wieder steigen, knüpft der die Konzernleitung an diese Praxis wieder an. Neue Stellen werden überwiegend mit Leiharbeitern besetzt. Der Konzernbetriebsrat von Kennametall sieht diese Entwicklung mit Besorgnis. Antonio Lopez, Konzernbetriebsratsvorsitzender bei Kennametal, erklärt dazu: "Wir sind nicht gegen Leiharbeiter - wir sind aber gegen Leiharbeit. Und dafür gibt es gute Gründe: Leiharbeit schafft Beschäftigte erster und zweiter Klasse, Leiharbeit gefährdet feste Arbeitsplätze und vernichtet Erfahrungswerte und Qualifikationen."

Erfolgreiche Unterschriftenaktion gegen Missbrauch von Leiharbeit
Damit der Missbrauch von Leiharbeit ein Ende hat, startete der Konzernbetriebsrat bei Kennametall im Oktober 2010 auch eine Unterschriftenaktion an den unterschiedlichen Standorten. Insgesamt haben 2200 Kolleginnen und Kollegen unterschrieben. Das sind rund 80 Prozent der Belegschaft, die damit die Forderungen des Konzernbetriebsrates unterstützen:

  • gleiches Entgelt für gleiche Arbeit,
  • zeitliche Befristung von Leiharbeit,
  • Festübernahme nach längerer Beschäftigungszeit.


"Die Aktion hat sogar Wellen bis in die Konzernzentrale in den USA geschlagen", berichtet Lopez. Der Konzernbetriebsrat hatte die Untschriften am 10. November in einer Sitzung dem Arbeitsdirektor Matthias Pasler übergeben. Eine weitere Kopie werde außerdem in der nächsten Aufsichtsratssitzung dem Schweizer Prinzipal überreicht. Für den Betriebsrat und die IG Metall ist klar, dass die Konzernleitung die Aktion nicht ignorieren kann. Bruno Neumann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Essen, erklärt das Ziel der Aktion: "Die Mitarbeiter möchten eine Betriebsvereinbarung, die gleiches Geld für gleiche Arbeit garantiert. Das ist nur fair."

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