Gesetzliche Krankenkassen
Gesundheitsreform: IG Metall kämpft für die Versicherten

Unfaire Finanzierung, riskante Maßnahmen: Die geplante Gesundheitsreform würde gesetzlich Versicherte übermäßig belasten. Noch ist nichts entschieden und es gibt die Chance auf Verbesserungen. Die IG Metall organisiert deshalb Protest.

13. Mai 202613. 5. 2026


Wird es wirklich so kommen? Zieht die Bundesregierung ihre Pläne zur Gesundheitsreform durch? Trotz breiter Kritik von Gewerkschaften und Sozialverbänden?

Aktuell sieht es so aus: Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf für die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beschlossen. Als nächstes muss das Gesetz durch den Bundestag. Noch ist also alles offen. Noch kann es Verbesserungen an dem Gesetz geben.

Die IG Metall nutzt dieses Zeitfenster und macht Druck – für die gesetzlich Versicherten, für die Millionen Beschäftigten, die jeden Monat ihre Krankenkassenbeiträge zahlen und dafür eine gute Gesundheitsversorgung erwarten.


Warum kritisiert die IG Metall die Reformpläne?

Dass unser Gesundheitssystem Reformen braucht, leugnet niemand. Der Fokus sollte aber auf den zwei größten Kostenblöcken liegen: den Ausgaben für Arzneimittel und Krankenhausbehandlungen (mehr Infos dazu hier).

Was die Bundesregierung plant, geht aber an vielen Stellen in eine andere Richtung.

„Das gesamte Paket leidet an einer eklatanten Schieflage zulasten der Versicherten“, sagt IG Metall-Sozialvorstand Hans-Jürgen Urban. Denn trotz der positiven Entscheidung, auf die Kürzung des Krankengeldes zu verzichten, gilt weiterhin: „Höhere Zuzahlungen, Teilkrankschreibungen und Einschränkungen bei der kostenfreien Mitversicherung aus reiner Kostenlogik belasten Versicherte über Gebühr und sind nicht akzeptabel.“

Alles wird teurer, an der Supermarktkasse und beim Tanken. Gleichzeitig häufen sich die Angriffe auf den Sozialstaat. Wir haben nachgefragt: Was macht euch Sorgen, was gibt euch Hoffnung? Antworten geben Christiane Benner und Jürgen Kerner, die Erste und der Zweite Vorsitzende der IG Metall, sowie Politikwissenschaftlerin und Content Creatorin Nina Poppel. Alles wird teurer, an der Supermarktkasse und beim Tanken. Gleichzeitig häufen sich die Angriffe auf den Sozialstaat. Wir haben nachgefragt: Was macht euch Sorgen, was gibt euch Hoffnung? Antworten geben Christiane Benner und Jürgen Kerner, die Erste und der Zweite Vorsitzende der IG Metall, sowie Politikwissenschaftlerin und Content Creatorin Nina Poppel.

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Alles wird teurer, an der Supermarktkasse und beim Tanken. Gleichzeitig häufen sich die Angriffe auf den Sozialstaat. Wir haben nachgefragt: Was macht euch Sorgen, was gibt euch Hoffnung?

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Gerade die sogenannte Teilkrankschreibung ist aus Sicht von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gefährlich.

Künftig sollen Beschäftigte mit Arzt und Arbeitgeber diskutieren, ob sie trotz Erkrankung einen Teil ihrer Arbeitsleistung erbringen können. Sie könnten trotz gesundheitlicher Einschränkungen unter Druck geraten, ihre Arbeit zumindest teilweise wieder aufzunehmen – mit der Gefahr, Krankheiten zu verschleppen und Kolleginnen oder Kollegen anzustecken.

Außerdem ist kaum vorstellbar, dass Ärztinnen und Ärzte einschätzen können, zu wie viel Prozent jemand am jeweiligen Arbeitsplatz noch arbeitsfähig ist.

Besonders kritisch ist auch die Neubemessung der Zuschüsse an die gesetzlichen Krankenkassen. Zwar will der Bund künftig einen größeren Teil der Gesundheitskosten von Bürgergeldbeziehenden tragen. Nach eigener Darstellung ist die Deckungslücke von rund zwölf Milliarden Euro allerdings erst im Jahr 2051 geschlossen. Gleichzeitig soll der Bundeszuschuss bis 2030 um jährlich zwei Milliarden Euro gekürzt werden.

Unter dem Strich sind die Krankenkassen dadurch im Minus. Und das, obwohl das Ziel der Reform eigentlich eine Stabilisierung der GKV-Finanzen sein sollte.

Für IG Metall-Vorstand Urban ist das „Haushaltsanierung zulasten der Versicherten“ und eine zusätzliche Belastung der Beitragszahler.


Was unternimmt die IG Metall für die Versicherten?

Die IG Metall will Verbesserungen an dem Gesetzentwurf erreichen. Das geht nur auf politischem Weg.

Bundesweit laufen dazu nun Aktionen: Die rund 150 IG Metall-Geschäftsstellen machen Druck auf die lokalen Bundestagsabgeordneten – sie sollen sich im Parlament für die Interessen der Beschäftigten einsetzen. In den Betrieben werden Unterschriften gesammelt. Die lokale Presse wird informiert.

Ziel: Änderungen am Gesetzentwurf.


Welche Reform ist gerecht – und was wollen die Menschen?

Um das Gesundheitssystem zukunftsfest zu machen, braucht es echte Strukturreformen.

Die IG Metall fordert:

  • Vollständige Übernahme der Gesundheitskosten von Bürgergeldbeziehenden durch den Bund.
  • Mehr wohnortnahe integrierte Versorgungszentren, um die Krankenhauskosten zu reduzieren.
  • Digitalisierung der Verwaltung in Krankenhäusern und Arztpraxen.

Herzstück einer gerechten Gesundheitsreform wäre die Einführung einer Bürgerversicherung.

Heißt: Ende der Zwei-Klassen-Medizin mit einer Ungleichbehandlung von gesetzlich und privat Versicherten – und stattdessen ein Gesundheitssystem, in das alle einzahlen.

Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland steht hinter dieser solidarischen Idee. Fast 80 Prozent sprechen sich für eine Bürgerversicherung aus, wie eine aktuelle Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt. Selbst eine Mehrheit der privat Versicherten ist für den Systemwechsel.

Ein gerechteres Gesundheitssystem schaffen – das ist der Anspruch an die Politik. Noch hat sie die Chance, diesen Anspruch einzulösen.

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