Tariferhöhung in der Kontraktlogistik Sachsen
Mehr Geld bei Dienstleistern der Autobauer in Sachsen

Bis zu 6 Prozent Tariferhöhung hat die IG Metall in der Kontraktlogistik in Sachsen durchgesetzt. Dazu kommen bis zu 500 Euro Corona-Prämien. Das haben sich die über 4000 Beschäftigten bei Dienstleistern von BMW und Porsche in Leipzig sowie von bei Schnellecke bei VW in Zwickau und Dresden erkämpft.


Bis zu 6 Prozent mehr Geld, freie Tage, steuerfreie Corona-Prämien, Vorteile für IG Metall-Mitglieder: In Leipzig hat die IG Metall bei neun Dienstleistern von BMW und Porsche Tarifabschlüsse durchgesetzt. Insgesamt profitieren hier 2600 Beschäftigte im Bereich Kontraktlogistik und Dienstleistung – als Staplerfahrer, Transporteure, in der Vormontage oder im Versand.

Die IG Metall-Mitglieder haben ihre Forderungen selbst entwickelt – und dann mit Aktionen und Warnstreiks durchgesetzt.


Mehr Geld, freie Tage, Extra-Geld für IG Metall-Mitglieder

Bei Rudolph Logistik (BMW und Porsche) etwa gibt es 2,6 Prozent ab 1. Dezember – und weitere 3,4 Prozent ab 1. Juli 2021, Laufzeit bis zum 31. Dezember 2021, mehr Urlaubsgeld und 350 Euro steuerfreie Corona-Prämie, nur für IG Metall-Mitglieder.

Bei Seifert (Porsche) gibt es die 6 Prozent in drei Schritten, mit einer Laufzeit bis 30. April 2022 sowie 500 Euro Corona-Prämie nur für IG Metall-Mitglieder.

Weitere Tarifabschlüsse hat die IG Metall bei Faurecia, ThyssenKrupp Automotive und bei Transport & Service Logistics erzielt, teilweise mit weniger prozentualer Erhöhung, dafür dann aber mit mehr Sonderzahlungen oder zusätzlichen freien Tagen, wo die IG Metall-Mitglieder mehr Freizeit wollten.

Bereits Anfang September hat die IG Metall beim Kontraktlogistiker Schnellecke in Sachsen einen Tarifabschluss mit 6 Prozent Erhöhung erzielt: 2,6 Prozent mehr Geld ab 1. Oktober, weitere 3,4 Prozent ab 1. Juni 2021. Laufzeit bis 31. Dezember 2021, sowie mehr Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Dazu kommt eine einmalige steuerfreie Corona-Prämie von 500 Euro. Schnellecke arbeitet als Kontraktlogistik-Dienstleister für VW in Zwickau und Dresden sowie für BMW und Porsche in Leipzig. Rund 2000 Beschäftigte haben davon profitiert.


Firmenübergreifende Solidarität und Kampfbereitschaft

„In dieser Tarifrunde standen betriebsübergreifend Belegschaften zusammen, diszipliniert, konfliktfähig und gut organisiert“, erklärt Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig. „Das war die entscheidende Zutat in diesem Kampf. Das Erreichte sind keine Geschenke, sondern das Ergebnis einer beeindruckenden Performance der Betriebsräte und ihrer Belegschaften, die genau wussten, was sie erreichen wollen.“

Die Beschäftigten der Kontraktlogistiker transportieren, lagern und montieren Teile vor – und liefern sie „just-in-time“ passgenau an die Montagebänder der Autobauer, Seite an Seite mit den Stammbeschäftigten, aber für wesentlich weniger Geld. Denn für sie gilt nicht der Metall-Tarif, da ihre Unternehmen offiziell „Dienstleister“ sind.

Die Autobauer schreiben die „Dienstleistungen“ alle paar Jahre neu aus, um sie möglichst billig an Fremdfirmen zu vergeben. Die Dienstleister wechseln. Dennoch hat die IG Metall Leipzig es in jahrelanger Arbeit geschafft, die Beschäftigten bei den Dienstleistern zu organisieren und Schritt für Schritt Tarifverträge mit ihnen zu erkämpfen.

 „Wir haben die Früchte geerntet, die wir vor langer Zeit mit den anderen Logistikern und der IG Metall gesät haben“, erklärt Jens Grube, Betriebsratsvorsitzender des Porsche-Dienstleisters Rudolph. „Und das ist für mich das beeindruckendste: die Unternehmen stehen im unerbittlichen Konkurrenzkampf, aber wir, die Belegschaften haben uns zusammengetan.“

 


Berichte und ausführliche Hintergründe bei der IG Metall Leipzig

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