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Helga Schwitzer fordert Moratorium für Entlassungen. Foto: IG Metall

Helga Schwitzer fordert Moratorium für Entlassungen

Kommt nach der Bundestagswahl die Entlassungswelle?

22.07.2009 Ι Die Unternehmen verschieben geplante Entlassungen aus politischen Gründen auf die Zeit nach der Bundestagswahl. Diese Befürchtung hat das geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall, Helga Schwitzer, geäußert. Um das zu verhindern, schlägt die Gewerkschafterin ein "Moratorium in Sachen Entlassungen" vor.

In einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Rundschau" forderte Helga Schwitzer die Unternehmen auf, das Instrument der Kurzarbeit für die vollen 24 Monate zu nutzen. Doch leider griffen bereits jetzt schon viele kleinere und mittlere Unternehmen zu Entlassungen, weil sie Liquiditätsengpässe befürchten. Andere verschöben dagegen die geplanten Entlassungen in den Herbst.

Den Konsens gegen Entlassungen erneuern
"Für die Gesellschaft insgesamt, aber auch für Betroffene ist Kurzarbeit jedoch noch immer besser und billiger als Arbeitslosigkeit", schreibt Schwitzer. Die Unternehmen profitierten ebenfalls. Mit Ausbruch der Krise hätten sich Gewerkschaften und Unternehmen in die Hand versprochen, Entlassungen zu vermeiden.

Dies sei bisher auch geschehen und dies habe zu einer erfreulich hohen Zahl an Beschäftigten geführt - gemessen an der Krise. Das IG Metall-Vorstandsmitglied mahnte, diesen Konsens jetzt nicht zu verlassen, sondern im Gegenteil zu erneuern.

Wege der Beschäftigungssicherung
Die Metallerin mahnte jedoch: "Längerfristig wird eine derart öffentlich subventionierte Umverteilung des geringer gewordenen Arbeitsvolumens allerdings der Situation nicht angemessen sein. "Schließlich werde das Arbeitsvolumen im Jahr 2013 um mindestens zehn Prozent gesunken sein. Das gelte auch für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich die Wirtschaft schnell wieder erhole.

Daher seien die Gewerkschaften gut beraten, sich über zusätzliche Instrumente der Beschäftigungssicherung Gedanken zu machen - "ausdrücklich inklusive Arbeitszeitverkürzung". Zudem sollte es älteren Beschäftigten ermöglicht werden, früher und zu akzeptablen Bedingungen aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Schwitzer: "Das schafft zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für Jüngere."

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