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Leiharbeit: Gesamtmetall-Präsident Kannegießer spricht von Kostenreduzierung

Leiharbeit: Gesamtmetall spricht von Kostenreduzierung

"Kannegiesser hat die Katze aus dem Sack gelassen."

04.06.2010 Ι Gesamtmetall reagiert auf die von der IG Metall gestartete Initiative "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld", mit der sich auch Prominente für die gleiche Bezahlung von Leiharbeitern einsetzen. Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser hat nun zugegeben, dass die Unternehmen Leiharbeit nutzen, um Kosten einzusparen.

Nach und nach gibt Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser zu, dass die Unternehmen Leiharbeit als Personal- und Kostenreduzierungsinstrument nutzen: Die Metallindustrie sei wie kein anderer Wirtschaftszweig auf die Ausgleichsfunktion der Zeitarbeit angewiesen, erklärte Kannegiesser am 3. Juni 2010 in Berlin. Gleichzeitig drohte er mit Produktionsverlagerung: "Überschreitet die Zeitarbeit einen bestimmten Kostenrahmen, müssen die Unternehmen auf Aufträge verzichten. Produktion und Beschäftigung finden dann woanders statt." Damit reagierte Kannegiesser erneut auf die von der IG Metall gestartete Initiative "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld". Die soll bewirken, dass Leiharbeiter für die gleiche Arbeit den gleichen lohn erhalten, wie Festangestellte. Gerade damit Leiharbeit nicht zum Kostenreduktion und zum Lohnduping eingesetzt werden kann.
Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, übersetzte Kannegiessers Plädoyer für unregulierte Leiharbeit: "Gesamtmetall spricht bei Leiharbeit nicht mehr wie bisher nur von Flexibilität, sondern nun von Billiglohn und Kostenreduzierung. Kannegiesser habe die Katze aus dem Sack gelassen und das eigentliche Ziel der Leiharbeit genannt: Lohndumping. Damit würde allerdings die Zukunft der Branche aufs Spiel gesetzt.

Leiharbeit führt zu Lohndumping
Nach einer Infratest-Umfrage meinen 85 Prozent der Befragten, dass Leiharbeit eher zu Lohndumping führt.



Diese Meinung ist berechtigt: Während viele Leiharbeiter für die gleiche Tätigkeit nach den Tarifverträgen der Leiharbeit bezahlt werden, betragen zum Beispiel die Metalltarife schon beim Einstiegsgehalt das Doppelte.
Leiharbeit, aber auch Befristung, trifft immer mehr Menschen. Mehr als zwei Millionen haben in Deutschland einen befristeten Arbeitsvertrag. Das heißt: Zwei Millionen Menschen wissen nicht, wie es später mit ihnen weitergeht. Junge Menschen sind besonders betroffen.
Helmut Lammers ist Zerspanungsmechaniker und hat die Probleme, die Leiharbeit mit sich bringt, am eigenen Leib erfahren. Lesen Sie hier die ganze Geschichte.

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