Integration am Arbeitsplatz
Behinderte Beschäftigte Teilhabe ermöglichen

Beim Maschinenbauer Körber in Hamburg hat hat sich die Schwerbehindertenvertretung zum Ziel gesetzt, Menschen mit Beeinträchtigungen am Standort zu integrierten. Entstanden ist ein systematisches Inklusionsmodell, das echte Teilhabe ermöglicht.

2. Juli 20262. 7. 2026


Das Ziel, das sich Carsten Schmela und seine Mitstreiter von der Schwerbehindertenvertretung (SBV) im Jahr 2022 gesetzt hatten, war so einleuchtend wie elementar – der Weg dorthin aber, die Umsetzung der ursprünglichen Idee, die war nicht immer leicht: „Wir wollten Kolleginnen und Kollegen mit einer Behinderung aus den Werkstätten in den Betrieb holen“, sagt Carsten, Schwerbehindertenvertreter beim Maschinenbauer Körber Technologie in Hamburg-Bergedorf. „Es ging uns darum, diese Beschäftigten individuell in das Arbeitsleben zu integrieren.“

Betriebsrat-Koerber

Gemeinsam gute Inklusion ermöglichen: Carsten Schmela (links), Daniel Karakus-Hollnick, Philipp Kluge, Ali Bicer.

Das war auch bitter nötig: Am Standort gab es zuvor keine strukturierte Zusammenarbeit mit Werkstätten und kein systematisches Inklusionsmodell. Die Idee von Carsten und seinem SBV-Team war nun: Die Kolleginnen und Kollegen aus den Werkstätten sollen die Möglichkeit bekommen, im Unternehmen zu arbeiten und Teil des Arbeitslebens zu werden. „Unser Ziel war es, ein nachhaltiges System zu entwickeln, das echte Teilhabe ermöglicht und nicht von Zufall abhängig ist.“
 

 

Konsequent Teilhabe ermöglichen

Das ist gelungen. Aus dieser Anfangsidee ist seit 2022 am Standort ein wachsendes System entstanden: Ein lebendiger Prozess, der Beschäftigten mit Beeinträchtigungen verschiedene Wege der Teilhabe ermöglicht. Für diese Arbeit, für diesen Erfolg ist das SBV-Team von Körber Technologie nun für den diesjährigen Betriebsrätepreis nominiert.

Dass es gelungen ist, liegt auch daran, dass die SBV am Standort den gesamten Prozess Schritt für Schritt entwickelt und umgesetzt hat: Sie haben eine eigene Arbeitsgruppe im Unternehmen etabliert. Sie haben Praktikumsplätze zur individuellen Erprobung entwickelt. Und sie haben Einzelarbeitsplätze, zum Beispiel in der Poststelle, für Beschäftigte mit einer Behinderung aufgebaut.
 

 

Durch Arbeit Selbstvertrauen entwickeln

Dazu haben sie bei sich den „DUOday“ als niedrigschwelligen Einstieg aufgebaut. Der Duoday ist ein Aktionstag für mehr Inklusion im Arbeitsleben. Die Idee: Menschen mit Beeinträchtigungen bilden an diesem Tag ein „DUO“ mit Mitarbeitenden aus Unternehmen oder Verwaltungen und erhalten praxisnahe Einblicke in verschiedene Berufsfelder.

„Menschen, die zuvor jahrzehntelang ausschließlich in Werkstätten tätig waren, erleben erstmals den Schritt in ein Unternehmen“, sagt Carsten. Besonders eindrucksvoll war die Entwicklung im Schraubenlager. „Einzelne Beschäftigte berichten, dass sie durch die Arbeit erstmals das Selbstvertrauen entwickelt haben, sich auch auf externe Arbeitsplätze zu bewerben – etwas, das vorher nicht vorstellbar war.“
 

 

Zusammenarbeit mit Fachbereichen

Schließlich und kontinuierlich haben sie eine enge Zusammenarbeit mit Fachbereichen und Führungskräften vorangetrieben. „Auf diese Weise ist es uns gelungen, für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen stabile Übergänge bis hin zur Festanstellung zu etablieren, dadurch haben die Kollegen sehr viel Selbstbewusstsein erlangt und sind jetzt fit für den ersten Arbeitsmarkt “, sagt Carsten.

Heute bestehen am Standort verschiedene Wege der Integration: „Es gibt individuelle Einzelarbeitsplätze, Praktika und Entwicklungsmöglichkeiten, tariflich abgesicherte Beschäftigung und Perspektiven in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Das ist ein großer Erfolg.“

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