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Leiharbeit: Wechsel in Festanstellung ist schwierig

Leiharbeit: Wechsel in Festanstellung nur für Wenige möglich

Arbeitgeber sparen auf Kosten der Leiharbeiter

21.05.2010 Ι Leiharbeit wird noch immer häufig als "Sprungbrett" in unbefristete Arbeitsverhältnisse bezeichnet. Dabei belegen die Zahlen etwas ganz anderes: über 60 Prozent der Leiharbeiter stehen nach einem Wechsel noch immer in keinem Normalarbeitsverhältnis. Und auch Gesamtmetall-Chef Kannegießer gibt zu, dass Leiharbeiter bei gleicher Bezahlung für die Entleihbetriebe zu teuer würde.

Nur jeder dritte Leiharbeitnehmer schafft es, beim Jobwechsel in ein Normarbeitsverhältnis zu kommen. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Hans-Böckler-Stiftung zwischen Dezember 2006 und April 2008. Alle anderen Leiharbeiter fanden wieder einen Leiharbeitsvertrag, erhielten einen befristeten Arbeitsvertrag oder nur einen 400-Euro-Job.



Nach der Krise als Leiharbeiter wieder eingestellt
Nachdem Leiharbeit 2003 weitgehend dereguliert wurde, stiegen die Beschäftigungszahlen der Branche zunächst sprunghaft an. Doch in der Wirtschaftskrise ging es ebenso steil bergab. Von einem Tag auf den anderen verlor fast jeder dritte Leiharbeitnehmer seine Stelle. Mittelfristig rechnen Experten damit, dass die Zahl der Leiharbeitnehmer auf bis zu 2,5 Millionen Beschäftigte ansteigen wird - und das so Stammarbeitsplätze ersetzt werden.
In Baden-Württemberg ist das bereits der Fall: Nach einer Blitzumfrage der Bezirksleitung Baden Württemberg unter 266 Betriebsratsgremien zeigt sich, dass in 27 Prozent der befragten Betriebe die Leiharbeit wieder zunimmt. 18 Prozent der Betriebsräte beklagten, die Leiharbeit hätte Stammarbeitsplätze vernichtet.

Beschäftigte zweiter Klasse
Für die Betriebsräte in Baden-Württemberg ist klar, dass Leiharbeit noch immer Beschäftigte zweiter Klasse schafft. Und sie deklarieren Leiharbeit als Instrument, Kosten zu sparen: "Leiharbeit verschafft den Beschäftigten in den allermeisten Fällen keinen Zugang zu fester Beschäftigung im Entleihbetrieb. Sie ist und bleibt ein Instrument der Arbeitgeber, sich aus der sozialen Verantwortung gegenüber den Beschäftigten zu stehlen, Belegschaften zu spalten und die Interessensvertretung zu schwächen", heißt es in einer Erklärung von IG Metall-Betriebsräten aus dem Bezirk Baden-Württemberg.
Gesamtmetall-Chef Martin Kannegießer hat das gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" quasi zugegeben. Kannegiesser versuchte die ungleiche Bezahlung von Leiharbeitnehmern und Stammbelegschaften damit zu begründen, dass Leiharbeiter nicht "den gleichen Beitrag zur Wertschöpfung" leisteten. Dass Leiharbeit so oft eingesetzt wird, beweist allerdings das Gegenteil. Leiharbeiter verrichten oft die gleiche Arbeit für weniger Geld. Die Initiative der IG Metall für gleiche Bezahlung von Leiharbeitern, stößt daher bei Kannegießer auf wenig Gegenliebe: Bei gleicher Bezahlung, so argumentiert er, werde Leiharbeit für die Entleihbetriebe zu teuer. Also ist Leiharbeit doch ein Instrument zur Kosteneinsparung.

Initiative für faire Leiharbeit
Damit Leiharbeit gerade nicht als Personalmaßnahme eingesetzt werden kann, hat die IG Metall die Initiative faire Leiharbeit gestartet. Und in vielen Betrieben Besservereinbarungen für Leiharbeiter erzielt. Und jeder kann mitmachen, für faire Leiharbeit.

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Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, zum Thema Leiharbeit.
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