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Aktiv gegen Rassismus im Beruf. Photo: Kalle Jipp, Photocase

Ratgeber: Aktiv gegen Rassismus im Betrieb

Hinhören, hinsehen, einmischen

20.03.2014 Ι Fremdenfeindlichkeit am Arbeitsplatz hat viele Gesichter: Kollegen reißen rassistische Witze, ausländische Kolleginnen und Kollegen bekommen weniger Gehalt bei gleicher Arbeit oder werden auf der Karriereleiter ausgebremst. Darüber sollte niemand schweigend hinwegsehen. Wir geben Tipps, wie man argumentieren und wirkungsvoll widersprechen kann.
Diskriminierung beginnt schon im Alltag. Beispielsweise dann, wenn behauptet wird,   "Ausländer sind sounso..." und "nehmen uns die Arbeitsplätze weg". Solche Bemerkungen hört man immer wieder. Da solche Einstellungen überall in der Gesellschaft vertreten sind, spielen sie auch in der Arbeitswelt eine Rolle. Aber rechte und diskriminierende Sprüche grenzen aus und stören das soziale Miteinander, egal ob in der Freizeit, am Fließband, im Büro oder beim gemeinsamen Essen in der Kantine.

 

Ein offenes Wort hilft

Aber was kann man konkret tun, wenn der vormals "nette Kollege" plötzlich rassistische Witze reißt? Wenn die Kollegin aus dem Nachbarbüro lästert, beleidigt und mobbt? Bei fremdenfeindlichen Sprüchen oder Verhalten einzugreifen, erfordert Mut und die Courage sich einer Auseinandersetzung zu stellen. Dennoch: Hinschauen und widersprechen, wenn andere rassistisch angefeindet werden, ist der erste Schritt im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Gewalt. Wer mit diskriminierendem oder gar rassistischem Verhalten der Kolleginnen und Kollegen nicht einverstanden ist, darf und sollte das auch offen aussprechen.

Oft haben schon kleine Zeichensetzungen im Betrieb große Wirkung. Es kann schon helfen, wenn man beim "Sprücheklopfen" nachfragt: "Woher weißt Du das denn?", "Kannst Du mir erklären, wie a) und b) zusammenpassen?", "Hast Du dafür mal ein konkretes Beispiel?". Nachfragen verstrickt Parolenschwinger oft in Widersprüche oder weist auf Absurditäten der Argumentation hin. Wichtig ist: Immer sachlich bleiben, auch wenn das Gegenüber persönlich wird.

 

Verbündete suchen

Wer argumentiert schon gern allein gegen die "nette Kollegin" von nebenan. Viele im Betrieb finden Rassismus sicherlich ebenso abscheulich und widerlich. Daher hilft es, das Gespräch mit anderen Kolleginnen und Kollegen zu suchen und im Büro, in der Abteilung oder der ganzen Firma über Ideologien und Auftreten von Rechtsextremisten aufzuklären. Ein solidarisches Betriebsklima funktioniert nur, wenn möglichst vielen Menschen im Betrieb Mut gemacht wird, sich gegen rassistisches Verhalten zu positionieren.

Die Betriebszeitung ist ein gutes Medium, um über das Leben und die Geschichte von Leuten aus Zuwandererfamilien und Flüchtlingen zu berichten. Das schafft Solidarität!

Betriebsrat und Arbeitgeber einbeziehen

Beschäftigte mit Migrationshintergrund sind in der Belegschaft gleichberechtigt zu integrieren. Das regelt das Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Hier heißt es, dass Betriebsräte und Arbeitgeber die Pflicht haben, rassistische Äußerungen und Handlungen im Betrieb abzustellen. Zusätzlich zum AGG kann der Betriebsrat nach dem Betriebsverfassungsgesetz aktiv werden. Wenn es im Betrieb also rassistische Tendenzen gibt, muss der Betriebsrat und auch der Arbeitgeber Bescheid wissen.

Sollten jedoch weder solidarische Kollegen, noch ein Betriebsrat und auch kein aufgeschlossener Chef zu finden sein, dann bleibt den Betroffenen immer noch der Rechtsweg. Klar, eine solche Klage ist nur das letzte und unangenehmste Mittel, doch man muss dabei nicht allein bleiben. Insbesondere die IG Metall steht dabei mit Rat und Tat zur Seite - und bietet ihren Mitgliedern sogar kostenlosen Rechtsschutz.

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