Tarifrunde Metall und Elektro 2021
Wenig Fortschritte in den Metall-Tarifverhandlungen

Die IG Metall will Beschäftigung und Einkommen sichern. Die Arbeitgeber wollen sparen. Zu verbindlichen Regelungen zu Beschäftigung und Zukunft sind sie bislang nicht bereit. Auch die dritte Runde der Metall-Tarifverhandlungen brachte bislang wenig Fortschritte. Die IG Metall erhöht den Druck.


Die Tarifbewegung 2021 spitzt sich zu. Auch die dritte Runde der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen und im Bezirk Küste brachte bislang nur wenig Fortschritte.

Die IG Metall will Beschäftigung sichern, Zukunft gestalten und die Einkommen stärken – mit einem Volumen von 4 Prozent. Zur Bewältigung von Krise und Transformation fordert die IG Metall Möglichkeiten zur Absenkung der Arbeitszeit zur Sicherung von Beschäftigung, etwa in Form einer 4-Tage-Woche, mit Teilentgeltausgleich, damit sich die Beschäftigten die Absenkung auch leisten können – sowie Zukunftstarifverträge, um die Arbeit der Zukunft in den Betrieben zu sichern.


Keine Zusagen der Arbeitgeber zu Beschäftigung und Zukunft

Die Arbeitgeber jedoch wollen vor allem sparen. Beschäftigung und Zukunft sichern wollen sie zwar auch – jedoch ohne verbindliche tarifliche Regeln.

„Für optionale betriebliche Regelungen zu den Themen Beschäftigungssicherung und Transformation fehlen jegliche belastbare Zusagen“, kritisiert Knut Giesler, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall in Nordrhein-Westfalen. Giesler wies darauf hin, dass die tarifvertragliche Möglichkeit zur Absenkung der Arbeitszeit für die Beschäftigten nicht nur zur Bewältigung der aktuellen Krise wichtig sei, sondern ihnen auch Sicherheit bei der Transformation der Branche gebe.

„Die Anforderungen an die Arbeit werden sich für viele verändern. Wir wollen nicht, dass die Beschäftigten deshalb entlassen werden. Wir wollen sie für ihre neuen Aufgaben qualifizieren. Die Zeit dafür kann durch eine Reduzierung der Arbeitszeit gewonnen werden. Gerade deshalb braucht es verlässliche Regelungen.“

Arbeitgeber wollen Nullrunde und Tarifabweichungen

Allerdings: Bei den Entgelten wollen die Arbeitgeber eine Nullrunde sowie automatische Tarifabweichungen – auch mit Lohnsenkungen - bei schlechteren Kennzahlen.

„Eine Nullrunde für die Beschäftigten in 2021, ein Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung in 2022 mit Wirkung bis ins Jahr 2023 und unklare Aussagen zur Beschäftigungssicherung und Transformation sind keine Grundlage für einen guten Abschluss“, kritisiert Daniel Friedrich, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall Küste. „Mit solchen Vorschlägen lässt sich die Zukunft der Metall- und Elektroindustrie nicht gemeinsam gestalten.“ 

In der dritten Verhandlungsrunde ging es außerdem um den Stand der Gespräche in gemeinsamen Arbeitsgruppen von Arbeitgebern und IG Metall, die sich mit möglichen Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung und einer Rahmenregelung für betriebliche Zukunftstarifverträge beschäftigten. Die Arbeitsgruppen werden die Themen weiter vertiefen und Lösungsansätze erarbeiten.


Mit Aktionen Druck machen

In den kommenden Tagen stehen noch weitere Tarifverhandlungen in anderen Tarifgebieten an. Die IG Metall macht nun Druck in den Betrieben. Das geht auch in Corona-Zeiten: Bereits letzte Woche liefen die Aktionen in zahlreichen Betrieben. Parallel zu den Warnstreiks in der Textil- und Bekleidungsindustrie fährt die IG Metall auch in der Metall- und Elektroindustrie weiter hoch. Am 1. März wird es dann einen bundesweiten Online-Aktionstag geben. Am 1. März, 24 Uhr läuft die Friedenspflicht aus.

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