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Kfz-Tarifrunde: Erste Abschlüsse erzielt
Mehr Geld für Kfz-Handwerker durchgesetzt

In der Kfz-Tarifrunde hat die IG Metall erste Abschlüsse erzielt, die den Beschäftigten ein Einkommensplus bescheren. In Hannover, Osnabrück und in der Pfalz steigen Löhne und Gehälter um insgesamt 5,8 % in zwei Stufen. Auch Azubis können sich freuen: Sie bekommen bis zu 111 Euro mehr im Monat.


Etwa 10 000 Kfz-Beschäftigte waren bundesweit Anfang Juni auf die Straße gegangen und hatten mit Warnstreiks Bewegung in die Verhandlungen gebracht. Die Zeit ist reif für ordentliche Tariferhöhungen – das war das Signal an die Arbeitgeber.

In der laufenden Kfz-Tarifrunde fordern wir für unsere Mitglieder ein Plus von fünf Prozent und für die Azubis überproportional mehr – für eine Laufzeit von zwölf Monaten. Herausgekommen sind insgesamt 5,8 Prozent in zwei Stufen innerhalb der nächsten zwei Jahre.

In Hannover und Osnabrück steigen Löhne und Gehälter in diesem Jahr ab Juni um drei Prozent und ab September 2018 um weitere 2,8 Prozent. Die Azubis sind die Hauptgewinner des Abschlusses: Ihre Vergütungen erhöhen sich überproportional um 81 bis 111 Euro. Das zweite Tarifergebnis für das Kfz-Gewerbe in der Pfalz bringt den Beschäftigten nach vier Einmalzahlungen von jeweils 75 Euro ein Lohnplus von zweimal 2,9 Prozent (ab September in diesem Jahr und im nächsten Jahr ab Oktober).


Die Kfz-Betriebe können sich höhere Löhne leisten: Die Branche boomt, die Autohäuser sind gut bis sehr gut ausgelastet, sowohl Neu- als auch Gebrauchtwagen verkaufen sich wie geschnitten Brot.

In den anderen Bundesländern laufen die Tarifverhandlungen noch. Am 21. Juni verhandelten wir in der dritten Runde für die Kfz-Beschäftigten in Baden-Württemberg – mit dem Ziel, dort ein mindestens ebenso gutes Ergebnis durchzusetzen. Zwei Tage später geht’s weiter in Berlin, Brandenburg, Sachsen und in Hamburg. Und am 27. Juni in Bayern.


Mehr Betriebe in die Tarifbindung

Neben einem Einkommensplus wollen die Kfz-Beschäftigten und wir erreichen, dass wieder mehr Betriebe Tariflöhne zahlen. Im Kfz-Handwerk verfolgen viele Arbeitgeber eine Billigstrategie. Durch Tarifflucht sind in den letzten Jahren die Tarifstrukturen im Handwerk immer brüchiger geworden und dadurch die Einkommens- und Arbeitsbedingungen mancherorts schlechter. Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in der Kfz-Branche verdient ohne Tarif im Schnitt 23 Prozent weniger als sein Kollege in einem tarifgebundenen Betrieb.

Viele Landesinnungen geben ihr Kerngeschäft, Tarifverträge auszuhandeln, an freiwillige Arbeitgeberverbände ab – so gerade geschehen in Hessen. Ohne ersichtlichen Grund und ohne Vorwarnung hat dort die hessische Kfz-Innung während der laufenden Tarifrunde beschlossen, mit uns keine Verhandlungen mehr führen zu wollen und die bestehenden Tarifverträge gekündigt.

Den Tarif-Job soll jetzt eine Tarifgemeinschaft des Kraftfahrzeuggewerbes übernehmen, die sich zu diesem Zweck neu gegründet hat. Für uns ist das nur die zweitbeste Lösung. Sie befürchtet, dass das eigentliche Ziel dieser Aktion wieder Tarifflucht sein könnte. „Die IG Metall erwartet, dass alle hessischen Kfz-Betriebe weiterhin tarifgebunden bleiben beziehungsweise eine Tarifbindung mit der IG Metall eingehen“, sagt IG Metall-Tarifexperte Alwin Boekhoff. Ansonsten müssten die Betriebe mit weiteren Aktionen bis hin zu Warnstreiks rechnen.

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