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Gute Bildung verbessert die Zukunftschancen junger Menschen

Gute Bildung verbessert die Zukunftschancen junger Menschen

Nur gute Ausbildung wirkt gegen Fachkräftemangel

Eine gute Ausbildung ist der beste Einstieg in ein erfolgreiches Berufsleben. Von ihrer Qualität hängen nicht nur Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten ab. Junge Menschen gut auszubilden ist zudem das beste Mittel, den drohenden Fachkräftemangel abzuwenden. Dafür macht sich die IG Metall stark.

Wie ist es eigentlich gelaufen, das Ausbildungsjahr 2010? Der Ausbildungsmarkt in Deutschland hat sich in 2010  nicht berappelt: Der seit Monaten positive Arbeitsmarkttrend ist am Ausbildungsmarkt nicht angekommen. 560 000 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in 2010 bedeuten im Vergleich zum Vorjahr (564 000) noch einmal ein Minus von knapp einem Prozentpunkt. 85 000 Bewerber zählen als völlig unversorgt.

Die aktuelle Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt
Trotz des angeblich drohenden Fachkräftemangels blieb das Angebot an Ausbildungsplätzen in 2010 in fast allen Berufen hinter der Nachfrage zurück.

Jahr für Jahr verkünden Arbeitgeber und Bundesregierung eine entspannte Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Währenddessen steigt die Zahl der Jugendlichen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Das Statstische Bundesamt hat ermittelt, dass mehr als 1,5 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren keinen Berufsabschluss haben.



Fachkräftemangel muss nicht sein

Bedingt durch den demographischen Wandel wird es für Betriebe immer schwieriger, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Bereits jetzt schon gibt es hierzulande in einigen Regionen und Berufen massive Besetzungsprobleme. Im Bereich der IG Metall sind jedoch bisher lediglich einige Büroberufe von dieser Entwicklung betroffen. Die IG Metall gibt sich viel Mühe, bei der Entwicklung attraktiver Berufe für Jugendliche zu helfen. Sie bringt ihren Sachverstand mit vielen Experten ein.

Den Schwierigkeiten in einigen Bereichen, Auszubildende zu finden, stehen paradoxerweise viel zu viele Jugendliche gegenüber, die keinen Ausbildungsplatz finden. Darunter befinden sich nicht nur leistungsschwache Schulabgänger sowie junge Menschen mit Migrationshintergrund oder aus bildungsschwachen Familien, sondern auch viele, die "ausbildungsreif" sind - also mit attestierter Eignung.

Um dem Fachkräftebedarf gerecht zu werden, muss das vorhandene Ausbildungspotenzial wesentlich rascher und besser genutzt werden. Dazu müssen die Unternehmen jedoch bereit sein, bei der Auswahl neuer Auszubildender kompromissbereiter zu sein. Im Jahr 2010 wurden 256 000 Bewerber (46%) registriert, welche die Schule bereits seit mehr als einem Jahr verlassen hatten. Potential ist also noch reichlich vorhanden.

Chance für Jugendliche mit Förderbedarf

Vier von zehn Industrieunternehmen besetzen Ausbildungsplätze mit keinem Jugendlichen, der einen Förderbedarf hat. Mangelnder Ausbildungsreife und fehlendem Basiswissen bei jungen Bewerbern kann nur mit besserer Bildung engegengewirkt werden. Hier müssen nicht nur die Schulen besser werden, sondern die Unternehmen müssen ebenfalls umdenken.

Kluge Betriebe handeln zweigleisig: Einerseits drängen sie in ihrer Region darauf, dass die Schulen besser werden und die Absolventen somit besser vorbereitet sind für den Ausbildungsmarkt. Zum Zweiten stellen die Betriebe sich darauf ein, Jugendlichen mit Defiziten mehr individuelle Förderung anzubieten.

Recht auf Ausbildung für alle
Noch immer landen Jahr für Jahr fast 400 000 Jugendliche im "Übergangssystem" zwischen Schule und Beruf - ohne Chance auf eine qualifizierte Ausbildung. Für die IG Metall ist es ein Skandal, dass junge Menschen sinnlose Warteschleifen und schulische Maßnahmen durchlaufen müssen, die weder ihnen selbst noch der Wirtschaft nutzen und die den Jugendlichen anschließend oftmals schlechtere Bildungsoptionen bescheren als vorher: Deshalb gehören solche "Übergangssysteme" komplett abgeschafft.

Gute Bildung braucht Zeit
Junge Menschen brauchen nicht nur einen Ausbildungsplatz, sondern auch eine qualifizierte und gute Ausbildung. Eine gute Ausbildung zu einem verantwortungsvollen Facharbeiter oder einer Facharbeiterin dauert mindestens drei Jahre. Eine zweijährige "billigere" Schmalspur-Ausbildung, wie sie viele Arbeitgeber und das Wirtschaftsministerium anstreben, kann das nicht leisten und bietet darüber hinaus kaum berufliche Entwicklungsperspektiven. Denn gut qualifizierte Ausgebildete gehen nicht nur einer interessanteren und abwechslungsreicheren Tätigkeit nach. Sie werden auch deutlich seltener erwerbslos als gering Qualifizierte. Deshalb unterstützt die IG Metall Betriebsräte sowie Jugend- und Ausbildungsvertreter bei ihrer gesetzlichen Aufgabe, die Qualität der Ausbildung im Betrieb zu überwachen.


Unsichere Arbeits- und damit Zukuftsperspektiven: Vor alle junge Menschen können ihr Leben schlechter planen.

Das bedeutet in der heutigen Arbeitswelt aber auch, dass der Lernprozess mit dem formalen Bildungsabschluss nicht endet. Lebenslanges Lernen wird mehr und mehr unverzichtbar. Die IG Metall bietet in vielen Tarifverträgen Hilfe beim Organisieren und Durchsetzen der nötigen Weiterbidlung an. Hier leistet außerdem der Job-Navigator der IG Metall eine gute Orientierungshilfe.

Übernahme: IG Metall-Tarifverträge machen es möglich
Immer weniger Auszubildende werden von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen, während Belegschaften immer länger arbeiten müssen. In der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen ist die Erwerbslosenquote mit 14,9 Prozent fast doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung.

Unternehmen, die jungen Menschen nach ihrer Ausbildung die Übernahme verweigern, nehmen ihnen damit die Chance auf einen guten Start ins Berufsleben. Eine abgeschlossene Ausbildung verliert ohne Berufserfahrung schnell an Wert. Arbeitgeber suchen meist erfahrene Arbeitnehmer, die nur eine Übernahme und Festanstellung bieten können.

Junge Beschäftigte haben ein Recht auf eine berufliche Zukunft zu fairen Bedingungen und mit gerechter Bezahlung. Die IG Metall hat in vielen Tarifverträgen die Übernahme nach der Ausbildung geregelt. Die neuen Tarifverträge "Zukunft in Arbeit" (ZiA) und "Zukunft in Bildung" (ZiB) garantieren beispielsweise die Übernahme für mindestens ein Jahr und eine höhere Ausbildungsvergütung sowie mehr Bildung.

Aktiv mit der "Operation Übernahme"
Die Übernahme nach der Ausbildung ist ein Kernthema der IG Metall-Jugend. Mit ihrer Kampagne "Operation Übernahme" hat sie sich ein klares Ziel gesetzt: Wir wollen die Zukunftsperspektiven junger Menschen verbessern, indem wir für die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden kämpfen.

Kampagnen

Für ein gutes Leben

Links und Zusatzinformationen
Ausbildungsvergütung. Foto: Webgalerist/Fotolia.de
Mit Tarif mehr in der Tasche
Wie viel bekommen Auszubildende mit IG Metall-Tarifveträgen?
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Hotline für Mitglieder

Für alle Fragen rund um die Leiharbeit hat die IG Metall für Leiharbeitnehmer, die Mitglied sind, eine Hotline eingerichtet. Unter 0800 - 4463488 können sie sich kostenfrei beraten lassen.

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