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Betriebsratswahlen: Starke Frauen - starke Betriebsräte. Foto: IG Metall

Betriebsratswahlen: Starke Frauen - starke Betriebsräte

Metallerinnen in die Betriebsräte

06.03.2014 Ι "Wer die Besten will, kann auf Frauen nicht verzichten." Stimmt. Und diese Frauentags-Botschaft gilt auch für die Betriebsratswahlen. Aktive Betriebsrätinnen berichten, warum es besser ist, wenn mehr Frauen in den Betriebsräten mitmischen.
"Frauen machen den Betriebsrat lebendiger", sagt Elisabeth Stößer. "Sie bringen mehr Kreativität, lebhafte Kommunikation, Vielfalt, wichtige Kompetenzen, Schwung und neue Ideen ein - und eben den Blick der Kolleginnen". Elisabeth Stößer ist Betriebsratsvorsitzende bei Apelt im Schwarzwälder Oberkirch. Drei Viertel der Beschäftigten bei dem Decostoffhersteller sind weiblich. Am 1. April ist dort Betriebsratswahl und es werden noch Kandidatinnen gesucht.

Warum es wichtig ist, dass viele Frauen in Betriebsräten mitmischen? Damit "ihre Anliegen Gehör finden und berücksichtigt werden - wie bei der ergonomischen Gestaltung der Arbeitsplätze oder familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen", sagt Ulrike Ocsofszki, Vertrauensfrau beim Armaturenhersteller Grohe in Lahr im Schwarzwald.

Frauen machen Betriebsräte stark

Metallerinnen können in den Betriebsratsgremien deutliche Zeichen setzen - unter anderem für gerechte Bezahlung, gute Arbeitszeiten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bei letzterem konnte der Betriebsrat beim Textilproduzenten Apelt einiges erreichen. Elisabeth Stößer: "Bei uns ist Teilzeit im Schichtbetrieb und bei den kaufmännischen Angestellten möglich. Die Arbeitszeit kann auch individuell geregelt werden."

Die IG Metall unterstützt engagierte Frauen auf dem Weg zu einem starken Betriebsrat. Sie hilft ihnen dabei, sich auch für die Rechte der Frauen im Betrieb stark zu machen. In den Betriebsratsgremien wissen Metallerinnen immer, was im Betrieb läuft und können gegenüber dem Arbeitgeber vor allem für ihre Kolleginnen Verbesserungen durchsetzen.

Außerdem hat sich die IG Metall vorgenommen, weiblicher zu werden. Dieses Ziel hat der IG Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel für die nächsten Jahre formuliert. Dabei bieten die Betriebsratswahlen eine Chance, dieses Ziel umzusetzen. Zwar mischen mehr Frauen denn je mit, wenn es um Demokratie im Betrieb geht. Aber da ist in einigen Betrieben noch Luft nach oben drin.

Vorbildfunktion Betriebsrat

Silke Lüdtke, Betriebsrätin bei Vattenfall Europe Kundenservice in Hamburg, hätte gern "mehr Frauen im Betriebsrat, die sich für die Belange der Beschäftigten einsetzen. Unsere Belegschaft besteht aus Frauen und Männern und das sollte sich auch in der Interessenvertretung widerspiegeln." Und ihre Betriebsratskollegin Iris Wildhagen-Fröstler bei ArcelorMittal ergänzt: "Nur Frauen kennen die Probleme von Frauen. Frauen werden häufig immer noch als Arbeitnehmerinnen zweiter Klasse gesehen. Wir haben Rechte, die wir selbst vertreten und durchsetzen wollen."

Denn Frauen übernehmen nicht nur im Privaten Verantwortung, sondern auch im Job. Sie entscheiden selbst, wie sie leben - und sie wollen mitentscheiden, wie sie arbeiten: Für faire und transparente Eingruppierung bei Lohn und Gehalt, für Arbeitszeiten, die genug Raum für Privates und Familie lassen und für gleiche Karrierechancen ohne Diskriminierung. Für viele Frauen ist das in der Arbeitswelt noch ein Traum.

Der Niedriglohnsektor ist überwiegend weiblich. Unabhängig von ihrer Position verdienen Frauen 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Und auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatem ist für sie oft schwieriger als für Männer und einige Aufstiegswege bleiben ihnen ganz verschlossen.

"Das Thema Gleichberechtigung klingt alt und verbraucht, ist aber wichtig!" - sagt Natascha Meier. Die junge JAV-Vorsitzende kandidiert erstmals beim Hamburger Logistikunternehmen Still für den Betriebsrat. Der Betriebsrat sollte eine Vorbildfunktion haben, sagt Natascha Meier. "Vielleicht schafft man es so, mehr Frauen für höhere Positionen zu begeistern."

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