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Berendsen-Beschäftigte demonstrieren vor der Hauptversammlung in London

Berendsen-Beschäftigte demonstrieren vor der Hauptversammlung in London

Berendsen-Frauen diskutieren mit dem Management

25.04.2013 Ι 30 Wäscherinnen von Berendsen-Healthcare protestierten vor der Aktionärsversammlung in London gegen die brutalen Methoden in Deutschland: Das Management kürzt Löhne und Urlaub und verlängert die Arbeitszeit. Wer sich weigert, wird erpresst und gemobbt. Das könnten die Aktionäre ändern - indem sie auf nur 0,3 Prozent ihrer Dividende verzichten.

Der Kampf der Wäscherinnen von Berendsen Healthcare gegen drastische Lohnkürzungen und Arbeitszeitverlängerung geht weiter: Am Donnerstag demonstrierten 30 Frauen vor der Aktionärsversammlung des Berendsen-Mutterkonzerns in London. Sie waren in Bussen aus den Standorten Neustadt/Orla, Lübbenau, Vechta und Hagen angereist.

 

Delegation der Berendsen-Frauen in London


Berendsen erpresst seine Wäscherinnen - Aktionäre machen Kasse

Seit November fährt Berendsens deutsche Krankenhaus-Sparte "Healthcare" einen brutalen Kurs gegen ihre Beschäftigten: Die Frauen sollen auf mehr als einen Euro Stundenlohn verzichten - was für viele nur noch acht Euro bedeutet, sowie auf fünf Urlaubstage - was nur noch 25 statt 30 Tage Jahresurlaub bedeuten würde. Zudem sollen Urlaubs- und Weihnachtsgeld wegfallen. Und schließlich will Berendsen Healthcare auch noch längere Arbeitszeiten durchboxen. Insgesamt bedeuten die Einschnitte Lohnverluste von 2000 bis 3000 Euro im Jahr für die Frauen.

Beschäftigte, die die neuen Arbeitsverträge nicht akzeptieren, werden gemobbt, versetzt und gefeuert. Verhandlungen mit der IG Metall lehnt das Management ab. Dabei macht der Berendsen-Konzern satte Gewinne. Der Aktienkurs ist auf Rekordniveau. Und die Aktionäre konnten sich auf der Hauptversammlung über eine Dividende von 17,5 Pence je Aktie freuen. Insgesamt schüttet Berendsen 30 Millionen Pfund an seine Anteilseigner aus.

 

0,05 Pence je Aktie für eine Zukunft ohne Einschnitte

Das passt nicht zusammen, finden die Berendsen Frauen. Vor der Hauptversammlung in London machten sie daher die Aktionäre auf die Missstände in Deutschland aufmerksam und forderten: Verzichtet auf 0,05 Pence Dividende je Aktie - umgerechnet etwa 0,3 Prozent Eures Gewinns. Das genügt, um eine Zukunft der deutschen Standorte von Berendsen Healthcare ohne Lohnkürzung, Arbeitszeitverlängerung und Kündigungen zu ermöglichen.


 

Berendsen-Delegation bei dem CEO Peter Ventress

 

Zur Überraschung der Delegation wurde die Frauen zu einer Diskussion mit dem CEO Peter Ventress eingeladen. Sie konnten bei dem Empfang den Erpressungsdruck und ihre persönliche Situation darstellen und fordern die Aufnahme von Verhandlungen über eine Tarifbindung unter Beteiligung des internationalen Managements.

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