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Metall-Tarifrunde 2012: Konjunkturelle Ausgangslage

Zwischen Erfolg und Unsicherheit

19.01.2012 Ι Mit einem rigiden Sparkurs will sich Europa aus der Euro- und Finanzmarktkrise heraussparen. Doch was uns die Politik als Allheilmittel verkaufen will, könnte die Krise noch verschärfen. Gerade in Krisenzeiten kommt der Kaufkraft und damit den Löhnen eine hohe Bedeutung zu. Sie könnten hierzulande als zweites Standbein neben dem Export die Wirtschaft stabilisieren.

Der internationalen und europäischen Finanzmarktkrise zum Trotz scheint die Welt hierzulande noch in Ordnung: Die Unternehmen in Deutschland haben in den vergangenen zwei Jahren satte Gewinne eingefahren. Allein die DAX-Firmen werden 2012 rund 25 Milliarden Euro Dividenden ausschütten. 


Auch für die Metall- und Elektroindustrie lief es rund: Bis September verbuchten sie ein Auftragsplus von knapp 13 Prozent gegenüber 2010 und sie produzierten 15,4 Prozent mehr Güter und Dienstleistungen. Nachdem die jüngste Wirtschaftskrise fast 300 000 Arbeitsplätze gekostet hatte, sind zwischen Frühjahr 2010 und Herbst 2011 wieder rund 177 000 neue Jobs entstanden. Nach Angaben von Gesamtmetall hat die Metall- und Elektroindustrie im letzten Quartal 2011 die krisenbedingten Einbrüche wett gemacht und wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Die Branche ist seither auf Wachstumskurs.


Bisher hat die Finanzmarktkrise noch nicht auf die Realwirtschaft durchgeschlagen. Und nach der aktuellen Prognose des ZEW hat sich der Konjunkturhimmel - nachdem sich die Aussichten im Herbst verdüstert hatten - nun wieder aufgehellt. Trotzdem bleibt die Finanz- und Eurokrise der Risikofaktor Nummer eins.


Euro- und Finanzmarkt

Dass man sich aus der Euro- und Finanzkrise nicht heraussparen kann, hat nun auch die Weltbank festgestellt und vor einer Verschärfung der Krise gewarnt: "Der Abschwung in Europa und ein schwächeres Wachstum in den Entwicklungsländern erhöhen das Risiko, dass sich die beiden Entwicklungen gegenseitig verstärken und im Ergebnis ein noch schwächeres Ergebnis steht."

In der Folge der Euro- und Finanzmarktkrise kann es weltweit zu einer Kreditverknappung für die Wirtschaft kommen. Folglich könnte die Wirtschaftsentwicklung im Euro-Raum stagnieren, und der Export zurückgehen. Davon kann sich Deutschland dann nur begrenzt abheben. Gründe dafür sind die große Abhängigkeit vom Export und die schwache Binnennachfrage hierzulande.


Europa stabilisieren

Um diesen Trend umzukehren, ist eine weitgehende Demokratisierung von Politik auf nationaler und europäischer Ebene erforderlich. Die IG Metall fordert von der Politik:

  • Die Einführung einer Bankenabgabe und einer Finanztransaktionssteuer. Das würde Spekulationen verteuern und Geld in die öffentlichen Kassen spülen.
  • Eurobonds als gemeinsame Anleihen aller Euroländer um die Zinslast für die Defizitländer zu senken.
  • Einen europäischen "Marshallplan", der den Krisenländern hilft, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen.
  • Zudem müssen die Krisenländer vor Spekulationen abgeschirmt werden, um die Finanzierung ihrer Haushalte sicherzustellen.


Kaufkraft stärken

In einer Zeit schwacher Konjunktur und wegbrechender Exportmärkte gewinnt die Inlandsnachfrage an Bedeutung, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Deshalb sind höhere Löhne wichtig. Denn so kann auch für mehr Kaufkraft gesorgt werden. Dafür will die IG Metall mit einer angemessenen Tariferhöhung sorgen.

Tarif

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