Termine der Tarifbewegung 2021
So läuft die Tarifbewegung

Metall und Elektro, Textil und Bekleidung, Eisen und Stahl, Holz und Kunststoff: Im Jahr 2021 verhandeln wir in zahlreichen Industriebranchen über neue Tarifverträge Hier findest Du die wichtigsten Termine der Tarifbewegung 2021.

26. Oktober 202026. 10. 2020 |
Aktualisiert am 24. Februar 202124. 2. 2021


Metall- und Elektroindustrie

In der Metall- und Elektroindustrie  verhandelt die IG Metall regional. Das heißt, in jedem Tarifgebiet gibt es gesonderte Verhandlungen mit den regionalen Arbeitgeberverbänden.

Die Tarifverhandlungen sind am 14. Dezember 2020 gestartet. Auch die dritte Verhandlungsrunde brachte bislang kaum Fortschritte.

Die IG Metall will Beschäftigung, Zukunft und Einkommen sichern – mit einem Entgelvolumen von 4 Prozent.

Die Arbeitgeber jedoch wollen Corona nutzen, um zu sparen. Lohnerhöhungen soll es frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2022 geben. Sie fordern sogar automatische Tarifabsenkungen, etwa Abstriche vom Urlaubs- und Weihnachtsgeld, wenn die Gewinne aus ihrer Sicht nicht ausreichen. Ihr Kalkül: Wegen Corona kann die IG Metall sowieso nicht streiken.

Doch. Trotz Corona-Pandemie ist die IG Metall auch in dieser Tarifbewegung aktionsfähig. Das zeigen zahlreiche Aktionen in Betrieben und Warnstreiks – etwa in der Textil- und Bekleidungsindustrie, wo Mitte Februar fast 7000 Beschäftigte in 65 Druck für den Tarifabschluss gemacht haben (siehe unten). Dazu kommen neue, kreative Aktionsformen.

Die IG Metall versucht nun in der nunmehr vierten Verhandlungsrunden Lösungen zu finden. Es geht am 24. Februar in Nordrhein-Westfalen los, am 25. folgt Baden-Württemberg, am 26. der Bezirk Küste.

Die Friedenspflicht endet am 1. März. Für diesen Tag will die IG Metall mit einem Online-Aktionstag mit einem Livestream unter dem Motto TarifauftaktLIVE bundesweit mobilisieren. Ab dem 2. März sind dann Warnstreiks zulässig.

Was bisher geschah

Am 15. Oktober haben die Tarifkommissionen der einzelnen Tarifgebiete erstmals die bisherigen Diskussionen und Forderungsinhalte zusammengefasst.

Am 9. November gab der Vorstand der IG Metall auf Basis der bisherigen Diskussion eine Empfehlung für konkrete tarifliche Forderungen ab. Auf Basis der Empfehlung lief dann die Diskussion in den Betrieben weiter.

Am 17. November beschlossen die Tarifkommissionen ihre konkreten tariflichen Forderungen.

Am 26. November verabschiedete der IG Metall-Vorstand abschließend und formal die Forderungen der IG Metall für die regionalen Tarifverhandlungen.

Textil- und Bekleidungsindustrie

Der erste Tarifabschluss der Tarifbewegung 2021 ist da. In der Textil- und Bekleidungsindustrie erzielte die IG Metall Mitte Februar ein Tarifergebnis, das trotz Krise zumindest die Reallöhne sichert: Im Jahr 2021 gibt es zunächst 325 Euro steuerfreie Corona-Prämie für alle Beschäftigten, auch für Auszubildende. Im Jahr 2022 gibt es dann 1,3 Prozent mehr Entgelt ab Februar sowie weitere 1,4 Prozent ab Oktober. Außerdem steigt das Urlaubsgeld um 2 Prozent. Zudem erhöht sich die tarifliche Aufstockungszahlung der Arbeitgeber bei der Alterszeit in zwei Schritten um 50 Euro auf nunmehr 650 Euro im Monat.

Ursprünglich wollten die Arbeitgeber deutlich weniger geben. Für dieses Tarifergebnis haben Mitte Februar fast 7000 Beschäftigte in 65 Betrieben Druck gemacht – trotz Corona und Schneechaos.

In der Text- und Bekleidungsindustrie verhandelt eine zentrale Verhandlungskommission der IG Metall bundesweit mit den Arbeitgebern. Auch in der zentralen Verhandlungskommission sitzen überwiegend Betriebsräte und IG Metall-Vertrauensleute aus den Betrieben.

Was bisher geschah

Am 6. Oktober 2020 hat die zentrale Verhandlungskommission die Diskussionen zu den Tarifforderungen aus den Betrieben zusammengefasst.

Nach Empfehlung des IG Metall-Vorstands am 9. November 2020 beschlossen auch in der Textilindustrie die regionalen Tarifkommissionen Mitte bis Ende November ihre regionalen Forderungen, die der Vorstand dann am 26. November verabschiedete.

Am 8. Dezember 2020 starteten dann die zentralen Verhandlungen.

 

Eisen- und Stahlindustrie

Die IG Metall verhandelt gesondert in der nordwestdeutschen Stahlindustrie (Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen), in der ostdeutschen Stahlindustrie sowie im Saarland.

Jetzt hat auch in der Eisen- und Stahlindustrie die Tarifkommissionen der IG Metall im Nordwesten ihre Forderungen beschlossen: 4 Prozent mehr, um Beschäftigung zu sichern und die Einkommen zu stärken. Die Tarifkommission im Osten ist morgen am 18. Februar dran.

Die Friedenspflicht endet am 28. Februar 2021. Danach sind Warnstreiks möglich. Die erste Tarifverhandlung ist für den 1. März angesetzt.

In der saarländischen Eisen- und Stahlindustrie laufen die Tarifverträge noch drei Monate länger. Dort endet die Friedenspflicht am 31. Mai 2021.

Was bisher geschah

Am 15. Dezember 2020 eröffneten die Tarifkommissionen die Forderungsdebatte.

Am 11. und 12. Januar 2021 beschlossen die Tarifkommissionen die Kündigung der Tarifverträge.

Am 18. Februar beschloss die Tarifkommissionen Nordwest ihre Forderungen.

Holz- und Kunststoffindustrie

Am 31. August laufen die regionalen Tarifverträge In der Holz- und Kunststoffindustrie aus. Die Friedenspflicht läuft in einigen Tarifgebieten, etwa in Niedersachsen, wegen bestehender Schlichtungs- und Schiedsabkommen noch einen Monat länger.


Volkswagen

Bei der Volkswagen AG gilt ein eigener Haustarifvertrag. Die Friedenspflicht ist am bereits am 28. Januar 2021 ausgelaufen. Die IG Metall fordert 4 Prozent mehr Geld, eine Ausweitung der Möglichkeit, die tarifliche Zusatzvergütung (T-ZUV) in freie Tage umzuwandeln sowie eine Garantie auf mindestens 1400 neue Ausbildungsplätze im Jahr für die kommenden zehn Jahre.

Die Tarifverhandlungen sind am 13. Januar 2021 gestartet. Die zweite Verhandlungsrunde fand am 29. Januar statt, die dritte am 23. Februar. Die Volkswagen AG hat immer noch kein Angebot vorgelegt.

Auch bei der Volkswagen Service Group, wo noch einmal ein spezieller Haustarif gilt, sind die Verhandlungen Ende Januar angelaufen.


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