Tarifrunde Textilindustrie Ost 2026
Textilindustrie Ost: Beschäftigte fordern 5 Prozent

5 Prozent mehr, mindestens 150 Euro, starke Azubi-Vergütungen und die Verlängerung der Altersteilzeit: Das sind die Forderungen der Beschäftigten in der Tarifrunde der Textilindustrie Ost.

23. Februar 202623. 2. 2026


Die Beschäftigten der Textilindustrie Ost fordern 5 Prozent mehr Geld – mindestens aber 150 Euro, um besonders die unteren Einkommen zu entlasten. Zusätzlich sollen die Ausbildungsvergütungen überproportional erhöht und die tarifliche Altersteilzeit verlängert werden. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Diese Forderungen hat der Vorstand der IG Metall auf Empfehlung der Tarifkommission beschlossen.

In den vergangenen Monaten haben die Beschäftigten in den Betrieben intensiv über mögliche Forderungen diskutiert. Zusätzlich hat die IG Metall eine Befragung durchgeführt, um ein aktuelles Stimmungsbild zu erhalten. Die Ergebnisse fallen eindeutig aus: Die Beschäftigten benötigen – auch aufgrund der Preissteigerungen der letzten Jahre – eine spürbare Verbesserung ihrer Einkommen.

„Gerade jetzt, wo die Industrie schwächelt, braucht es verlässliche Antworten. Sicherheit beim Arbeitsplatz und beim Einkommen schafft Kaufkraft und sorgt dafür, dass die Wirtschaft wieder in Schwung kommt. Es braucht Einkommen zum Auskommen“, so Eileen Müller, Verhandlungsführerin der IG Metall. „Die IG Metall-Forderungen sind notwendig und angemessen.“

 

Beschäftigte brauchen mehr Geld

Die Forderung nach einem Mindestbetrag von 150 Euro soll dabei sicherstellen, dass gerade die unteren Entgeltgruppen eine überdurchschnittliche Entlastung erhalten. Denn sie spüren die gestiegenen Lebenshaltungskosten besonders deutlich. Auch für die Auszubildenden soll die Vergütung überproportional steigen. Im Wettbewerb um den dringend benötigten Nachwuchs soll so die Branche nicht weiter zurückfallen. Für die Kolleginnen und Kollegen, die sich dem Übergang in den Ruhestand nähern, ist eine Fortführung der tariflichen Altersteilzeit unerlässlich. Fast 100 Prozent der Befragten haben sie für unverzichtbar erklärt.

 

Wechselbereitschaft hoch

Die Befragung der Beschäftigten zeigt außerdem ein deutliches Bild zur Wechselbereitschaft in der Branche. Für weniger als ein Drittel der Beschäftigten ist ein Jobwechsel kein Thema – die große Mehrheit denkt aber zumindest darüber nach, den Arbeitgeber oder sogar die Branche zu verlassen. „Das ist ein ernstes Signal für die Textilindustrie Ost. Wenn die Betriebe ihre Beschäftigten halten wollen, müssen sie jetzt liefern: mit fairen Einkommen und klaren Perspektiven“, bekräftigt Müller.  

 

Tarifbotschafter: Starke Stimme in den Betrieben

Die Vorbereitungen für die Tarifrunde laufen. In den Betrieben haben sich Beschäftigte als Tarifbotschafterinnen und Tarifbotschafter bereit erklärt, ihre Kolleginnen und Kollegen während der gesamten Tarifbewegung eng zu begleiten. Sie halten sie über den Stand der Verhandlungen auf dem Laufenden, erklären die nächsten Schritte und spiegeln gleichzeitig die Stimmung aus den Belegschaften zurück an die Tarifkommission. Außerdem holen sie ein Streikbekenntnis ein – für den Fall, dass es im März zu keiner Einigung mit den Arbeitgebern kommt.

 

So geht es weiter

Die erste Verhandlung zwischen Arbeitgebern und Tarifkommission findet am 10. März in Chemnitz statt. Die Friedenspflicht endet am 31. März 2026. Ab dem 1. April 2026 sind Warnstreiks möglich.

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