IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     
armtrotzarbeit

Altersarmut: Jobbende Rentner

Ohne Gegenmaßnahmen droht wachsende Altersarmut

23.08.2011 Ι Im vergangenen Jahr gingen rund 660 000 Menschen zwischen 65 und 74 Jahren einer geringfügigen Beschäftigung nach. Im Jahr 2000 lag die Zahl noch bei 416 000. Die IG Metall rechnet mit wachsender Altersarmut aufgrund sinkender Renten und prekärer Beschäftigung.
Nach Auffassung der Bundesregierung hat die steigende Zahl der Menschen, die auch im Ruhestand arbeiten, allerdings nichts mit zunehmender Altersarmut zu tun. "Es ist einfach so, dass mehr Menschen über 65 noch arbeiten möchten", hieß es aus Regierungskreisen.

Steigende Altersarmut

Anders sieht dies die IG Metall. "Die Bundesregierung verniedlicht die Probleme. Die meisten über 65-Jährigen arbeiten nicht aus Neigung, sondern aus Not! Schon heute haben über 400 000 Menschen die Grundsicherung im Alter in Anspruch genommen. Immer mehr prekäre Arbeit, Massenarbeitslosigkeit und ein sinkendes Rentenniveau führen zu stärkerer Altersarmut, erklärte Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Bereits jetzt sei ein Anstieg der Altersarmut zu beobachten. Sollte sich die Entwicklung fortschreiben, fürchtet Urban, werde Altersarmut zum Massenphänomen.

Die unter Rot/Grün vorgenommenen Verschlechterungen der Rentenformel seien noch nicht einmal voll wirksam. Auch die von der Großen Koalition beschlossene Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 tritt erst ab 2012 schrittweise in Kraft. Nach Ansicht Urbans seien damit weitere, drastische Rentenkürzungen für die zukünftigen Rentner vorprogrammiert. Deswegen fordert die IG Metall einen grundlegenden Kurswechsel in der Arbeitsmarkt- und in der Rentenpolitik.


Mindestlöhne und Equal Pay

Tatsächlich werden in Zukunft immer mehr Menschen in Rente gehen, die als Junge längere Zeit arbeitslos waren oder als prekär Beschäftigte kaum fürs Alter vorsorgen konnten. Es ist notwendig, prekäre Beschäftigung einzudämmen. Deshalb macht sich die IG Metall zudem insbesondere für allgemeinverbindliche Mindestlöhne sowie die gleiche Behandlung und - Bezahlung von Leiharbeitnehmern gegenüber fest angestellten Beschäftigten stark. Das würde die Gehälter von fast einem Viertel aller  Beschäftigten sofort spürbar verbessern und damit positive Wirkung auf die Renten haben. Deshalb ist eine wirksame Regulierung auf dem Arbeitsmarkt der richtige Weg gegen Altersarmut.

Themen

Alles rund um Ihren Arbeitsplatz.

Links und Zusatzinformationen
asf_box_kampagne_leiharbeit
Hotline für Mitglieder

Für alle Fragen rund um die Leiharbeit hat die IG Metall für Leiharbeitnehmer, die Mitglied sind, eine Hotline eingerichtet. Unter 0800 - 4463488 können sie sich kostenfrei beraten lassen.

Servicebereich