Arbeitsplätze und Zukunft bei Brose gesichert
Der 70 Jahre alte Standort des Autozulieferers Brose in Würzburg sollte geschlossen werden, 1400 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. Doch der Betriebsrat organisierte gemeinsam mit der IG Metall Widerstand. Sie demonstrierten, sammelten Unterschriften, machten Druck über die Medien. Und der Betriebsrat zeigte Lösungen auf, wie der Standort noch wirtschaftlicher werden kann.

Brose-Beschäftigte und Bürger demonstrieren in Würzburg für den Erhalt des Standortes.
Ein Jahr später ist die Schließung abgesagt und der Standort tarifvertraglich bis 2030 gesichert. Das Bestandsgeschäft wird zurückverlagert. Und sie arbeiten mit dem Fraunhofer Institut an Produkten für die Luft- und Raumfahrtindustrie – alles von den Beschäftigten initiiert. Im Herbst sollen die ersten Satelliten fertig sein.
„Ohne die IG Metall hätten wir das nicht geschafft“, macht Yves Weinberger, Betriebsratsvorsitzender bei Brose in Würzburg klar. „Der Betriebsrat kann noch so stark sein, aber wenn du keinen starken Partner hast, dann hast du verloren.“
Abbau und Outsourcing bei Syntegon verhindert
Der früher zu Bosch gehörende Maschinenbauer Syntegon in Crailsheim wurde an einen Finanzinvestor verkauft, der Arbeitsplätze abbauen und Arbeit outsourcen wollte. Doch der Betriebsrat stellte sich quer, organisierte Infoveranstaltungen auf dem Hof und mit der IG Metall eine sogenannte Frühschlussaktion.
Am Ende steht der Erfolg: Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten. Es gibt eine Beschäftigungssicherung und Bonus für Mitglieder der IG Metall, festgeschrieben in einem Zukunftstarifvertrag. Und das Geschäft bei Syntegon brummt – unter anderem wegen des Booms der neuen Abnehmspritzen, die von Syntegon-Maschinen produziert werden. Mit reduziertem Personal könnten sie die hohe Nachfrage niemals bewältigen.
„Ein Betriebsrat kann den Unterschied machen“, meint Syntegon-Betriebsrat Thomas Beckenbauer. „Aber jeder Betriebsrat ist nur so stark, wie die Belegschaft ihn macht.“
Standort und Zukunft bei MAN Salzgitter gesichert
Bei MAN Truck & Bus in Salzgitter wollte die Konzernleitung verlagern und ab Januar 2027 bis zu 1300 der 2161 Beschäftigten entlassen. Doch das ist vom Tisch. Die Produktion von LKW-Komponenten bei MAN Truck & Bus in Salzgitter bleibt. Die Beschäftigung ist bis mindestens 2035 gesichert.
Zudem erreichten Beschäftigte, Betriebsrat und IG Metall in schwierigen Verhandlungen – und mit Druck durch Aktionen – Investitionen und Mitbestimmung bei der Transformation. Experten, Facharbeiter und Führungskräfte haben bereits zahlreiche Vorschläge zu Optimierungen und neuen Produkten ausgearbeitet.
„Niemand verliert seinen Job. Zudem müssen die Beschäftigten keine tariflichen Zugeständnisse machen – das ist ein wichtiges Signal. erklärt Andrea Deiana, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender und Leiter der IG Metall-Vertrauensleute bei MAN in Salzgitter. „Ohne eine starke IG Metall an der Seite der Belegschaft wäre unser Werk nur noch eine leere Hülle – ohne Produktion und ohne Menschen.“
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