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Unser Vorstand empfiehlt Forderung für Metall-Tarifrunde
6 Prozent plus individueller Anspruch auf kürzere Arbeitszeit

6 Prozent mehr Geld und eine Wahloption zur Verkürzung der individuellen Arbeitszeit. Das empfiehlt unser Vorstand als Forderung in der kommenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Nun läuft die Diskussion in den Betrieben.


Für die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie empfiehlt unser Vorstand eine Forderung von 6 Prozent mehr Geld für eine Laufzeit von 12 Monaten und eine Wahloption zur Absenkung der Arbeitszeit: In allen Tarifgebieten in Ost und West sollen unsere Mitglieder zukünftig einen individuellen Anspruch erhalten, ihre Arbeitszeit ohne Begründung für zwei Jahre auf bis zu 28 Stunden in der Woche absenken zu können.

Unser Erste Vorsitzende, Jörg Hofmann, begründete die Forderung mit der guten wirtschaftlichen Lage der Metall- und Elektroindustrie, den gestiegenen Flexibilitätserwartungen an die Beschäftigten und ihrem daraus folgenden Wunsch nach mehr Selbstbestimmung in der Arbeitszeit.


Für mehr Selbstbestimmung

Eine Forderung von 6 Prozent sei angesichts des ungebrochenen Wachstums und vollen Auftragsbüchern auch und gerade in der Automobilbranche angemessen, um die Beschäftigten am Erfolg zu beteiligen. Sie hätten unter anderem mit ihrer Bereitschaft zu flexibleren Arbeitszeiten zu diesem Erfolg beigetragen.

Diese Bereitschaft erweise sich aber zunehmend als einseitige Veranstaltung auf Kosten der Gesundheit und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Die Arbeitgeber nutzen alle Möglichkeiten, um Arbeitszeiten zu verlängern“, sagte Hofmann. „Die Beschäftigten müssen genauso Möglichkeiten haben, Arbeitszeit zu verkürzen.“ Wir wollen das Mantra der Arbeitgeber aus Vollzeit plus Überstunden plus Flexibilität plus Leistungsdruck durchbrechen und den Beschäftigten ein großes Stück Selbstbestimmung in der Arbeitszeit geben.


Zuschüsse für besondere Situationen

In bestimmten Fällen sollen unsere Mitglieder einen Zuschuss erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit verkürzen. Das soll für Schichtarbeit und andere belastende Arbeitszeitmodelle gelten, wenn die Arbeitszeit um mindestens fünf Tage im Jahr verkürzt wird. Auch Mitglieder, die Kinder unter 14 Jahren betreuen oder Familienangehörige pflegen, sollen einen Zuschuss bekommen, wenn sie ihre wöchentliche Arbeitszeit um 3,5 oder mehr Stunden reduzieren. Der Zuschuss soll es auch Mitgliedern mit weniger Entgelt ermöglichen, die Wahloption für Gesundheit, Pflege und Betreuung zu nutzen. „Gesundheit und Vereinbarkeit dürfen keine Frage des Einkommens sein“, sagte Hofmann.

Den Klagen der Arbeitgeber, die Forderung nach mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit und ein Entgeltzuschuss überfordere die Branche angesichts des globalen Wettbewerbs und eines drohenden Fachkräftemangels, hielt Hofmann entgegen: „Wer heute Menschen in Teilzeit drängt, weil sie etwa Kinder erziehen, verzichtet selbst auf Fachkräfte, die er in Zukunft dringend braucht.“


Wir verfolgen ein klares Ziel

Das Arbeitszeitregime der Arbeitgeber schneide viele Beschäftigte nicht nur von einer beruflichen Entwicklung ab, sie schließe sie oft ganz vom Arbeitsleben aus ― nur weil sie Kinder erziehen oder Angehörige pflegen. Dass der Anteil der Frauen an den Beschäftigten in der Branche noch immer bei 20 Prozent liegt, hänge auch mit der dort herrschenden Arbeitszeitkultur zusammen. Unsere angestrebte Wahloption bei der Arbeitszeit bietet dagegen die Chance, die Erwerbsquote zu erhöhen und wäre damit ein wichtiger Beitrag zur Lösung des Fachkräfteproblems.


Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, stellt die Forderumgsempfehlung vor.

Der IG Metall-Vorstand will über die Forderung hinaus drei weitere Ziele erreichen: Die Wahloption auf Arbeitszeitreduzierung soll mit Personalausgleich umgesetzt werden. „Wir wollen nicht dass die Freiheit der einen zur Belastung der anderen führt“, sagte Hofmann. „Wir wollen, dass Menschen dafür aus der Teilzeitfalle geholt oder eingestellt werden.“


Zeitgemäße Anpassungen

Wir wollen zudem eine Verhandlungsverpflichtung zur Angleichung der Arbeitszeiten und Entgelte im Osten erreichen. Hofmann nannte diesen Schritt 28 Jahre nach dem Mauerfall überfällig. Außerdem sollen Auszubildende und dual Studierende vor Prüfungen einen Tag bezahlt frei bekommen.

Jetzt läuft die Diskussion weiter in den Betrieben und in unseren Geschäftsstellen. Am 24. Oktober beschließen die Tarifkommissionen endgültig über die Tarifforderung.

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