Aktionstag bei Mercedes-Benz
Beschäftigte der Autoindustrie geben Warnung ab

Den Beschäftigten der Automobilindustrie reicht es. Nicht länger lassen sie sich zum Sündenbock machen, wenn Managementfehler und geopolitische Konflikte Ursache der Krise sind. Als erstes gehen Beschäftigte von Mercedes-Benz auf die Straße. Es ist der Auftakt eines heißen Sommers und Herbstes.

1. Juli 20261. 7. 2026


Bei Mercedes-Benz soll kräftig gespart werden – auf Kosten der Beschäftigten. Die Unternehmenslenker finden, dass die Beschäftigten fünf Stunden die Woche mehr arbeiten sollten, ohne dafür einen Cent mehr Geld zu bekommen. Zeitgleich verschieben sie die Auszahlung des im Juli anstehenden Trafobausteins auf April nächsten Jahres – mit dem Vorbehalt, die Zahlung ganz zu streichen.

Sparprogramme, Stellenabbau, Verlagerungen, Werkschließungen: In ganz Deutschland sorgen die Entscheider der Automobilhersteller und Zulieferer für schlechte Nachrichten. 50.000 Arbeitsplätze haben sie vergangenes Jahr in der Automobilindustrie abgebaut – und es wird so weiterlaufen, wenn es nach ihnen geht. Aber eines vergessen sie: Die Beschäftigten sind nicht schuld an der Misere. Das macht der Gesamtbetriebsrat von Mercedes-Benz deutlich. In einer Presseinformation betont er: „Die Ursachen der aktuellen Herausforderungen liegen nicht bei den Beschäftigten. Weder die Entwicklung in China, geopolitische Spannungen noch steigende Energiepreise wurden von ihnen verursacht. Trotzdem sollen jetzt erneut die Beschäftigten einen erheblichen Teil der Last tragen.“
 

 

IG Metall wird Unternehmenslenkern heißen Sommer und Herbst bescheren

Es ist Zeit, dass die Entscheider der Automobilindustrie endlich Verantwortung übernehmen und echte Zukunftsstrategien entwickeln, statt Traditionsunternehmen mit Sparprogrammen in die Bedeutungslosigkeit zu führen: „Wettbewerbsfähigkeit entsteht durch Innovation, technologische Stärke, attraktive Produkte und vor allem durch die Kompetenz der Beschäftigten – nicht durch pauschale Belastungsverschiebungen“, verdeutlicht der Gesamtbetriebsrat von Mercedes-Benz.

Die Beschäftigten der Automobilindustrie sind es leid, dass planlose Vorstandsvorsitzende ihre Zukunft verspielen – gemeinsam mit der IG Metall wehren sie sich gegen den Kahlschlag. Den Anfang machen am Freitag die Beschäftigten von Mercedes-Benz. In einem bundesweiten Aktionstag gehen sie auf die Straße. Es ist der Auftakt. Die IG Metall und die Beschäftigten der Hersteller und Zulieferer werden den Unternehmenslenkern der Autoindustrie einen heißen Sommer und Herbst bescheren, solange sie weiter auf Arbeitsplatzabbau und Verlagerung setzen, statt echte Problemlösungen zu suchen. Solange weiter Gerüchte aus den Wolfsburger Chefetagen kommen, dass VW neben dem geplanten Stellenabbau zusätzlich 50.000 Arbeitsplätze streichen will, solange Zulieferer ihre Werke schließen und Produktionen verlagern, solange Unternehmen wie BMW die Schlagzeilen dominieren mit Ankündigungen zu Kostensenkungen, solange wird die IG Metall auf massive Gegenwehr schalten.

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