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Betriebsrätepreis 2014: sechs nominierte IG Metall-Betriebsräte

Betriebsrätepreis 2014: sechs nominierte IG Metall-Betriebsräte

Preisverdächtige Betriebsratsarbeit

28.10.2014 Ι Am 30. Oktober ist es soweit: Dann wird im Rahmen des Deutschen Betriebsräte Tages in Bonn der Betriebsrätepreis 2014 ausgezeichnet. Mit dem Preis werden jährlich das Engagement und die wertvolle Arbeit von Arbeitnehmervertretern gewürdigt. Dieses Mal sind sechs IG Metall-Betriebsräte nominiert.
Es ist eine Auszeichnung, die oft nur Insidern bekannt ist. Täglich ringen Betriebsräte um gute Lösungen für Beschäftigte und Unternehmen. Für ihr Engagement und ihre vorbildliche Arbeit werden die Interessenvertreter mit dem Betriebsrätepreis gewürdigt und ausgezeichnet. In diesem Jahr wurden 88 Projekte eingereicht, aus dem Organisationsbereich der IG Metall sind sechs nominiert. Am 30. Oktober werden in Bonn auf dem "Deutschen Betriebsräte Tag 2014" die Projekte vorgestellt und der Preis verliehen.

Ob Standortsicherung, Qualifizierungsfragen, Regelungen für mobiles Arbeiten oder Verbesserungen für Kollegen mit Werkvertrag - fast immer sind es die Betriebsräte, die Probleme im Unternehmen anpacken und Verbesserungen herbeiführen. Um erfolgreich zu sein, brauchen sie nicht nur ein hohes Maß an Wissen, sondern auch Kreativität und Engagement. Das zeigt die Palette der eingereichten Projekte.

Bessere Bedingungen im Job

"Flexibel arbeiten - bewusst abschalten" - das ist das Motto einer Betriebsvereinbarung bei BMW. Bei dem Autobauer ist seit Jahresbeginn unstrittig: wer von daheim oder von unterwegs aus arbeitet, mit dem Smartphone E-Mails beantwortet oder telefoniert, der arbeitet. Deshalb können die Beschäftigten ihre Mobilarbeitszeit auch in die Arbeitszeitkonten eintragen und dafür frei nehmen oder früher nach Hause gehen. Mit der Mobilarbeit kann die Arbeitszeit flexibel auf verschiedene Arbeitsorte und Tageszeiten aufgeteilt und in vielerlei Weise mit der klassischen Büroarbeit kombiniert werden - egal ob als ganztägige oder tagesanteilige Mobilarbeit.

Die Betriebsräte von BMW haben noch ein weiteres Projekt eingereicht. Dabei geht es um die berufliche Weiterbildung. Das Unternehmen wollte auf neue Technologien umsatteln. Der Betriebsrat forderte, dass die Beschäftigten auf die Umstellungen vorbereitet werden. Nun verhandeln am Standort Landshut das Management und der Betriebsrat in einem gemeinsamen Strategiekreis auf Augenhöhe um den Veränderungsprozess im Betrieb und wie die Beschäftigten dafür qualifiziert werden.

Standorte und Arbeitsplätze gesichert

Um ein Zukunftskonzept für den Standort geht es bei Siemens in Leipzig. Die Konzernleitung wollte viele Jobs verlagern. Betriebsrat und Belegschaft erarbeiteten daraufhin ein Konzept, das die Münchner Siemens-Zentrale letztendlich überzeugte. Mittlerweile wird in Leipzig die Steuerung für eine Anlage hergestellt, mit der überschüssige Energie, die aus erneuerbaren Energiequellen stammt, gespeichert werden kann.

Beteiligung war auch der entscheidende Faktor bei der Jenoptik ESW in Essen. Auch dort war der Standort in Gefahr. Der Betriebsrat beteiligte die Beschäftigten auf Betriebsversammlungen und bei vielen kreativen Aktionen. Das zahlte sich aus: Ergebnis ist ein Zukunftssicherungstarifvertrag plus Standortsicherung bis 2020.

Sich austauschen und mit einer Stimme sprechen - das hat sich bei den 109 Standorten der 30 Autohandelsgesellschaften unter dem Dach der VGRD Wolfsburg nun als Vorteil erwiesen. Denn bislang waren die Arbeitsbedingungen und Mitbestimmungskulturen unterschiedlich. Mithilfe eines Tarifvertrags konnte nun eine übergeordnete Mitbestimmungsstruktur in der VGRD Gruppe geschaffen sowie die Charta der Arbeitsbeziehungen des Volkswagenkonzerns im Tarifvertrag fixiert werden. Jetzt gibt es zentrale Standards für Vergütung und Qualifizierung und an allen Standorten wurden Betriebsräte gewählt.

Verbesserungen für Beschäftigte mit Werkvertrag

Den Missbrauch von Werkvertragsbeschäftigten verhindern - das ist das Anliegen des Betriebsrats der Meyer-Werft in Papenburg. Nachdem zwei rumänische Arbeiter im Juli 2013 bei einem Brand ums Leben kamen, gründete sich auf Initiative des Betriebsrats eine Task Force, die systematisch die Arbeitsbedingungen der Werkvertragsbeschäftigten untersuchte. Inzwischen gibt es einen Tarifvertrag der Mindeststandards bei Werkverträgen regelt.

Alle Beispiele zeigen: Betriebsräte leisten einen wichtigen Beitrag nicht nur für die eigene Belegschaft, sondern für die Gesellschaft. Mit dem Betriebsrätepreis werden dieses Engagement und diese gute Arbeit gewürdigt und bekannt gemacht. In diesem Jahr zum elften Mal.

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Exklusiv für Betriebsräte
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Auf Initiative der Zeitschrift "Arbeitsrecht im Betrieb" wird einmal jährlich der Deutsche Betriebsrätepreis verliehen. Mit dem Preis wird die vorbildliche Arbeit von Betriebsräten anerkannt, gewürdigt und ausgezeichnet.

 

Sechs IG Metall-Betriebsräte nominiert
In diesem Jahr sind sechs Gremien aus dem Organisationsbereich der IG Metall für den Betriebsrätepreis nominiert.  

Betriebsrätepreis
Der Betriebsrätepreis in den Vorjahren
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