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Tarifrunde Holz und Kunststoff
Arbeitgeber wollen nicht einmal die Inflation ausgleichen

Die Arbeitgeber der Holz- und Kunststoffindustrie in Baden-Württemberg bieten eine Lohnerhöhung, die in den ersten 12 Monaten nicht einmal die Inflation ausgleichen würde. Ein ähnliches „Angebot“ hatten sie bereits bei den Tarifverhandlungen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gemacht.


Vier Monate gar keine Tariferhöhung, dann ab Mai 1,5 Prozent mehr für zwölf Monate, danach noch mal 1,3 Prozent für sechs Monate. So sieht das „Angebot“ der Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen für die Holz- und Kunststoffindustrie in Baden-Württemberg aus. Das gleiche Angebot hatten sie bereits im Dezember in den Tarifgebieten Niedersachsen, Bremen und Westfalen-Lippe gemacht.

„Das Angebot der Arbeitgeber hat nichts mit der Entwicklung in unserer Region zu tun. Wir leben in einer teuren Gegend“, kritisiert Cornelia Miltenberger von den Rauch Möbelwerken in Freudenberg am Main, die Mitglied unserer Verhandlungskommission ist. „Für viele unserer Beschäftigten würden 6 Prozent einfach mehr Lebensqualität bedeuten. Beispielsweise etwas mit der Familie machen, den Kindern einen Wunsch erfüllen, Urlaub und Altersvorsorge. Das kam bei einer Umfrage unserer IG Metall-Vertrauensleute im Betrieb heraus. Unser Arbeitgeber bekam die Antworten im Rahmen der Verhandlung überreicht.“

 

 

 

Fast 3 000 Beschäftigte bei Warnstreiks und Aktionen

Um Druck auf die Arbeitgeber zu machen, rufen wir die Beschäftigten in der Holz- und Kunststoffindustrie seit Montag zu Warnstreiks auf. Zur Verhandlung in Baden-Württemberg am Mittwoch demonstrierten 600 Beschäftigte aus fünf Betrieben vor dem Verhandlungslokal. In drei weiteren Betrieben legten Beschäftigte in der Frühschicht die Arbeit nieder.

Bereits am Montag und Dienstag gab es in Baden-Württemberg Warnstreiks bei Gardena, Hymer und Rolf Benz. Warnstreiks gab es auch bei Bender in Rheinland-Pfalz.


Schwerpunkt ist weiterhin Baden-Württemberg

Unterstützt wurden die Warnstreiks durch Aktionen von Haworth und Dorma Hüppe im Tarifgebiet Niedersachsen/Bremen und Frenkert in Westfalen-Lippe. In diesen zwei Tarifgebieten gilt noch bis zum 12. Februar 2018 Friedenspflicht und damit sind noch keine Warnstreiks möglich.

Insgesamt haben sich bisher fast 3 000 Beschäftigte an Aktionen zur Tarifrunde in der Holz- und Kunststoffindustrie beteiligt.

In den nächsten Wochen werden die Warnstreiks und Aktionen fortgesetzt. Bei den Warnstreiks wird der Schwerpunkt wieder in Baden-Württemberg liegen. Aber auch in Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern sind Warnstreiks geplant. In Niedersachsen/Bremen und Westfalen-Lippe werden in der nächsten Woche die betrieblichen Aktionen zur Unterstützung forciert werden.


Wir fordern 6 Prozent und Extra-Plus für Auszubildende

Wir fordern 6 Prozent mehr Geld für 12 Monate, sowie eine überproportionale Erhöhung der Vergütungen für Auszubildende. Damit wollen wir erreichen, dass die Holz- und Kunststoffindustrie für junge Menschen attraktiver wird.

Die wirtschaftliche Lage in der Holz- und Kunststoffindustrie ist gut, sie profitiert vom Bauboom und vom privaten Konsum. Dennoch behaupten die Arbeitgeberinnen, dass sie nicht in der Lage wären, ein besseres Angebot zu machen.


Warnstreiks werden ausgeweitet

Dabei würden höhere Entgelte und Ausbildungsvergütungen auch den Arbeitgebern nutzen, macht Cornelia Miltenberger klar. „Wir sind in vielen Bereichen unterbesetzt und finden keine Leute mehr. Wenn wir höhere Entgelte hätten, wäre unser Betrieb wieder konkurrenzfähig beim Kampf um Facharbeiter.“

Wir wollen nun unsere Warnstreiks ausweiten. Die nächste regionale Tarifverhandlung für die Holz- und Kunststoffindustrie findet morgen in Sachsen-Anhalt statt. Am 22. Januar wird dann in Westfalen-Lippe und Niedersachsen/Bremen gemeinsam verhandelt ― zeitgleich auch in Rheinland-Pfalz und am 23. Januar erneut in Baden-Württemberg.

Tarifrunden

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