2. Solidarisch finanzieren
Derzeit wird die gesetzliche Rente vor allem von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern getragen. Viele Besserverdiener – Ärztinnen, Anwälte, Architektinnen, Politiker – bleiben außen vor. Ebenso wie Beamte. Sie alle haben eigene Einrichtungen für die Altersvorsorge oder sie erhalten eine Pension.
Die IG Metall sagt: Künftig sollen alle Erwerbstätigen in die Rentenversicherung einzahlen. Das würde die Rentenversicherung langfristig stärken und die Finanzierung auf eine solidarische Basis stellen.
Die Erwerbstätigenversicherung soll nur für die Menschen gelten, die neu in den Beruf eintreten. Dadurch entsteht ein finanzieller Puffer für die Zeit, in der die geburtenstarken Jahrgänge der „Babyboomer“ in Rente sind.
3. Flexible Übergänge schaffen
Schon das aktuelle Renteneintrittsalter von 67 Jahren ist für die Mehrheit der Beschäftigten nicht erreichbar: 53 Prozent gehen davon aus, dass sie unter ihren aktuellen Arbeitsbedingungen nicht bis zur Regelalterssgrenze arbeiten können und es vorzeitige Ausstiegoptionen geben muss. Doch ein früherer Renteneintritt bedeutet: Hohe Abschläge bei der Rente.
Die IG Metall fordert eine erreichbare Altersgrenze und flexible, sozial abgesicherte Übergänge in den Ruhestand. Die „Rente ab 63“ war ein Schritt in diese Richtung. Allerdings gilt sie nur für wenige Jahrgänge.
Mit dem „Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente“ (TV FlexÜ) hat die IG Metall bereits für viele Beschäftigten einen Anspruch auf Altersteilzeit durchgesetzt.
4. Zusatzvorsorge für alle
Betriebsrenten sind eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Rente. Die IG Metall setzt sich ein für eine flächendeckende Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) – finanziert vom Arbeitgeber. Betriebsräte sollen bei der Altersversorgung stärker mitreden dürfen.
Neben der bAV braucht es weitere Möglichkeiten für die Altersversorgung – und zwar innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung, ohne teure Privatvorsorge. Die Idee der IG Metall heißt „Soli-Rente Plus“. Der Grundgedanke: Beschäftigte erhöhen ihre Rentenansprüche indem sie zusätzlich Geld in die Rentenversicherung einzahlen können.
5. Steuerzuschuss und Beiträge
Für eine gute Rente brauchen wir auch moderat höhere Rentenbeiträge und Steuerzuschüsse. Beides ist nicht nur gut angelegt, sondern auch gerecht. Denn bei den Rentenbeiträgen zahlen die Arbeitgeber mit. Die private Vorsorge tragen die Beschäftigten alleine.
Die Steuerzuschüsse dienen vor allem zur Finanzierung von Aufgaben, die die Rentenversicherung übernimmt, obwohl dafür keine Beiträge geflossen sind. Beispiel: Die sogenannte Mütterrente.
Viele Generationen, ein Anliegen
In der öffentlichen Debatte wird die Rentenfrage oft als „Kampf der Generationen“ inszeniert. Das nützt nur denjenigen, die die gesetzliche Rente kaputt kürzen wollen.
Tatsächlich haben alle Generationen ein Interesse an einem zukunftsfesten Rentensystem – gerade auch die Jüngeren. Ihr Berufsleben ist oft unbeständiger als das älterer Generationen. Dadurch haben sie es schwerer, ausreichend Rentenansprüche aufzubauen.
Die IG Metall wirbt für den Dialog der Generationen und für eine solidarische Rentenpolitik. Ziel ist ein gerechter Ausgleich.
Und was bedeutet es nun für unsere zukünftige Rentnerin Petra, wenn die Forderungen der IG Metall umgesetzt werden? Sie könnte, wenn sie 2034 in Rente geht, mit deutlich mehr Geld rechnen: Statt eines schleichenden Kaufkraftverlustes hätte sie (in heutigen Werten) sogar eine höhere Rente – mindestens 100 Euro mehr im Monat.
Tipp: Das gesamte Rentenkonzept der IG Metall gibt es hier.