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Tarifrunde Textilindustrie Ost: Verhandlungsauftakt in Chemnitz
Textil-Ost-Tarifrunde gestartet: Arbeitgeber blockieren

4,5 Prozent mehr Geld, Tarifverträge zur Altersteilzeit und Übernahme der Azubis plus Go-West-Schritte bei Tarifstandards. Mit diesem Forderungspaket hat die IG Metall heute die Tarifrunde für die ostdeutschen Textil-Beschäftigten in Chemnitz gestartet. Die Arbeitgeber hatten nichts anzubieten.


Die erste Verhandlung für die Beschäftigten der ostdeutschen Textilindustrie endete in Chemnitz ohne Ergebnis. Die IG Metall werde „nur mit mehr Einkommen, einer neuen Altersteizeit und einer weiteren Angleichung an das Tarifniveau im Westen einen Tarifvertrag abschließen“, sagte Manfred Menningen, der für die IG Metall die Verhandlungen führt.

Die Textilbranche verlangt den Beschäftigten einiges ab. Sie haben geliefert: Die ostdeutsche Textilindustrie hat sich im Jahr 2016 sogar besser entwickelt als die gesamtdeutsche Textilbranche. Die Prognosen für 2017 gehen von einem weiteren Umsatzplus von etwa 1,7 Prozent aus.

Gerechtigkeitslücke schließen

Mit dem heutigen Start in die Tarifrunde für die Textiler im Osten will die IG Metall den Beschäftigten nicht nur ihren fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen sichern, sondern auch eine Ungerechtigkeit angehen. Die IG Metall konnte bei der Ost-West-Angleichung schon einiges erreichen. Dennoch beträgt der Unterschied immer noch circa 20 Prozent.



Die IG Metall will deshalb neben dem geforderten Lohnplus von 4,5 Prozent für zwölf Monate die Gerechtigkeitslücke weiter schließen. Dabei geht es den Textilern um weitere Angleichungsschritte, wie zum Beispiel beim Urlaubsgeld sowie bei weiteren Tarifstandards.

Das Forderungspaket beinhaltet außerdem die Tarifverträge zur Altersteilzeit und zur unbefristeten Übernahme der Azubis. Beide Tarifverträge gab es schon einmal. Der Altersteilzeittarifvertrag ist zum Ende des Jahres 2016 ausgelaufen. Den Tarifvertrag zur Übernahme der Ausgebildeten haben die Arbeitgeber Ende März 2017 gekündigt.

In dieser Tarifrunde will die IG Metall wieder beide Tarifverträge unter Dach und Fach bringen. Zur Altersteilzeit strebt die IG Metall eine tarifliche Vereinbarung mit besseren Konditionen an. Für die Auszubildenden will sie wieder die unbefristete Übernahme erreichen. Junge Menschen brauchen eine Perspektive und haben es verdient, dass ihnen ihr Chef nach der Ausbildung eine Übernahme in Aussicht stellt. Die Textil-Arbeitgeber können damit nur gewinnen. Bieten sie den jungen Leuten eine Perspektive, sichern sie damit ihren benötigten Fachkräftenachwuchs und machen ihre Betriebe zukunftsfest.

Wie geht’s weiter?

Am 25. April ist die zweite Tarifverhandlung in Zwickau. Dort erwartet die IG Metall von den Arbeitgebern ein ernstzunehmendes Angebot. Kommt es nicht zu einer Einigung, sind ab dem 1. Mai Warnstreiks in der ostdeutschen Textilindustrie unausweichlich.

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