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Social Media in der Arbeitswelt

Alles online? Aber sicher!

18.08.2014 Ι Wenn es um Social Media geht, denken viele zuerst an Facebook. Doch inzwischen erproben auch Unternehmen die Möglichkeiten von Social Media. Da wird nicht nur für ein neues Produkt geworben. Betriebsinterne Social Media Plattformen werden für die firmeninterne Kommunikation genutzt.

Internet und Web 2.0. beeinflussen zunehmend auch die Arbeitswelt. Viele Unternehmen erproben seit einiger Zeit die Möglichkeiten des Web 2.0. Da werden die sozialen Netzwerke nicht nur für die Werbung neuer Kunden genutzt. Wo früher oft in aufwendiger Weise Geschäftsbriefe geschrieben wurden, wird heute ein neues Produkt im Internet einer ungleich größeren Leserschaft vorgestellt. Deshalb testen viele Unternehmen, wie sie Facebook, Twitter und Co. bei ihren strategischen und inhaltlichen Zielen einsetzen können. Um Informationen und Angebote schnell weltweit zu verbreiten, gibt es kaum eine bessere Möglichkeit als das Internet. Das hat Vorteile, birgt aber auch Gefahren.


IT-ler arbeiten heute ohnehin schon total vernetzt. Der einzelne Beschäftigte ist oft nur ein Teil eines großen international aktiven Teams. Sie kommunizieren und koordinieren non Stop über alle Zeitzonen hinweg. Der Zeitdruck nimmt zu, ebenso wie die Leistungsanforderungen. Nicht selten vermischen sich Arbeit und Privatleben immer stärker.


Flexibel nicht nur bei der Arbeitszeit

Jeden Tag am selben Schreibtisch - das ist in einigen Unternehmen längst Geschichte. Bei Siemens in der Airport City Düsseldorf hat die "neue Bürowelt" schon Einzug gehalten. Dort hat nicht mehr jeder Angestellte einen festen Schreibtisch. Gearbeitet wird dort, wo etwas frei ist - eventuell auch mal am Konferenztisch.

Auch in Sachen Social Media ist der Elektronikkonzern unterwegs. Seit einiger Zeit gibt es ein Programm, das die Beschäftigten dabei unterstützt, sich in sozialen Netzwerken zu bewegen. Dabei lernen die Mitarbeiter beispielsweise, wie sie durch Beiträge auf Facebook Mehrwert schaffen können und gleichzeitig keine Firmengeheimnisse verraten. Das alles ist freiwillig. "Die Firmenseite will Work-Life-Integration, also ständige Erreichbarkeit und virtuelle Präsenz", kritisiert Udo Becker, Betriebsrat bei der Siemens AG in Düsseldorf.

Die neuen Techniken lassen es zu, dass berufliches Leben und Privatleben immer stärker ineinander fließen. Mitarbeiter können sich jederzeit und von jedem Ort aus extern ins Firmennetz einloggen und arbeiten - unabhängig davon, ob man noch schnell eine E-Mail schreiben oder einen Projektbericht fertig stellen will. Keine Frage, in manchen Situationen sind diese Möglichkeiten verführerisch, alles das noch zu erledigen, was man im Büro nicht geschafft hat. Es fördert die Selbstbestimmung. Doch manche Mitarbeiter beuten sich zeitweise selbst aus und das will der Betriebsrat verhindern. Denn in der Realität wird die Arbeitszeit immer weiter ausgedehnt. "Dafür sind klare Regeln notwendig. Arbeit- und Privatleben müssen im Einklang stehen", erklärt Becker.

Es gibt inzwischen auch mehr und mehr Betriebsratsgremien, die soziale Medien nutzen und darüber den Beschäftigten neue Beteiligungsmöglichkeiten anbieten. Sie begreifen soziale Medien als Chance, den kulturellen Wandel und neue Kommunikationsformen aktiv mitzugestalten. Die Beschäftigten wissen es zu schätzen, dass ihre Meinung gefragt ist und dass das Gremium offen mit seiner Arbeit umgeht.


Das Netz vergisst nichts

Schnell mal was gepostet. Ratz Fatz neue Freunde gefunden, Videos ausgetauscht und sich über den Chef beschwert. Unter den Jungen sind Facebook und Co. normal.

Doch die sozialen Medien können auch Schattenseiten haben. Was einmal auf Facebook gepostet wurde, verschwindet nicht mehr wirklich. Deshalb sollte jeder genau prüfen, was er über sich selbst preis gibt. Denn inzwischen sucht fast jedes zweite Unternehmen bei Neueinstellungen zuvor im Netz nach Informationen über neue Bewerber. Und wenn das neue Bundesdatenschutzgesetz wie geplant in Kraft tritt, dann können Arbeitgeber ungehindert auf die öffentlichen Teile sozialer Netzwerke zugreifen. Was man im Internet tut, kann ungeahnte Folgen haben. Ganz besonders dann, wenn man sich in sozialen Netzwerken negativ über den eigenen Arbeitgeber äußert. Zwar gilt auch im Internet das Recht der freien Meinungsäußerung, aber Kritik am Unternehmen oder der Firmenleitung kann zu Ärger führen.

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