Union Busting
Betriebsratswahl bei Tesla: IG Metall trotz Drohungen zweitstärkste Kraft

Bei der Betriebsratswahl in der Tesla-Gigafactory holte die IG Metall trotz aller Attacken und Drohungen von Elon Musk die zweitmeisten Stimmen. Die Aktiven und gewählten Betriebsräte der IG Metall-Liste wollen sich jedoch weiter mit aller Kraft für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen.

19. Februar 202619. 2. 2026 |
Aktualisiert am 4. März 20264. 3. 2026


Es hat leider nicht für die Mehrheit gereicht. Nach der Betriebsratswahl im Tesla-Werk hat die IG Metall ihren Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen in der Gigafactory bekräftigt. „Trotz aller Attacken des Managements und eines außergewöhnlich unfairen Wahlkampfs ist die IG Metall-Liste Tesla Workers GFFB zweitstärkste Kraft geworden“, erklärt Jan Otto, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Dieses Potential werden wir nutzen, um gegen eine gewerkschaftsfeindliche Geschäftsführung bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen.“
 

116 Kandidierende traten auf der IG Metall-Liste für bessere Arbeit an 

Die Liste „IG Metall – Tesla Workers GFBB“ trat gegen 10 gegnerische Listen an. 116 Beschäftigte kandidierten auf der IG Metall-Liste. Für bessere Arbeitsbedingungen, gesündere Arbeit und weniger Druck. Neben besserer Bezahlung (nach Informationen der IG Metall verdient der Großteil der Beschäftigten deutlich weniger als bei tarifgebundenen Autobauern) und den Arbeitsbedingungen (unter anderem gilt bei Tesla eine 38-Stunden-Woche) wollen die Metallerinnen und Metallern bei Tesla vor allem mehr Respekt für die Beschäftigten. Sie führten tausende Gespräche. Immer mehr Beschäftigte bekannten sich zur IG Metall, etwa indem sie IG Metall-T-Shirts im Werk trugen. Doch am Ende erreichten sie trotz wachsender Zustimmung nicht die Mehrheit.

„Wir freuen uns, dass uns nach einem so unfairen Wahlkampf und trotz all der Drohungen so viele Kolleginnen und Kollegen das Vertrauen geschenkt haben. Leider hat es für eine gewerkschaftliche Mehrheit noch nicht gereicht“, meint Laura Arndt, Betriebsratsmitglied der IG Metall-Liste. „Wir werden uns auch im neuen Betriebsrat mit aller Kraft dafür einbringen, dass sich für uns und unsere Kolleginnen und Kollegen etwas ändert in der Gigafactory. Was für uns unverhandelbar ist: Wir stehen ohne Wenn und Aber auf Seiten der Belegschaft.“

„Weil sich hier was ändern muss“

Video der Liste 1 - IG Metall Tesla Workers zur Betriebsratswahl 2026

„Angesichts der massiven Drohungen verdient dieses Wahlergebnis großen Respekt“, meint Betriebsrat Philipp Schwarz von der Liste „IG Metall – Tesla Workers GFBB“. „Bei Tesla kämpfen wir nicht nur für einen Betriebsrat, der auf der Seite der Belegschaft steht. Wir verteidigen auch die demokratischen Rechte, die von der Gewerkschaftsbewegung hart erkämpft wurden. Jede und jeder Einzelne von uns war bereit, dafür persönliche Nachteile in Kauf nehmen. Dieser Wahlkampf hat wieder einmal gezeigt, wie einfach es für einen einzigen Multi-Milliardär ist, unsere Demokratie auszuhöhlen. Wir müssen alle zusammen verhindern, dass das Schule macht.“
 

Musk drohte offen mit Stopp der Investitionen

Tesla und Firmenchef Elon Musk sind dafür bekannt, Gewerkschaften heraushalten zu wollen. Bereits bei der letzten Betriebsratswahl 2024 hatte Elon Musk offen gegen die IG Metall Stimmung gemacht. Vor der diesjährigen Betriebsratswahl drohte Elon Musk laut Berichten aus der Belegschaft der IG Metall in einer Videobotschaft an die Beschäftigten. Musk wird unter anderem im „Handelsblatt“ damit zitiert, dass sich die Lage „sicherlich verschlechtern werde, wenn externe Organisationen Tesla in die falsche Richtung drängen. Wir werden die Fabrik nicht schließen, aber realistisch gesehen werden wir auch nicht erweitern.“

Das Management nutzte alle Mittel, um die Betriebsratswahl in ihrem Sinne zu beeinflussen – auf Versammlungen, in Einzelgesprächen mit Vorgesetzten bis hin zum Werksradio auf den Toiletten.
 

Weiter mit aller Kraft für bessere Arbeitsbedingungen

„Die Widerstände, Anfeindungen und impliziten Drohungen der Arbeitgeberseite, die diesen Wahlkampf geprägt haben, müssen uns allen eine Warnung sein, wie sehr Gewerkschaftsarbeit unter Druck gesetzt wird“, erklärt Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall. Sie dankte den Kandierenden der IG Metall und sprach ihnen ihren Respekt aus. „Ich bin davon überzeugt, dass sie sich auch unter widrigen Umständen mit all ihrer Kraft für die Beschäftigten vor Ort und bessere, fairere Arbeitsbedingungen einsetzen werden.“

Benner fordert zugleich Maßnahmen gegen Union Busting – die gezielte Bekämpfung von Gewerkschaften durch Arbeitgeber. „Es braucht dringend noch wirksameres gesetzliches Vorgehen gegen Union Busting. Wenn gelebte Demokratie im Betrieb geschwächt wird, wird das unschöne Konsequenzen auch für unsere gelebte Demokratie in der Gesellschaft haben.“

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