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Soziales Netzwerk mit Tücken

Facebook-Führerschein: Posten ohne Reue

15.08.2016 Ι Liken, Posten, Kommentieren - Soiale Netzwerke wie Facebook sind beliebt. Wer sich dort jedoch allzu freizügig gibt, dem droht nicht nur Gesichtsverlust, sondern auch Ärger mit dem Chef. Worauf man achten sollte.

Schon lange ist der digitale Lebenslauf im Internet für Arbeitgeber ein wichtiges Bewertungskriterium. Welche Seiten Du geliked hast oder auf welchen Fotos Dich Deine Freunde markiert haben, sagt Einiges über Dich aus. Und das kann - ohne Dich zu kennen - auch schon mal ein Negativ-Bild erzeugen. Aber auch bei einem bereits bestehenden Arbeitsverhältnis kann man sich mit zu viel Offenheit Einiges vermiesen - oder gar eine Kündigung provozieren. Deshalb ist es wichtig, dass Du auf die richtigen Privatsphäre-Einstellungen Deines Facebook-Profils und auf ein bewusstes Nutzungsverhalten achtest.

Klar, der Schneid-Laser in der Fertigungshalle wirft schöne Funken. Und die in allen Farben blühenden Blumen auf dem Schreibtisch der Kollegin könnte man doch auch mal eben knipsen und posten, oder? Nein, besser nicht. Dass man sich auf Facebook nicht über seine Firma oder Kollegen oder gar den Chef äußern sollte, ist den meisten wahrscheinlich klar. Gleiches gilt aber auch für Bilder aus dem Innenleben eines Betriebs. Und auch während der Arbeitszeit, der Berufsschule oder Krankheit sollte man generell auf das Posten verzichten. Das gilt auch für Bilder von Azubi-Events, von Seminaren oder Ausflügen. Darauf solltest Du auch Deine Kolleginnen und Kollegen hinweisen, die eventuell Fotos von Dir posten wollen.

Copyright: Fotolia / DDRockstar

Foto: Fotolia / DDRockstar

 

Beiträge nur Freunden sichtbar machen

Doch nur die Kombination aus einem bewussten Umgang mit Facebook und den Häkchen an den richtigen Stellen Deiner Privatsphäre-Einstellungen verschafft Dir Sicherheit und schützt Dich und Deine Kolleginnen und Kollegen. Facebook bietet Dir beispielsweise mehrere Möglichkeiten einzustellen, wer Deine Posts sehen kann. Du kannst für jeden einzelnen Beitrag entscheiden, ob er öffentlich sichtbar sein soll, nur Freunden oder nur ganz bestimmten Freundeslisten. Auch lassen sich Gruppen wie beispielsweise "Bekannte" ausschließen. Wir empfehlen Dir jedoch einzustellen, dass Deine Beiträge generell nur Freunde sehen können. Zu dieser und allen anderen Einstellungen gelangst Du über das Schloss-Symbol oben rechts in Deinem Profil.

 

Freundeslisten pflegen - "Arbeit" als "Blacklist"

Über verschiedene Listen hast Du eine weitere Möglichkeit zu kontrollieren, wer welche Deiner Beiträge sehen darf. Schließlich sind nicht alle Deine Facebook-Freunde auch richtige Freunde. Du kannst beispielsweise eine Liste "Arbeit" anlegen und dort Deine Kolleginnen und Kollegen einordnen. Voreingestellt gibt es bereits die Liste "Eingeschränkt", die Du zu diesem Zweck auch nutzen kannst. Der eigene Chef sollte dort auf jeden Fall landen. Die Listen verwalten kannst Du auf der Startseite in der linken Navigationsleiste unter der Rubrik "Freunde".

 

Chronik-Beiträge verstecken

Auch für Deine Chronik gibt es Einstellungsmöglichkeiten, die Du nutzen solltest. Etwa, wer etwas auf Deiner Chronik posten darf. Wir empfehlen Dir in jedem Fall, diese Einstellung auf "Nur ich" einzustellen. Nebenbei: Mit der Funktion "Anzeigen aus der Sicht von ." kannst Du Dir anschauen, wie andere User Dein Profil sehen.

 

Facebook-Gruppen Gründen

In noch kleinerem Kreis lässt es sich über Facebook-Gruppen kommunizieren. Die kann jeder nach Belieben anlegen. Ist die Gruppe gegründet, kannst Du beispielsweise Familienmitglieder oder Arbeitskollegen und Freunde aus dem Fußballverein einladen. Die Inhalte können nur die eingeladenen Personen sehen. Eine gute Möglichkeit, sich über gemeinsame Interessen auszutauschen.

 

"Markierungen" zustimmungspflichtig machen

Am besten postest Du nur Bilder von Dir, die Du sonst bedenkenlos jedem zeigen würdest. Die Metadaten der Fotos solltest Du trotzdem vorher entfernen. Damit ist es jedoch noch nicht getan - denn auch andere können Bilder von Dir hochladen und Dich auf diesen Bildern markieren. Diese sogenannten Markierungen solltest Du unbedingt zustimmungspflichtig machen. Dein Titel- und Profilbild solltest Du möglichst neutral halten: deren Sichtbarkeit lässt sich nicht einschränken.

 

Wer findet Dich auf Facebook? - Crawlability

Wenn Du nicht willst, dass jemand Dein Facebook-Profil über eine Suchmaschine wie beispielsweise Google findet, dann musst Du Deine Privatsphäre-Einstellungen entsprechend ändern. Facebook geht nämlich erst mal davon aus, dass Du von möglichst vielen Leuten gefunden werden willst: Nimm in den Privatshäre-Einstellungen das Häkchen raus bei "Möchtest Du, dass Suchmaschinen außerhalb von Facebook Dein Profil anzeigen?". Du kannst auch verbieten, dass Fremde Deine Freundeslisten durchstöbern können - eine empfehlenswerte Einstellung.

 

Bewusster Umgang mit persönlichen Daten

Viele wissen nicht, dass standardmäßig alle Freunde die Kontaktdaten einsehen können. Das lässt sich ändern - und das solltest Du auch ändern: Lege fest, wer Deine Telefonnummer, Anschrift und E-Mail-Adresse sehen darf. Du hast diese Informationen gar nicht angegeben? Umso besser. Auch kannst Du einstellen, dass Facebook-Partnerseiten Deine Daten nicht über das soziale Netzwerk beziehen können.

 

Berechtigungen für Apps einsehen

Online-Spiele sind beliebt. Um sie spielen zu können, musst Du zustimmen, dass der Anbieter Deine persönlichen Daten einsehen darf. Und die Apps sind teils unverschämt neugierig. Darauf solltest Du schon beim Herunterladen achten. Bei bereits installierten Spielen und Apps kannst Du das Schnüffeln nachträglich verbieten. Auch lassen sich Werbe-Anfragen von Anwendungen gezielt blockieren.

Das Wichtigste zu Nutzungsverhalten und Einstellungen findest Du zusammengefasst auf unserem Flyer zum Herunterladen:

 

Links und Zusatzinformationen
Die wichtigsten Infos immer dabei