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Tarifpolitik: Einheitlicher Manteltarifvertrag für Metaller in Sachsen vereinbart

Tarifpolitik: Einheitlicher Manteltarifvertrag für Metaller in Sachsen vereinbart

Mehr Weihnachtsgeld für Metaller in Sachsen

30.09.2014 Ι In Sachsen erhalten Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie künftig genauso viel Weihnachtsgeld wie ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen. Das hat die IG Metall jetzt durchgesetzt. Damit gelang ihr ein weiterer Schritt auf dem Weg zu gleichen Arbeitsbedingungen in Ost und West.
25 Jahre nach dem Mauerfall, der gerade in der ganzen Republik gefeiert wird, ist die Mauer in der Wirtschaft immer noch nicht ganz abgetragen. Seit der deutschen Wiedervereinigung engagieren sich die Gewerkschaften für gleiche Einkommen und Arbeitsbedingungen in Ost und West. Jeder Erfolg, den sie dabei erzielten, mussten sie den Arbeitgebern in zähen Auseinandersetzungen abtrotzen.

Jetzt hat die IG Metall einen weiteren Etappensieg erreicht. Sie erzielte ein Verhandlungsergebnis über das Weihnachtsgeld. Beschäftigte in der sächsischen Metall- und Elektroindustrie, für die die Tarifverträge gelten, erhalten künftig nach drei Jahren Betriebszugehörigkeit 55 Prozent ihres Monatslohns zusätzlich als Weihnachtsgeld. Damit bekommen sie genauso viel wie ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen. Bisher standen ihnen nur 50 Prozent zu.

Gleicher Lohn, gleicher Urlaub

Monatsentgelt, Urlaubsgeld und Urlaubstage sind schon seit einiger Zeit in Ost- und Westdeutschland gleich. Noch nicht erreicht ist das Westniveau bei der Wochenarbeitszeit: Im Osten wird 38 Stunden gearbeitet, also drei Stunden länger als im Westen. Auch das Weihnachtsgeld ist bisher im gesamten Osten fünf Prozent niedriger als im Westen. Sachsen ist das erste ostdeutsche Bundesland, in dem die Angleichung an den Westen gelang. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird die IG Metall aber auch darüber mit den Arbeitgebern reden.

Einheitlich

In Sachsen hat die IG Metall zudem einen neuen einheitlichen Manteltarifvertrag (EMTV) vereinbart - den ersten gemeinsamen Manteltarifvertrag für Angestellte, Arbeiter und Auszubildende. Darin wurden viele gute Regelungen der beiden vorherigen Mantelverträge erhalten, einige auch verbessert.

So sind befristete Verträge stark begrenzt worden. Schichtarbeiter erhalten 30 Minuten zusätzliche Pause. Und wer gesundheitliche Probleme hat und das mit einem Attest belegen kann, kann von der Schichtarbeit befreit werden. Nicht nur für gewerbliche Arbeitnehmer, sondern auch für Angestellte gilt künftig, dass ihr Einkommen gesichert bleibt, wenn sie nicht mehr voll leistungsfähig sind. Der Kündigungsschutz für Ältere wurde verbessert. Beschäftigte, die sich weiterbilden wollen, können sich bis zu zwei Wochen von der Arbeit freistellen lassen.

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

Mit Tarifvertrag geht's gerechter zu:

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