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Deutschland ist Europameister bei der Leiharbeit

Schluss mit der Billignummer

18.02.2011 Ι Arbeit muss auch in Zukunft sicher und fair sein. Leiharbeit, Befristungen, Werkverträge und Auszubildende ohne dauerhafte Übernahme sind keine Zukunftsperspektive. Arbeit ist der wertvollste Rohstoff, den Deutschland besitzt. Deshalb setzt die IG Metall alles daran, dass Schluss ist mit der Dumpingstrategie der Arbeitgeber.

Etwas läuft schief in Deutschland. Kein anderes Land hat so schnell den Turnaround aus der Krise geschafft. Kaum irgendwo hat sich der Arbeitsmarkt so gut erholt. Doch dieses Bild hat viele Schattenseiten: Zwar haben immer Menschen Arbeit, doch viele stecken in prekären Jobs. Das sogenannte Beschäftigungswunder beruht vor allem auf Leiharbeit und befristeten Stellen. Junge Menschen hangeln sich von einem Werkvertrag zum nächsten oder stehen nach der Ausbildung auf der Strasse. 

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit - ein Grundsatz, der in der Charta für Menschenrechte verankert ist und den die Gewerkschaften fordern. Auch die Mehrheit der deutschen Bürger hält es für falsch, Leiharbeiter schlechter zu behandeln als Stammbeschäftigte. Das hat eine Umfrage von "Zeit Online" ergeben. Das zeigt: Die Gewerkschaften stehen mit ihrer Forderung nach Equal Pay nicht allein.

Das Ausufern prekärer Beschäftigungsverhältnisse gefährdet die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, fordert: "Arbeit darf nicht zur Ramschware verkommen". Denn Arbeit ist der wertvollste Rohstoff, den Deutschland besitzt. Made in Germany steht auch im Ausland immer noch für Qualität. Doch dieser Ruf nimmt immer mehr Schaden.

Noch verfügt die deutsche Industrie über gut qualifizierte Fachkräfte. Doch dieser Vorteil droht zu schwinden. Denn immer mehr Unternehmen setzten auf die Billignummer. Sie bieten freie Stellen nur in der Leiharbeit oder befristet an. Das führt dazu, dass Qualifikationen, Motivation und Kreativität, die die Arbeitnehmer in den Arbeitsprozess einbringen, immer mehr verloren geht. Auf Dauer wird das fatale Folgen haben.

Mit Werkverträgen beispielsweise werden wir nicht den Kampf um die besten Köpfe in Deutschland gewinnen. Mit gut qualifizierten Auszubildenden, die nach der Ausbildung gar nicht oder nur befristet übernommen werden, können wir nicht den künftigen Nachwuchs in den Betrieben sichern. Das funktioniert nur, wenn wir den jungen Menschen nach der Ausbildung oder dem Studium eine Perspektive bieten.


"Wir müssen die verloren gegangene Ordnung am Arbeitsmarkt wieder herstellen", fordert Berthold Huber. Diese Ordnung darf nicht durch prekäre Beschäftigung vollständig zerbrechen. Die Arbeitgeber führen das Argument der Flexibilität an. Doch ihnen geht es vor allem um Lohndumping und tariffreie Zonen. Das hat Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeber unverhohlen zugegeben. Angesichts der Forderung nach Equal Pay für Leiharbeiter ab dem ersten Tag, hat Hundt angekündigt, dass die großen Unternehmen eine entsprechende Regelung umgehen werden. Übersetzt bedeutet das nichts anderes als Lohndumping. Metallarbeitgeber nutzen Leiharbeit, weil sie dauerhaft niedrigere Löhne gegenüber den Stammbeschäftigten bietet. Weil damit die betriebliche Mitbestimmung umgangen werden kann und keine tariflichen Regeln der Metall- und Elektroindustrie gelten.

Zur Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland gehören gut ausgebildete und motivierte Arbeitnehmer. Dazu muss unwürdige und prekäre Arbeit eingedämmt und dem Lohndumping ein Riegel vorgeschoben werden. Die Politik ist aufgefordert, zu handeln und die Ordnung auf dem Arbeitsmarkt wieder herzustellen.

 

Daher ruft die IG Metall für den 24. Februar bundesweit zu einem betrieblichen Aktionstag für faire und sichere Arbeit auf.

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