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Metall-Tarifrunde 2015: Abschluss in allen Tarifbezirken übernommen. Foto: Heiko Stumpe.

Metall-Tarifrunde 2015: Abschluss in allen Bezirken übernommen

Paket bundesweit unter Dach und Fach

04.03.2015 Ι Der Böblinger Abschluss ist in allen Tarifgebieten übernommen. Der Vorstand hat zugestimmt. Jetzt müssen noch einige Tarifkommissionen dafür votieren - dann ist der Weg frei für die neuen Tarifverträge in der Metall- und Elektroindustrie.
Nach über einer Woche Verhandlungen ist das Tarifpaket bundesweit übernommen und unter Dach und Fach. Jetzt stehen noch die Zustimmung einiger Tarifkommissionen aus, dann gelten bald für die Mitglieder in der Metall- und Elektroindustrie neue Tarifverträge, die eine verbesserte Altersteilzeit, den Einstieg in eine Bildungsteilzeit sowie ein Einkommensplus von 3,4 Prozent und 150 Euro bescheren.

Das konnte nur gelingen, weil die IG Metall die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber bei der Bildungs- und Altersteilzeit aufbrechen konnte.


Altersteilzeit verbessert

"Es bleibt dabei, dass insgesamt vier Prozent der Belegschaft einen Anspruch auf Altersteilzeit hat", erklärte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel. Außerdem sichert der neue Tarifvertrag den Beschäftigten, die früher aussteigen wollen, verschiedene Altersteilzeitmodelle, die mit dem neuen Rentenrecht vereinbar sind. Mit den höheren Aufstockungsbeträgen für die unteren Entgeltgruppen ist es nun auch für Arbeitnehmer mit niedrigen Einkommen besser möglich, sich einen vorzeitigen Ausstieg zu leisten.


Anfang gemacht

Der Einstieg in die Bildungsteilzeit ist geschafft. Mit den neuen Tarifverträgen zu Bildung gibt es jetzt bundesweit tarifliche Regelungen zur Freistellung für eine persönliche Weiterbildung und zur Bildungsteilzeit. Zudem kann betrieblich eine finanzielle Förderung von Bildungsteilzeit vereinbart werden. Auch Mittel aus dem Altersteilzeit-Topf, die nicht ausgeschöpft werden, können für Qualifizierungsmaßnahmen und geförderte Bildungsteilzeit der Beschäftigten genutzt werden. Außerdem haben die Tarifparteien vereinbart, die Qualifizierung von Beschäftigten auf Arbeitsplätzen mit geringen Qualifikationsanforderungen zu fördern und dazu Modelle entwickelt, wie die Firmen diese weiterbilden können. Sie sind diejenigen, die von den anstehenden Veränderungen der Arbeitswelt am ehesten betroffen sind.

Grafik: Entwicklung der Tariflöhnee M+E


Einkommensplus

Das Volumen der Tariferhöhung bringt den Arbeitnehmern mehr Geld in das Portemonnaie. Für die ersten drei Monate dieses Jahres bekommen die Metallerinnen und Metaller 150 Euro und die Azubis 55 Euro. Ab 1. April steigen dann die Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 3,4 Prozent - für eine Laufzeit bis Ende März 2016. Damit können sich die Beschäftigten mehr leisten und sie werden am wirtschaftlichen Erfolg, den sie mit erzielt haben, beteiligt.

Angesichts der wirtschaftlichen Situation, "die wir im nächsten Jahr zu erwarten haben, liegen wir mit diesem Tarifergebnis genau richtig", wertete Detlef Wetzel die erstrittene Tariferhöhung. "Wir stützen die Konjunktur, indem wir eine deutliche Reallohnsteigerung durchgesetzt haben bei einer niedrigen Inflationsrate. Das tut uns allen sehr gut und wird die Arbeitsplätze sichern."

Letztendlich möglich war der gute Tarifabschluss nur durch den Druck der bundesweiten Warnstreiks. Mehr als 870 000 Metallerinnen und Metaller leisteten damit die nötige "Überzeugungsarbeit" und signalisierten den Arbeitgebern, dass sie von ihnen mehr erwarten als nur Peanuts und Ablehnung.

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