Für bessere Arbeitsbedingungen im Aufzugservice
Aufzugsmonteure wollen Tarifverträge durchsetzen

Die Belastungen für Aufzugsmonteur*innen steigen stetig – doch die Zahlungen, die sie als Ausgleich bekommen, stecken fest. Das wollen sie gemeinsam mit der IG Metall ändern und dazu Tarifverträge durchsetzen. Die nächsten Ziele: Forderungen diskutieren – und noch mehr IG Metall-Mitglieder gewinnen.


Früher waren sie oft noch zu zweit im Auto. Doch heutzutage sind sie fast nur noch allein unterwegs zum nächsten Aufzug – ständig unter Zeitdruck, im Stau, bei der Suche nach einem Parkplatz oder nach einer Toilette. Und dann geht es oft über viele Stockwerke die Treppen rauf und runter, bepackt mit schwerem Werkzeug und Ersatzteilen – und rein in den Aufzugsschacht. Die Arbeit dort ist schwer – vor allem allein – und gefährlich: Sie können abstürzen oder zerquetscht werden.

Was sie im nächsten Schacht erwartet, wissen sie oft nicht. Rund 1000 Fabrikate verschiedener Hersteller müssen sie reparieren können, allein, ohne Hilfe vor Ort. Kundengespräche führen und Termine machen die Aufzugsmonteur*innen mittlerweile selbst, per Smartphone, Tablet und Laptop. Die Bürojobs in den Serviceniederlassungen haben die Aufzugs-Servicefirmen oft weggespart, zentralisiert und digitalisiert.

Planen können die Aufzugsmonteur*innen kaum. Zu den geplanten Reparaturen und Wartungen kann jederzeit eine Störung kommen oder ein Personeneinschluss. Das hat Vorrang. Der Feierabend verschiebt sich nach hinten - und private Termine fallen flach. Auch zuhause müssen sie ständig erreichbar sein und haben oft auch nachts Rufbereitschaft.


Belastungen steigen – Ausgleichszahlungen stecken fest

Die Arbeit für Servicetechniker*innen für Aufzüge und Fahrtreppen ist in den letzten Jahren zunehmend belastender geworden. Doch einen fairen Ausgleich dafür erhalten sie immer seltener. Auslösesätze und Erschwerniszulagen wurden seit Jahren nicht erhöht. Fahrten etwa von zuhause zum ersten Aufzug und abends zurück vom letzten Aufzug werden oft nicht bezahlt.

Und jeder Betrieb hat eigene Regeln. Zwar gelten zumindest bei den „Big 4“ – Otis, TK Elevator, Kone und Schindler – die Tarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie. Doch die besonderen Anforderungen für Beschäftigte im Außendienst – wie etwa Aufzugsmonteur*innen – sind dort nicht geregelt.

Das alles wollen die Aufzugs- und Fahrtreppenmonteur*innen endlich gemeinsam mit der IG Metall verbessern. Der Plan: Sie wollen spezielle Ergänzungstarifverträge mit ihren Unternehmen durchsetzen.


Nächste Ziele: Mitglieder gewinnen, Forderungen diskutieren

Auf der ersten Bundesbranchenkonferenz für Aufzüge und Fahrtreppen der IG Metall haben die Servicetechniker*innen jetzt einen Fahrplan für ihre Tarifbewegung besprochen. Als nächstes wollen sie diskutieren, wie die Arbeitsbedingungen konkret verbessert werden sollen. Dazu wollen sie noch mehr IG Metall-Mitglieder gewinnen. Seit drei Jahren sind sie bereits dabei, ihre Organisationsgrade zu verbessern. 700 Mitglieder mehr sind seit 2018 dazugekommen – ein Plus von 21 Prozent.

„Jetzt geht es darum, die Organisationsgrade zu erhöhen, um unsere Durchsetzungsstärke noch weiter zu verbessern“, erklärt Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglieder der IG Metall. „Unser Ziel ist es, gemeinsam verbesserte Arbeitsbedingungen im Aufzugs- und Fahrtreppenservice durchzusetzen und tariflich zu regulieren. Perspektivisch streben wir eine tarifpolitische Lösung für alle Auswärtstätigen an. Das sind mittlerweile rund eine Million Beschäftigte.“

Auch die Aufzugsmonteure sind bei den aktuellen Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie dabei. In Leipzig etwa legten 70 Beschäftigte von TK Elevator, Otis, Kone und Schindler die Arbeit nieder und trafen sich zu einer Kundgebung per Telefonkonferenz.

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