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Interview mit Monja Woitzek zu "Europa Step by Step". Foto: Andreas Reinshagen

Interview mit Monja Woitzek zu "Europa Step by Step"

"Wir müssen in Europa gemeinsam Dinge angehen"

31.08.2009 Ι metallzeitung sprach mit Monja Woitzek. Monja war Teilnehmerin des IG Metall-Seminars der Reihe "Europa Step by Step" in Tolpuddle/England. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen dort Gewerkschaftsarbeit in anderen europäischen Ländern kennen. Das Interview führte Andreas Reinshagen aus dem Redaktionsteam der metallzeitung 9/2009.

Monja Woitzek, 28 Jahre alt, kommt aus Dinslaken. Sie arbeitet bei Tyssen-Krupp Steel in Duisburg, ist dort Mitglied der IG Metall-Vertrauenskörperleitung und war sechs Jahre in der Jugendvertretung. Wie sie von der IG Metall-Seminarreihe "Europa Step by Step" erfahren hat, was sie von europäischer Gewerkschaftsarbeit hält und welchen Tipp sie Teilnehmern im nächsten Jahr gibt, erfahren Sie im Gespräch mit ihr.

metallzeitung: Wie bist du zum Seminar "Europa Step by Step" gekommen?
Monja: Ich habe einen  Flyer in die Finger bekommen. Mein Bauchgefühl hat gesagt: anmelden! Und dann war ich dabei.

metallzeitung:Welche Einblicke und Eindrücke hast du in den Workshops von Europa schon vor London bekommen?
Monja: Ich habe Eindrücke bekommen. Es geht längst nicht allen so gut wie uns. Die Ausbildung ist auch nicht überall so gut wie bei uns. Es gibt verbesserungswürdige Dinge, die wir angehen müssen - an denen wir gemeinsam arbeiten müssen.

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: Die Qualifikationsreihe ist ja auch an eine Sprachausbildung gekoppelt. Wie gefällt dir der Englischunterricht? Fällt es dir leicht Englisch zu sprechen?
Monja: Englisch war auf jeden Fall eine Hürde, wo ich gedacht habe: das ist zu viel für mich. Wobei der Englischkurs super ist. Man wird hier gut an die Thematik rangeführt, obwohl er eigentlich sehr fortgeschritten ist.  Durch den Zwang Englisch sprechen zu müssen,fällt die Grenze sehr schnell. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das hin bekomme, denn ich hatte sehr große Angst Englisch zu sprechen.

metallzeitung: Haben sich seitdem deine Sprachkenntnisse verbessert?
Monja: Definitiv, weil die Englischlehrerin auch einen abhohlt - und das an dem sprachlichen Stand, auf dem man sich gerade befindet. Man braucht keine Angst zu haben.

metallzeitung: Hast du die Eindrücke wirklich "Step by Step" bekommen?
Monja: Wir wurden nicht ins kalte Wasser geworfen. "Schritt für Schritt" sind wir an die Thematik herangeführt wurden. Die Seminarreihe hat definitiv den Namen verdient.

metallzeitung: Warst du vorher schon mit Europa in Verbindung mit Gewerkschaftsarbeit vertraut?
Monja: Wir hatten einmal eine Demo bei Tyssen-Krupp vom Europäischen Metallarbeiterbund (EMB). Für mich war es neu, dass sich Gewerkschaften auch auf europäischer Ebene verbinden und ich war sofort begeistert. Das find ich ganz wichtig. Es war schön, das hier noch mal in der Tiefe zu erleben.

metallzeitung: Welche Einblicke hast du gerade in europäische Gewerkschaftsarbeit bekommen?
Monja: Wir waren in Brüssel beim EMB und diversen anderen Einrichtungen. Es ist schwierig auf europäischer Ebene zu arbeiten: die verschiedenen sprachlichen Probleme, die bei einer europäischen Gewerkschaftsarbeit entstehen. Jedes Land hat andere Voraussetzungen, andere humane Bedingungen - die alle zu bündeln ist sehr schwierig. Es ist eindeutig notwendig, dass wir europäische Standards bekommen. Es kann nicht sein, dass in einem Europa die Arbeitsbedingungen so unterschiedlich sind.

metallzeitung: Wie kannst du persönlich das im Seminar gelernte in deiner gewerkschaftlichen Arbeit oder im Betrieb mit einfließen lassen?
Monja: Ich bin Mitglied in der IG Metall-Vertrauenskörperleitung im Betrieb und habe im Vorfeld der Europawahl viel Wahlwerbung für die Wahlbeteiligung gemacht. Das mache ich jetzt auch für die Bundestagswahl. Ich versuche die Leute zu mobilisieren. Europa ist eben nicht weit weg, sondern direkt vor der Tür. Wir sind Europa.
Es ist wichtig, dass wir uns in Zukunft auch an europäischen Aktionen beteiligen, nicht nur in Deutschland.

metallzeitung: Denkst du persönlich, dass es wichtig ist, dass sich auch Gewerkschaften europäisch vernetzen?
Monja: Eindeutig. Ein ganz klares "JA".

metallzeitung: Was ist dein persönliches Fazit für Europa Step by Step?
Monja: Sollte man mal mitgemacht haben. Bringt einen persönlich sehr weiter. Mir persönlich hat es eine Menge gegeben. Für mich war es ein Einstieg für weitere Dinge. Ich weiß, dass ich mich politisch in Richtung Europa weiter ausbilden lassen möchte.

metallzeitung: Welchen Tipp gibst du Teilnehmern , die sich für das nächste Jahr anmelden möchten?
Monja: Keine Angst zu haben. Einfach die Dinge, die da kommen auf einen zukommen lassen.
Man wird hier super aufgenommen und macht großen Spaß. Einfach mitmachen und was erleben, wo man sonst die Möglichkeit gar nicht hat.

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