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Initiative „Runter mit der Last“
Körperliche Belastung am Arbeitsplatz bleibt hoch

Auch wenn neue Technologie in die Betriebe Einzug hält: Viele Beschäftigte sind körperlich weiterhin stark belastet. Oft schafft die Digitalisierung sogar neue Belastungen. Was wir dagegen tun.


Roboter werden per Datenbrille gesteuert, Material fährt eigenständig durch Werkhallen: Glaubt man den Arbeitgebern, dann gehören körperliche Belastungen spätestens mit der Digitalisierung der Vergangenheit an. Die betriebliche Realität ist eine andere. Körperliche Belastungen sind in Deutschland auf konstant hohem Niveau, wie eine Sonderauswertung des „DGB Index Gute Arbeit“ (PDF) zeigt.

Demnach leistet rund ein Drittel (30 Prozent) der Beschäftigten sehr häufig oder oft körperlich schwere Arbeit. Knapp über die Hälfte (52 Prozent) muss sehr häufig oder oft in ungünstigen Körperhaltungen arbeiten. Ein Viertel der Beschäftigten ist von beiden Belastungen gleichzeitig betroffen.

„In der Debatte um die moderne digitale Arbeitswelt kommt das Thema körperliche Belastungen bislang vielfach zu kurz“, sagt Hans-Jürgen Urban, der im IG Metall-Vorstand für Arbeitsgestaltung und Gesundheitsschutz zuständig ist. „Daraus ergibt sich ein Handlungsauftrag, dem sich Politik und Arbeitgeber nicht entziehen dürfen.“


Neue Belastung am Arbeitsplatz

Fatal: Obwohl die körperlichen Belastungen am Arbeitsplatz weiterhin hoch sind, kommen im Zuge der Digitalisierung neue Belastungen hinzu. Das zeigt der Transformationsatlas, den die IG Metall vor kurzem erstellt hat.

Für den Transformationsatlas wurden Betriebsräte und Vertrauensleute aus knapp 2000 Betrieben zur künftigen Entwicklung ihres Unternehmens befragt. 77 Prozent von ihnen gehen davon aus, dass mit der Digitalisierung neue Arbeitsbelastungen entstehen – für Körper und Psyche. Fast die Hälfte (46 Prozent) der Betriebe verbindet mit der Transformation eher Risiken hinsichtlich der Entwicklung von Arbeitsbelastungen. Chancen sehen nur 18 Prozent.

Diese Ausgangslage hat die Unternehmen bisher nicht zum Handeln bewegt: Nur 37 Prozent der Betriebe berücksichtigen veränderte psychische und körperliche Belastungen in ihrer Gefährdungsbeurteilung.

Die IG Metall geht diese Lücke an. „Wir werden die Instrumente einer präventiven Arbeitsgestaltung gerade heute, in der historischen Phase des Umbruchs, im Sinne eines vorausschauenden Gesundheitsschutzes nutzen“, sagt IG Metall-Vorstandsmitglied Urban. „Daher hat die IG Metall die Initiative ‚Runter mit der Last‘ gestartet, um die Beseitigung der unzumutbaren Belastungen durchzusetzen.“Mit der Initiative unterstützen wir konkrete Maßnahmen in den Betrieben: Zum Beispiel den Einsatz von passenden Hebehilfen oder die Neugestaltung von weniger belastenden Arbeitsplätzen.

Körperlich harte Arbeit. Sonderauswertung des „DGB Index Gute Arbeit“ (PDF)

Transformationsatlas – wesentliche Ergebnisse (PDF)


Lesetipp: Wie Betriebsräte und Gewerkschaften Belastungen am Arbeitsplatz reduzieren

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