Kfz-Handwerk
Tarifvertrag bei Volvo und Renault Trucks – deutlich mehr Geld

Künftig gibt es Tarif bei Volvo und Renault Trucks. Die Entgelte steigen in drei Stufen, für viele Beschäftigte gibt es mehrere Hundert Euro mehr. Zudem sinkt die Arbeitszeit von 40 auf 36 Stunden in der Woche. Das haben Beschäftigte und IG Metall in zwei Jahren Verhandlungen erreicht.

18. März 202618. 3. 2026


Der neue Tarifvertrag bei Volvo Trucks Service und der dazu gehörenden Renault Trucks Deutschland bringt den 400 Beschäftigten höhere Einkommen, in vielen Fällen mehrere Hundert Euro mehr im Monat.

Damit ist sind nun auch die Werkstätten von Volvo und Renault als letzte LKW-Hersteller in Deutschland bundesweit tarifgebunden.

Der Tarifabschluss sieht vor, dass die Entgelte in drei Stufen auf das Niveau der Kfz-Tarifverträge der IG Metall steigen. Die erste Entgelterhöhung um ein Drittel der Differenz zum Kfz-Tarif gab es bereits mit der Januarabrechnung. Die weiteren Anhebungen erfolgen im Januar 2027 - und dann hinauf auf den vollen Kfz-Tarif im Januar 2028.

Das haben die Tarifkommission der IG Metall und die Geschäftsleitung nach zwei Jahren äußerst konstruktiver Verhandlungen in einem Firmentarifvertrag vereinbart.

Die erste Entgelterhöhung ist bereits erfolgt: Im Juli 2025 gab es bereits 2,3 Prozent mehr Geld, wie im Kfz-Flächentarif.

Zudem vereinbarten IG Metall und Volvo Trucks auch eine Verkürzung der Arbeitszeit, zunächst im August 2026 von aktuell 40 Stunden in der Woche auf 38 Stunden, ab August 2027 dann auf 36 Stunden.
 

Künftige volle Anbindung an Kfz-Tarifrunden

Der neue Firmentariftrag sieht zudem auch eine Kopplung an die Kfz-Tarifrunden der IG Metall vor: Volvo Trucks übernimmt die Laufzeiten, Friedenspflichten und auch die Tariferhöhungen aus den Kfz-Tarifabschlüssen in den einzelnen Bundesländern.

Bislang hatten nur die Standorte in Nordrhein-Westfalen einen Tarifvertrag, der auch weiter Bestand hat. Der Versuch, den NRW-Tarif auf alle Werkstätten von Volvo Trucks und Renault Trucks in Deutschland auszuweiten, scheiterte 2019 am Widerstand der damaligen Geschäftsleitung – aber auch an der mangelnden Beteiligung der Beschäftigten an Warnstreiks, erinnert sich der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Volker Wagner, an dessen Standort in Köln über 80 Prozent der Beschäftigten in der IG Metall organisiert sind.


Endlich: Max von Volvo Trucks Service in Stuttgart freut sich über ihren neuen Tarifvertrag

 

Doch mit dem Wechsel der Geschäftsführung vor drei Jahren änderte sich die Haltung. Die Arbeitgeberseite hat erkannt, dass Fachkräfte nur mit einem Tarifvertrag zu gewinnen und zu halten sind. Tatsächlich hatte es Volvo Trucks in den letzten Jahren zunehmend schwer, Leute zu finden und zu halten.
 

Mit Tarif attraktiver für Fachkräfte

Nun müssen die Beschäftigten noch in die Entgeltgruppen des neuen Firmentarifvertrags bei Volvo Truck Service und Renault Trucks eingruppiert und dazu ihre Tätigkeiten bewertet werden. Daran arbeiten die Betriebsräte an den einzelnen Standorten gerade mit der Arbeitgeberseite. Die IG Metall hat die Betriebsräte dazu umfassend geschult. Zur Lösung von Konflikten haben die IG Metall bei Volvo Trucks und die Arbeitgeberseite eine paritätische Kommission eingerichtet.

„Die Eingruppierung läuft bislang ausgesprochen fair“, erklärt Gesamtbetriebsrat Volker Wagner, der auch Mitglied der Tarif- und Verhandlungskommission ist. „Das Gros der Beschäftigten verbessert sich - insbesondere an den Standorten, wo wir bislang keine eigenen Betriebsräte und dadurch niedrigere Löhne haben. In Einzelfällen bekommen Beschäftigte dort bis zu 750 Euro mehr im Monat.“

An den Standorten jedoch, wo es bereits seit längerem Betriebsräte gibt, lagen die Entgelte bereits vor dem Tarifabschluss relativ nahe an den entsprechenden Entgeltgruppen im Kfz-Tarif. „Bei uns ist die Eingruppierung kein Problem, bis jetzt ist fast alles gleichgeblieben“, berichtet Dennis Ortmann, Betriebsratsvorsitzender bei Volvo Trucks in Wildau, wo das Entgelt nun schrittweise auf den Kfz-Tarif Berlin steigt – wichtig, im Wettbewerb um Fachkräfte mit tariflichen Betrieben. „MAN bei uns um die Ecke ist komplett voll, die nehmen nicht mal mehr eigene Auszubildende.“

„Tarifbindung schafft auch Attraktivität am Arbeitsmarkt“, erklärt Carsten Kretschmann, Unternehmensbetreuer der IG Metall für Volvo und Renault Trucks. „Und wenn die Geschäftsführung erklärt, dass sie die besten im LKW-Service werden wollen, dann gehören dazu auch die Arbeitsbedingungen.“
 

Betriebsräte jetzt auch im Verkauf

Der neue Firmentarifvertrag gilt für die rund 400 Beschäftigten in den Werkstätten der Volvo Trucks Service GmbH und Renault Trucks Deutschland GmbH. Den Vertrieb hatte Volvo Trucks bei Umstrukturierungen abgetrennt und in eigene Gesellschaften ausgegliedert, die zunächst keinerlei Mitbestimmungsstrukturen hatte. Doch auch hier wählen die Beschäftigten mittlerweile an immer mehr Standorten mit Unterstützung der IG Metall Betriebsräte.

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