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Wie der Fachkräftebedarf gesichert werden kann.

Wie der Fachkräftebedarf gesichert werden kann

Gut arbeiten und aufsteigen

24.10.2014 Ι Die Arbeitnehmer wünschen sich einen guten Job, der sie ausfüllt und der ihnen Chancen zur Weiterentwicklung bietet. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis belegen: Unternehmen, die Gute Arbeit und attraktive Aufstiegsmöglichkeiten bieten, müssen sich um fehlende Fachkräfte keine Sorgen machen.

Zunehmender Stress, gesundheitschädliche Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung - das sind allzuhäufig die Bedingungen in den Betrieben. Doch damit motiviert man niemanden. Das gilt auch dann, wenn Aufstiegswillige nicht vorankommen oder qualifizierte Beschäftigte nicht ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden. So werden leider allzu häufig Talente ausgebremst.

Tatsächlich ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt mit über 41 Millionen Erwerbstätigen und einer niedrigen Arbeitslosenquote gut. Die Statistik zeigt jedoch nur ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Lage. Der Arbeitsmarkt ist tief gespalten. Schlecht bezahlte und unsichere Arbeit nehmen zu. Gut Arbeit mit sicheren und fair bezahlten Jobs geht zurück. Um den Bedarf an Fachkräften nachhaltig zu sichern, muss diese Spaltung überwunden werden.

 

Arbeit wird immer stärker verdichtet, entgrenzt und intensiviert. Diese Entwicklung ist  für viele Beschäftigte zu einer Quelle des Leidens geworden. Mit immer weniger Personal wird immer mehr produziert oder in gleicher Zeit mehr geleistet. Um die psychische Gesundheit zu schützen, fordert die IG Metall seit Jahren eine Anti-Stress-Verordnung. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Belastungen und der zunehmende räuberische Umgang mit der Arbeitskraft zu Lasten der Gesundheit gehen. Eine Folge ist, dass viele Beschäftigte lange vor dem eigentlichen Rentenalter aus dem Erwerbsleben ausscheiden müssen. Das ist nicht nur gegenüber den betroffenen Beschäftigten unverantwortlich, das ist auch nicht mit dem Ziel der Fachkräftesicherung nicht vereinbar.

 

Attraktive Arbeitsbedingungen

Wie wichtig attraktive Arbeitsbedingungen sind, zeigt sich in Ostdeutschland: Dort konnten zwar in einigen Branchen und Regionen nach der Wende die industriellen Strukturen erhalten und weiterentwickelt werden, doch häufig sind die Arbeitsbedingungen wenig attraktiv. Viele jüngere Beschäftigte wandern in den Westen ab und Arbeitnehmer, die in den Nachkriegsjahren geboren wurden, gehen demnächst in Rente. Zu befürchten ist, dass sich in Ostdeutschland die Nachfrage nach Fachkräften künftig in besonderer Weise verschärfen könnte.

 

Es gibt eine weitere große Gruppe die beim Thema Fachkräfte, von den Unternehmen gerne vergessen wird: Die Frauen. Trotz ihrer Qualifikation werden sie öfter als Männer nicht entsprechend ihrer Ausbildung eingesetzt und sind dazu auch meist noch schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Oft arbeiten die Frauen nur in Teilzeit. Viele von ihnen würden zwar die Arbeitszeit aufstocken, doch es fehlen die notwendigen Maßnahmen und Angebote. Sie können häufig nicht länger arbeiten, weil sie keine Betreuungsmöglichkeiten für ihren Nachwuchs finden oder die Betriebe keine flexiblen Arbeitszeiten anbieten. Notwendig ist daher, dass die Unternehmen Arbeitsbedingungen anbieten, bei denen sich Beruf und Familie besser vereinbaren lassen. Zudem müssen geschlechtsspezifische Vorurteile abgebaut und die oft vorhandene Lohnungleichheit zulasten von Frauen abgeschafft werden.

 

Die Bedürfnisse der Beschäftigten aufgreifen

Mit Guter Arbeit, familienfreundlichen Bedingungen sowie besseren Qualifizierungs- und Entwicklungsangeboten können Unternehmen sich bei der Suche um Fachkräfte gute Perspektiven verschaffen. Die IG Metall will das Thema flexible Arbeitszeiten anpacken. Ein erster Schritt ist eine Bildungsteilzeit, die sie in der Metall-Tarifrunde angehen will. Dabei geht es der IG Metall darum, Realitäten zu ändern. Flexibilität darf nicht mehr nur ein Anspruch der Arbeitgeber sein. Beschäftigte wollen wieder mehr über ihre Zeit selbstbestimmen. Hat die IG Metall mit der Bildungsteilzeit Erfolg, wäre sie der Türöffner für weitere selbstbestimmte Arbeitszeiten, die den Bedürfnissen der Beschäftigten gerecht werden - hin zu einer besseren Vereinbarkeit von Arbeit und Leben.

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