Union Busting
Betriebsratswahl bei Tesla: Elon Musk droht

Anfang März wählen die Tesla-Beschäftigten in Grünheide bei Berlin ihren Betriebsrat. Die Liste der IG Metall tritt für bessere Arbeitsbedingungen an, für mehr Geld und weniger Druck. Derweil droht Firmenchef Elon Musk der IG Metall per Videobotschaft an die Beschäftigten.

19. Februar 202619. 2. 2026 |
Aktualisiert am 27. Februar 202627. 2. 2026


Tesla und Firmenchef Elon Musk sind dafür bekannt, Gewerkschaften heraushalten zu wollen. Bereits bei der letzten Betriebsratswahl 2024 hatte Elon Musk offen gegen die IG Metall Stimmung gemacht. Mehrere Listen traten gegen die IG Metall-Liste an, die zwar die meisten Stimmen holte, aber dennoch die Mehrheit knapp verfehlte.

In einer Woche ist nun erneut Betriebsratswahl bei Tesla. Und Firmenchef Elon Musk drohte laut Berichten aus der Belegschaft der IG Metall in einer Videobotschaft an die Beschäftigten. Musk wird unter anderem im „Handelsblatt“ damit zitiert, dass sich die Lage „sicherlich verschlechtern werde, wenn externe Organisationen Tesla in die falsche Richtung drängen. Wir werden die Fabrik nicht schließen, aber realistisch gesehen werden wir auch nicht erweitern.“

„Dass Elon Musk die IG Metall immer wieder angreift, zeigt vor allem, dass wir bereits eine wichtige Kraft bei Tesla sind“, bekräftigt Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall. „Die Kolleginnen und Kollegen sind nicht allein, die IG Metall steht fest an ihrer Seite. Wir sagen klar: Lasst Euch von seinen Drohungen nicht einschüchtern oder spalten!“
 

116 Beschäftigte kandidieren auf der Liste der IG Metall

Mit 116 Kandidatinnen und Kandidaten tritt die Gruppe „IG Metall – Tesla Workers GFBB“ als größte Liste bei der Betriebsratswahl vom 2. bis 3. März an – gegen 10 gegnerische Listen. Vier Jahre nach Start der Produktion müssen Bezahlung, Arbeitsbedingungen und die Behandlung der Beschäftigten endlich besser werden. Und anders als früher trauen sich immer mehr Beschäftigte, sich zur IG Metall zu bekennen – etwa indem sie T-Shirts der IG Metall in der Werkshalle tragen.

„Weil sich hier was ändern muss“

Video der Liste 1 - IG Metall Tesla Workers zur Betriebsratswahl 2026

„Wir verlangen eine faire Betriebsratswahl, bei der nicht die Geschäftsführung mit Schmutzkampagnen von der inhaltlichen Auseinandersetzung ablenkt“, fordert Betriebsrätin Laura Arndt, die auf der Liste IG Metall – Tesla Workers GFBB kandidiert. „Es muss sich etwas ändern in der Gigafactory. Dafür treten wir an. Auch bei Tesla müssen Arbeitsbedingungen möglich sein, mit denen die Kolleginnen und Kollegen gesund das Rentenalter erreichen können. Wir stehen für eine Entlastung vom übermäßigen Arbeitsdruck durch zusätzliche Pausen und zusätzliches Personal, für Weihnachtsgeld, mehr frei planbaren Urlaub, einen Spätschichtzuschlag und noch einiges mehr.“
 

IG Metall-Liste tritt für bessere Arbeitsbedingungen an

Neben besserer Bezahlung (nach Informationen der IG Metall verdient der Großteil der Beschäftigten deutlich weniger als bei tarifgebundenen Autobauern) und den Arbeitsbedingungen (unter anderem gilt bei Tesla eine 38-Stunden-Woche) wollen die Metallerinnen und Metallern bei Tesla vor allem mehr Respekt für die Beschäftigten.

„Die Kolleginnen und Kollegen verlangen zu Recht, dass sie als Menschen respektiert werden. Sie wollen nicht von oben herab behandelt werden, wie Maschinen, die man austauscht, wenn sie nicht mehr wie gewollt funktionieren“, sagt Philipp Schwartz, Betriebsratsmitglied und Kandidat auf der Liste IG Metall – Tesla Workers GFBB. „Sie wollen nicht der Willkür der Tesla-Führungskultur ausgeliefert sein. Besonders bekommen diejenigen diese Willkür zu spüren, die krank werden, ganz egal, ob es von der Arbeit kommt oder nicht. Dieser Druck muss aufhören und das sehen die Kolleginnen und Kollegen genauso.“
 

Statt rechtlicher Scharmützel: Faire Wahlen!

Der Machtkampf um die Betriebsratswahlen wird auch vor den Gerichten ausgetragen. Tesla hat unter anderem die Behauptung aufgestellt, ein IG Metall Sekretär-hätte eine Betriebsratssitzung aufgenommen. Im Eilverfahren wurde dazu am Donnerstag zunächst ein Vergleich geschlossen.

„Jetzt können wir uns wenige Tage vor der Betriebsratswahl voll auf die Inhalte konzentrieren“, meint IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto. „Es geht bei der Wahl nächste Woche um bessere Arbeitsbedingungen in der Gigafactory – da gibt es viel zu tun. Wir wollen eine faire Auseinandersetzung über die Arbeitsbedingungen bei Tesla, bei der die besseren Argumente entscheiden. Die Beschäftigten bei Tesla in Grünheide brauchen einen Betriebsrat, der vorbehaltlos und mit voller Kraft ihre Interessen vertritt. Dafür treten die Kandidatinnen und Kandidaten der Gruppe ‘IG Metall – Tesla Workers GFBB’ an.“

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