Tarifrunde Eisen und Stahl 2021
Stahl-Tarifverhandlungen vor der Entscheidung

Die Tarifverhandlungen in der Stahlindustrie gehen in die entscheidende Phase. Heute verhandeln IG Metall und Arbeitgeber in Düsseldorf. Größter Knackpunkt ist noch das Geld: Die Arbeitgeber boten bislang einmalig 350 Euro jeweils für 2021 und 2022. Die IG Metall will mehr und dauerhafte Erhöhungen.


Heute versuchen IG Metall und Arbeitgeber in Düsseldorf eine Lösung in den Tarifverhandlungen für die Eisen- und Stahlindustrie Nordwest zu finden. Bei der letzten Verhandlungsrunde Mitte März haben die Arbeitgeber eine einmalige Coronaprämie von 350 Euro zum 30. Juni 2021 angeboten, sowie eine weitere Einmalzahlung von 350 Euro im Februar 2022. Diese soll zur Beschäftigungssicherung auch in freie Zeit umgewandelt werden können. Eine dauerhafte Erhöhung der Entgelte bieten die Arbeitgeber jedoch nicht. Die Laufzeit soll 17 Monate betragen.

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„Das was die Stahl-Arbeitgeber in der letzten Woche angeboten haben, war zu wenig und die Laufzeit zu lange“, erklärt Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW und Verhandlungsführer. Bei der Verhandlung heute müsse eine Entgelterhöhung angeboten werden, die dauerhaft in die Entgeltstruktur eingeht. „Das brauchen wir auch, um dort, wo es nötig ist, Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung finanzieren zu können. Gerade die Stahlindustrie steht vor großen Herausforderungen, die nicht bis zum kommenden Jahr gelöst sind.“


Am Dienstag Verhandlungen im Osten

Am Dienstag nächste Woche verhandelt die IG Metall dann in der ostdeutschen Stahlindustrie. Dort hatten die Arbeitgeber letzte Woche das gleiche Angebot vorgelegt. Den Beschäftigten in den Betrieb reicht das nicht. Die Auftragslage ist gut, die Arbeit aktuell kaum zu schaffen. Die Beschäftigten erwarten, dass sich das finanziell bemerkbar macht und zwar nicht nur einmalig, sondern tabellenwirksam.

„Es ist Zeit für die Arbeitgeber, sich zu bewegen“, fordert Birgit Dietze, Bezirksleiterin der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. Dietze betonte, dass die Auftragsbücher in vielen Stahlunternehmen voll seien und die Preise für Stahl Rekordniveau erreicht hätten. „Für das laufende Kalenderjahr sind – bei aller Differenziertheit in der Branche – die Aussichten sehr positiv. Wenn wir einen Abschluss mit zu langer Laufzeit machen, produzieren die Stahlunternehmen wieder auf Hochtouren und unsere Kolleginnen und Kollegen gehen leer aus. Das kann es nicht sein.“

(Foto: IG Metall)

Die IG Metall fordert ein Volumen von vier Prozent, das sowohl zur Stärkung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen als auch für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden kann.

Immerhin: Die Stahlarbeitgeber haben angeboten, die Tarifverträge zur Beschäftigungssicherung, zur Altersteilzeit und zu Werkverträgen zu verlängern und einer Gesprächsverpflichtung zu den dual Studierenden nachzukommen – wie von der IG Metall gefordert. Zudem schlugen sie vor, Gespräche über einen Transformationstarifvertrag aufzunehmen.

In der saarländischen Stahlindustrie wird noch einmal gesondert verhandelt. Dort laufen die Tarifverträge erst Ende Mai aus.

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